Einkauf in der heißen Jahreszeit

Kompromiss. Es bleibt bei 1 verkaufsoffenen Sonntag in der Bamberger Innenstadt. Die Geschäfte dürfen im August am zweiten Sonntag des Blues- und Jazzfestivals öffnen.

Wer löst den Besucherstrom aus?

Ein harter Schlagaustausch blieb diesmal aus. Die Mehrheit der Fraktionssprecher plädierte für einen Kompromiss; die Minderheit entwickelte keinen Kampfgeist. Die Entscheidung fiel mit 26 zu 14 Stimmen zugunsten eines verkaufsoffenen Sonntags heuer am 12.8.18.
Bisher war in Bamberg traditionell ein Sonntag im Rahmen von Herbstmarkt und Herbstplärrer verkaufsoffen in der gesamten Stadt. Aufgrund des Wegfalls eines dauerhaften Festplatzes findet bereits seit 2013 kein Herbstplärrer mehr statt.
Aufgrund neuerer Rechtsprechung ist die Öffnung von Verkaufsständen nur dann mit dem Sonntagsschutz vereinbar, wenn das auslösende Ereignis und nicht die Ladenöffnung den öffentlichen Charakter des Tages prägt. Dies bedeutet, dass zum Beispiel der Herbstmarkt für sich genommen einen beträchtlichen Besucherstrom anziehen müsste, der die zu erwartende Zahl der Ladenbesucher übersteigt. Der Besucherstrom darf nicht umgekehrt erst durch die Offenhaltung der Verkaufsstellen ausgelöst werden.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Ausweisung der gesamten Stadt als Geltungsbereich für einen verkaufsoffenen Sonntag fragwürdig. Nach der Verordnung werden nicht alle Geschäfte am Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr geöffnet haben. Laut Ladenschlussgesetz dürfen nur diejenigen Einzelhändler öffnen, die einen direkten örtlichen Bezug zum Blues- und Jazzfestival haben, das letztlich als das „auslösende Ereignis“ zu gelten hat. Deshalb muss das Verkaufsgebiet auf das unmittelbare Areal der Veranstaltung begrenzt werden bzw. auf Bereiche, die mit dem Hauptereignis in einen Zusammenhang gebracht werden können (z.B. am Anreiseweg der Besucher). > Wegeplan r.

Am Sonntag generell »geschäftsfreie Zone«?

Die Zustimmung zur neuen Regelung war sicher auch darauf zurückzuführen, weil es im Gegenzug keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr im Oktober zum Herbstmarkt geben wird. Damit bleibt es bei 1 verkaufsoffenen Sonntag in Bamberg. Die Diskussion in der Vollsitzung des Stadtrates stützte sich auch auf mehr als zehn Zuschriften verschiedener Verbände und Interessenträger. Das Pro und Contra wurde in den Wortmeldungen deutlich. So plädierte Ursula Sowa (GAL) dafür, dass Bamberg auch ein Zeichen setzen und generell am Sonntag »geschäftsfreie Zone« werden könnte. Heinz Kuntke (SPD) warb im Interesse des Einzelhandels dafür, den einen verkaufsoffenen Sonntag beizubehalten. Dieter Weinsheimer (Bamberger Allianz) bedauerte, dass der traditionelle Herbstmarkt nicht mehr Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag sein könne. Dr. Gerhard Seitz (CSU) erinnerte daran, dass auch viele andere Arbeitnehmer an Sonntagen arbeiten müssten. Bürgermeister Dr. Christian Lange (CSU) erhofft sich von den angekündigten Klagen gegen die jetzige Lösung, dass eine juristische Prüfung angesichts der weitaus größeren Anzahl von verkaufsoffenen Sonntagen im Landkreis zu einer Gleichbehandlung zwischen der Stadt Bamberg und den verschiedenen Landkreisgemeinden führen wird.
Die Gegenstimmen kamen wesentlich aus den Fraktionen von GAL und CSU zustande.
29.7.18 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare. > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. NEU: Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung > öffne Impressum l. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+17 # Peter 2018-07-29 10:06
Toller Zeitpunkt: viele im Urlaub und der Handel hat seine Dienstpläne schon lange geschrieben. Zudem werden Jazzfans nicht automatisch in der Stadt shoppen wollen. Sprich: einfach nur dämlich
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+12 # Lichtfetzen 2018-07-29 10:42
Man könnte zu vielen Themen die selbe Antwort geben, wieder sind sich alle einig das die Kassen klingeln sollen. Pro Bürger ist man nur wenn genug für die Stadt dabei rausspringt. Schade für alle Verkäufer die wieder Sonntag ranmüssen, mitten zur Urlaubszeit...
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+17 # Baba Yaga 2018-07-29 10:44
Mal wieder eine super Idee. Das zeigt erneut, dass es bei dieser Veranstaltung weder um Blues noch um Jazz geht. Wenn es um Musik gehen würde, gäbe es keine akustisch wie optisch unästhetischen Bühnen, sondern dezente Straßenmusik. Jetzt will man auch noch die Läden öffnen. Überladener geht's kaum noch. Das ist für Bamberg kein Zugewinn.
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+2 # supi 2018-07-29 14:23
verkaufsoffener sonntag im august, neben dem festival, ein echt bamberger highlight und das hat nicht mal was mit der hitze zu tun, solche leistungen sind hier wetter- und saisonunabhängig
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+11 # CFRA2 2018-07-29 16:01
Wenn als einziges das „auslösende Ereignis“ das Starke & Stieringer Tu....plörre - Lärmevent sein soll, glaube ich, das fast jedes Gericht auch diesen verkaufsoffenen Sonntag kippen wird, denn das Gesetz über den Ladenschluss „§14 Weitere Verkaufssonntage“ regelt in Absatz (1):
„(1) Abweichend von der Vorschrift des § 3 Abs. 1 Nr. 1 dürfen Verkaufsstellen aus Anlass von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen an jährlich höchstens vier Sonn- und Feiertagen geöffnet sein. Diese Tage werden von den Landesregierungen oder den von ihnen bestimmten Stellen durch Rechtsverordnung freigegeben.“
Und ein Starke & Stieringer Lärmevent ist nun mal kein Markt, Messe oder Ähnliches!
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+7 # Baba Yaga 2018-07-29 17:02
#5 Machen Sie sich da mal keine Sorgen. Die Gerichtskasper in Bayreuth winken vom SS-Duo alles durch. Notfalls per gekünstelter Analogie oder wie auch immer man das im Juristendeutsch nennt.
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+6 # supi 2018-07-30 14:04
sagen wir mal so, diejenigen die das festival besuchen, werden wenig lust und laune haben ihre zeit bei drogeriemarkt müller, wöhrl, karstadt usw zu verbringen, die kommen wegen der musik, und diejenigen die im herbst den verkaufsoffenen sonntag besucht haben, die werden wenig bis überhaupt nichts mit dem katzengejaule auf den bühnen am hut haben, fazit, schlag in die pfütze, nur der stieringer kann sagen, er hat doch alles getan und wieder ist im ein fast kompletter stadtrat auf den leim gegangen
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0 # Bambärchä 2018-07-30 16:58
Alle umliegenden Städte veranstalten einen verkaufsoffenen Sonntag nach dem anderen. Nur in Bamberg hat man damit ein Problem und lässt die Umsätze lieber andere machen.

Da ich leider von Montag bis Samstag arbeiten muss nutzte ich solche Sonntage gerne um mir mal in Ruhe ein paar neue Klamotten zu gönnen. Der Rest läuft halt leider nur noch Online.

Und warum immer alle wg. dem Personal klagen verstehe ich auch nicht. Es gibt sehr viele Menschen, die heutzutage auch Sonntags arbeiten müssen, und das nicht nur 2 oder 3x im Jahr. Ich selbst musste letztes Jahr auch an 8 Sonntagen arbeiten, und ich habe es ohne größere Schäden überstanden.
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+6 # GodFather 2018-07-30 18:17
Sonntag hin, Sonntag her. Woanders hat man unter der Woche ordentliche Öffnungszeiten. Aber um 19 Uhr sitzen die Touries ja beim Essen, hier oder auf dem Boot, warum sollten denn die Geschäfte dann noch geöffnet haben!
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-3 # supi 2018-07-30 19:55
mei wir haben probleme machen wir es wie in italien griechenland spanien türkei und sonst rund ums mittelmeer herum, jeder kann auf und zu machen wann er will, alle probleme sind gelöst
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