Wie zu erwarten. Die Dieselkrise trifft Bosch-Bamberg besonders hart. Fast die Hälfte der 7500 Beschäftigten fertigt Teile für Diesel-Autos. Nun droht Arbeitsplatzabbau.

Wichtige Rolle für den Standort Bamberg

Der Bayerische Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Roland Weigert, hat am 27. März die Bamberger Firma Robert Bosch besucht. Der WeBZet liegt darüber eine offizielle Pressemitteilung vor. Demnach stellt die Dieselkrise sowie der Wandel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb eine große Herausforderung für viele Unternehmen in der Automobilindustrie dar. Neueste Studien gehen davon aus, dass das heutige Beschäftigungsniveau im Bereich des Verbrennungsmotors sinken wird. Der Fertigungsstandort der Robert Bosch GmbH in Bamberg mit 7.500 Beschäftigten, verteilt auf sechs Werkteile, ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt und aufgrund zahlreicher Verflechtungen zu anderen Zulieferbetrieben ein bedeutender Industriebetrieb in ganz Oberfranken.
Das Werk stellt heute ausschließlich Komponenten für die Verbrennungstechnik sowohl für Benzin- als auch Dieselmotoren her. Seit vergangenem Jahr investiert Bosch Bamberg in die Erschließung zukunftsgerichteter Produkte und Geschäftsfelder.

Neue Geschäftsfelder und Produkte in Bamberg etablieren

Aus einem ausführlichen Bericht der Süddeutschen Zeitung (bereits v. 26.3.) ist zu entnehmen, „dass schon bisher die Werksleitung den sinkenden Absatz von Diesel-Komponenten durch den Ausfall ganzer Schichten abpuffert. Die Mitarbeiter können das laut dem Betriebsratsvorsitzenden Mario Gutmann noch ganz gut über ihre Arbeitszeitkonten ausgleichen. Diese seien aus guten Tagen recht ordentlich gefüllt. »Aber wenn die Zeitkonten aufgebraucht sind, haben wir alle ein Problem.« Erstmals werde die Produktion während der Osterfeiertage und der folgenden Ferienwoche weitgehend eingestellt. »Drei Viertel der Belegschaft wird über Ostern nicht arbeiten. Das hat es so noch nicht gegeben.« (…)
Nach Angaben von Bosch gibt es noch keinen Plan für Stellenreduzierungen in den kommenden Jahren. 2019 werde es wieder einen Abbau durch Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitverträge geben, teilt die Pressestelle mit. In welchem Umfang, sei aber offen. (…)
Auf die Frage nach der Zukunft des Bamberger Werks heißt es: »Da heute noch offen ist, welcher Antrieb oder welche Kombination von Antriebsarten wann vorherrschen, investiert der Standort sowohl in neue Produkte und Geschäftsfelder, wie die stationäre Brennstoffzelle, als auch in die Weiterentwicklung von Verbrennertechnologie.« Die Einspritzsysteme für Benzin- und Diesel sollten »kontinuierlich verbessert"« werden. »Bosch ist überzeugt, dass der Diesel beziehungsweise Verbrenner weiterhin wichtig bleibt im Mix der unterschiedlichen Antriebsarten.«“
Das Fazit von Staatssekretär Roland Weigert nach dem Unternehmensbesuch: »Der Bosch-Standort Bamberg ist hochinnovativ aufgestellt. Wir brauchen den Diesel auch in Zukunft als effiziente und sparsame Technologie und sollten uns davor hüten, ihn kaputtzureden.«
28.3.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.