Die Pläne für ein neues Atrium gefallen. Besonders der neue Platz an der Ludwigstraße weckt Hoffnungen. Die einzig kontroverse Frage: Warum nicht auch Wohnungen?

Eine Bausünde aus früheren Jahren

Das „sinkende Schiff“ oder der „Flugzeugträger“ wie das Einkaufszentrum nahe am Bahnhof oft spottend genannt wurde, wird es so nicht mehr geben. Die »Bausünde aus früheren Jahren«, wie SPD-Stadtrat Heinz Kuntke das Bauwerk benannte, wird ausgemerzt. Das neue Atrium wird deutlich schlanker und offener als das alte – und begeistert die Mitglieder des städt. Bau- und Werksenats.
Der Vorhabenplan des Architekturbüros Bornhofen sieht einen Teilumbau der bisherigen Gebäudesubstanz vor. Der nördliche Teil bis zum Kino wird abgetragen und mit neuen Geschosshöhen wieder aufgebaut. Ab dem weiter bestehenden Kino bleiben alle tragenden Elemente des Gebäudes erhalten. Sie werden im südlichen Bereich durch Büroflächen im Erdgeschoss und im Bereich des obersten Vollgeschosses des Parkhauses ergänzt. Ein neuer Fahrstuhl- und Treppenturm verbindet die Bereiche funktional miteinander und gliedert künftig die langestreckte Fassade.
Zentrales Gestaltungselement der neuen Freiraumplanung ist der Abschnitt des zurückgebauten Bauteils am nördlichen Abschnitt der Ludwigstraße. Hier werden eine neue Platzfläche sowie eine verkehrsberuhigte Fläche im Bereich der zurückgesetzten neuen Fassade geschaffen. Die Schaffung von begrünten Ruhezonen sowie am Bürgersteig in Richtung Pfisterbergbrücke stieß auf große Zustimmung. Für die Einrichtung von drei bis fünf ÖPNV-Haltestellen setzte sich Herbert Lauer (BA) ein. 

Der schwierige Lärmschutz spricht gegen Wohnungen

Die verkehrliche Erschließung des Gebäudekomplexes erfolgt für den motorisierten Verkehr maßgeblich durch die bereits bestehende zentrale Zu- und Ausfahrt des Parkhauses. Die 700 Parkplätze im Parkhaus werden erhalten bleiben. Für die neu gestalteten Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss wird eine neue Parkierungsfläche innerhalb des Gebäudes definiert.
Insgesamt wird die Handelsfläche von zuletzt 16.000 m² auf künftig 7.000 m² reduziert. Neben Restaurants soll auch es auch einen Lebensmittelhandel geben.

In der Debatte des städt. Bausenats lobten alle grundsätzlich die vorgelegte Planung. Einzig in der Frage „Warum keine Wohnungen?“ gab es Dissens. Ralf Dischinger, der GAL-Sprecher im Bausenat betonte, dass nach Auffassung seiner Fraktion im neuen Atrium auch Wohnraum entstehen könnte - »in welcher Form auch immer«. Nach Auskunft von Architekt Matthias Bornhofen haben die Investoren von Eyemaxx Lifestyle Development erst vor kurzem die Pläne für eine Wohnnutzung wieder verworfen. Gründe seien der schwierige Lärmschutz und dass sich die geplante Zahl von 80 sog. Serviceappartements nicht realisieren lasse. »Ein stark wachsendes Bamberger Unternehmen will rd. 3000 m² Bürofläche im Atrium anmieten, um Mitarbeiter dort unterzubringen.« Bornhofens Auskunft führte dazu, dass sich die BA-Fraktionsmitglieder, die sich ursprünglich auch für die Wohnungsidee eingesetzt hatten, von dem Ansinnen zurückzogen. Die Vertreter der GAL ließen sich allerdings nicht überzeugen.
30.7.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.