Entgegen anderer Berichte in den vergangenen Monaten streicht Brose 400 Arbeitsplätze an den Standorten Bamberg und Hallstadt. Auch weitere Streichungen scheinen nicht ausgeschlossen.

Einfach eine schöne Zahl gesagt?

Es ist noch keine vier Wochen her, dass Oberbürgermeister Andreas Starke bei einer Ortsbegehung in Kramersfeld sagte: »Die Unternehmensgruppe in Bamberg wird von derzeit ca. 700 auf ca. 2400 Arbeitsplätze weiter ausgebaut werden“. Entweder  hat er sich geirrt oder einfach eine schöne Zahl gesagt – was nicht das erste Mal wäre.« Fakt ist nun, dass nach Bosch, Michelin nun auch bei Brose Personal abgebaut wird.
In der Region Bamberg sind immer noch 20 000 Beschäftigte in der Automobilwirtschaft beschäftigt. Eine Tatsache, die sich viele Bürger/innen und Lokalpolitiker/innen verstärkt bewusst machen sollten. Es ist zu befürchten, dass die Krise der Automobilindustrie sich besonders bei den Zulieferern negativ auswirkt. Arbeitnehmer/innen treibt die bange Frage um: Welcher Betrieb ist der nächste und bin ich dabei?

Bosch: Brennstoffzelle als ein neues Geschäftsfeld?

Auch OB Andreas Starke möchte jetzt »weitere Turbulenzen« in der Automobilwirtschaft der Region nicht ausschließen. Die offene Frage sei, was nach dem Verbrennungsmotor kommt, der insbesondere bei Bosch-Bamberg eine Schüsselrolle einnimmt. Bekannt ist, dass der E-Motor deutlich weniger Arbeitskräfte beansprucht, als z.B. die in  Bamberg u.a. produzierten Teile für die Diesel-Hochdruckeinspritzung oder die Benzin-Direkteinspritzung. Wie man hört, versucht man bei Bosch-Bamberg eine Vorserienproduktion für die Brennstoffzelle als ein neues Geschäftsfeld aufzubauen. Das könnte Zukunft bedeuten.
Man wird auch sehen, was Stadt und Landkreis zustande bringen, die mit Hilfe einer »Taskforce« alles dafür tun wollen, um die Folgen der Brose-Entscheidung abzufedern und etwa Auszubildende in anderen Unternehmen unterzubringen.
Laut einem FT-Bericht von heute spricht die Brose-Unternehmensgruppe von einem massiven Gewinneinbruch bei einem stabilen Umsatz, der weltweit knapp über sechs Milliarden € liegt. FT-Chefreporter Michael Wehner schreibt: „Brose hustet, und Stadt und Landkreis Bamberg rechnen mit einer langwierigen Lungenentzündung.“
19.10.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.