Politiker und Betriebsräte fränkischer Automobilzulieferer waren zu einer "Bamberger Runde" nach Berlin eingeladen worden. Sie hatten Bundeswirtschaftsminister Altmaier um Hilfe gebeten.

Industrie, Universität und Infrastruktur bieten optimale Voraussetzungen

Die Probleme der fränkischen Automobilzulieferer werden jetzt in Berlin diskutiert. Nachdem Politiker und Betriebsratsvorsitzende von Bosch, Michelin und Schaeffler Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in einem Brief um Hilfe gebeten hatten, waren sie gestern zu einem Gespräch im Berliner Wirtschaftsministerium eingeladen.
In dem Brief hatten sie sich besorgt über die Situation der Automobilindustrie gezeigt und um Hilfe für die Region Bamberg gebeten. Dort sind rund 20.000 Menschen in Zulieferbetrieben beschäftigt. Der französische Reifenhersteller Michelin hat angekündigt, das Werk in Hallstadt zu schließen.
Brose und Schaeffler wollen Stellen streichen, bei Bosch arbeiten immer mehr Beschäftigte in Kurzarbeit. Dabei, heißt es in dem Brief, böten Industrie, Universität und Infrastruktur optimale Voraussetzungen, um Bamberg zu einer Modellregion für neue Antriebe und Mobilitätskonzepte zu entwickeln.
Der Delegation gehörten u.a. Staatssekretär Thomas Silberhorn, Landrat Johann Kalb, Oberbürgermeister Andreas Starke, die Bürgermeister von Hirschaid und Hallstadt Klaus Hohmann und Thomas Söder, sowie die Betriebsratsvorsitzenden Mario Gutmann (Bosch), Josef Morgenroth (Michelin) und Andreas Sänger (Schaeffler) an.

Das Ministerium will Förderung „wohlwollend“ prüfen

Laut einer Mitteilung des Presseamtes der Stadt Bamberg kam man zu folgendem Ergebnis:
Die Bamberger Vertreter haben vorgeschlagen, dass die Region Bamberg zur Modellregion wird, um den Transformationsprozess der Automobilzuliefererindustrie aktiv zu gestalten. Dazu soll Bamberg ein Reallabor werden, um insbesondere die Brennstoffzellentechnologie als neues Geschäftsfeld der Firma Bosch zu fördern. Das Bundeswirtschaftsministerium habe zugesagt, die Förderkulisse wohlwollend zu prüfen und den begonnenen Forschungs- und Entwicklungsprozess konstruktiv zu unterstützen.
Gemeinsam, also in enger Kooperation zwischen der Stadt Bamberg, dem Landkreis Bamberg, den Unternehmen und Betrieben und den zuständigen Ministerien auf Bundes- und Landesebene, soll nun auf Arbeitsebene an der Umsetzung gearbeitet werden.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (>Bild l.) will Bamberg im Frühjahr des Jahres besuchen.
14.1.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs nicht direkt freigeschaltet, sondern erst überprüft. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.

Kommentare   
+14 # Ralph Kloos 2020-01-14 10:02
Ich bin ja nun alles andere als ein Spezialist für Mobilität und deren industrielle Betriebskonzepte - aber wenn man sich mit Jugendlichen und Millennials unterhält, ist mir persönlich aufgefallen, dass es da einen Trend zu geben scheint: die wollen großteils gar kein eigenes Auto mehr haben …

Zu unserer Zeit war ein eigener Wagen absolute Pflicht - wer keinen fahrbaren Untersatz hatte, war "abgehängt". Die Kids von heute sehen das anders … und da helfen dann auch keine Ministerrunden in Berlin: wenn die Nachfrage nicht mehr da ist, helfen auch keine Subventionen, sondern nur noch ein UMDENKEN.
Antworten | Dem Administrator melden
+13 # GodFather 2020-01-14 10:11
Soso, haben die alten Herren einen schönen Betriebsausflug nach Berlin gemacht, hoffentlich haben sie auch noch ein Kabarett besucht, damit es sich für sie irgendwie gelohnt hat.
Brennstoffzellen: seit den 60ern bekannt und erforscht. Schon Anfang der 90er bei Daimler in Testfahrzeugen. Hat sich nicht durchgesetzt. Aber man kann ein bisschen Hoffnung drauf werfen und sich in die eigene Tasche lügen, um nicht darüber reden zu müssen, dass man den Anschluss verpennt hat.
Nur ein Punkt: Wasserstoff betanken funktioniert nur bei sehr starker Kühlung, da werden Tankvorgänge ewig lange dauern. Für PKW keine Lösung.
Ich hoffe, den Entwicklungsverhinderern hilft der Betriebsausflug nicht über die kommende Wahl.
Antworten | Dem Administrator melden
+5 # Marty McFly 2020-01-16 19:03
@ godfather:
Beim Tankvorgang arbeitet man anfangs mit ca 200 bar und das steigert sich auf bis zu knapp 700 bar. Ca. 1 kg H2 wird pro Minute in den Tank gepumpt; Sie können mit ca 3 Minuten rechnen um ein Mittelklassewagen vollzutanken.
Also überschaubar, insbesondere zum Vergleich beim E-Auto.
Und ja es gab schon vor über 30 Jahren die Technologie aber damals fehlte der politische Wille es zu fördern als auch die Erkenntnis es ist klimapolitisxh notwendig.

Meine persönliche Meinung:
1. Bamberg (und viele andere automobillastige Regionen) brauchen politische Hilfe weil die Politik hat den Strukturwandel maßgeblich durch die blanke Fokussierung auf Elektromobilität mitzuverantworten.
2. Es wird nicht nur einen einzige Antriebstechnologie geben... es wird Elektroautos (mit weniger Kobalt Im Akku) für Kurzstrecken geben, Verbrenner/Hybrid, Brennstoffzellen für Längere Wege und ÖPNV geben und auch hoffentlich saubere Diesel (wenn die Politik will: https://www.focus.de/auto/news/care-diesel-medienbericht-behoerden-lassen-sauberen-diesel-nicht-zu_id_11309187.html)

Zum Thema Brennstoffzelle/Wasserstoffautos empfehle hier gern folgende Dokumentation:
https://youtu.be/41LKbkQV_k4
Antworten | Dem Administrator melden
+4 # GodFather 2020-01-16 21:07
@marty danke für den link, das werde ich mir ansehen. strom hat im vergleich zur verfügbarkeit von wasserstoff den vorteil, dass er überall zur verfügung steht und die pkw theoretisch immer und überall nahe an ladefähigen punkten herumstehen, 23 stunden am tag. vielleicht unterschätze ich den h2 antrieb, klar ist jedenfalls: der diesel wird absaufen so wie die röhrenfernseher, da wird kein deutscher politiker was dran ändern.
Antworten | Dem Administrator melden
0 # Clavius1970 2020-01-18 11:56
Mal für alle Ökoträumer, die den Physikunterricht geschwänzt haben, eine einfache Rechnung. Der Kraftstoffverbrauch in der BRD beträgt derzeit ca. 180 mio ltr/Tag. Das ergibt eine erzeugte Menge an Arbeit in Höhe von ca. 2070 Mio kWh. Unterstellen wir mal dass Elektromotoren nur ca. ein Fünftel (Wirkungsgrad, Rekuperation, etc.) dieser Energiemenge benötigen würden, verblieben immer noch 414 Mio kWh, die landesweit über 12 Std/Tag (sehr positiver Gleichzeitigkeitsfaktor) erzeugt und verteilt werden müssten. Der Anschlußwert für die Energieerzeugung beträgt dann ca. (414/12) 34,5 Mio kW.
Die zuzeit installierte Leistung an Photovoltaik beträgt 45 Mio kWp mit einer erzeugten Menge an elektrischer Arbeit in Höhe von ca. 126 Mio kWh/Tag (einfache Division der Jahreserzeugung ohne Berücksichtigung von Schwankungen aufgrund der Jahreszeiten).
Die zurzeit installierte Leistung an Windkraft beträgt 60 Mio kWp mit einer erzeugten Menge an elektrischer Arbeit in Höhe von ca. 310 Mio kWh/Tag (einfache Division ohne Berücksichtigung von Schwankungen).
Die momentan installierten alternativen Energieerzeuger würden, bei wohlwollender Betrachtung, gerade mal so ausreichen, den Strom für Elektromobilität bei totaler Abschaffung von Verbrennungsmotoren zu erzeugen. Und das Ganze ohne Dunkelflauten, Wirkungsgradbeschönigungen und unrealistischen Gleichzeitigkeitsfaktoren.
Also mal ein mehr nachdenken und weniger polemisieren. Wir brauchen die Energiewende einschl. alternative Mobilität, aber in machbaren Zeiträumen auf Basis realer Fakten.
Was wir nicht brauchen sind Ökoträumer, die offensichtlich nie selbst ein Physikbuch aufgeschlagen haben, oder sich mangels eigener Kompetenz, von Lobbyisten Alles einreden lassen.
PS: Die europäischen Netzbetreiber beraten derzeit über Maßnahmen (zeitliche Steuerung), wie sie bei 1 Mio. installierter Schnellladestellen in Deutschland das Netz stabil halten können. Vielleicht einfach mal Fachleute fragen.
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben

 

 

Bamberchä Deutsch

 

Redensarten und Redeweisen

 B 28
bambln: baumeln. hängen.
Di Baala bambln lossn. Die Beinchen baumeln lassen.

-

Bams, Bamsn: Kind(er).
Daina Bamsn solln ruich sai! Deine Kinder sollen ruhig/still sein.

-

bänaidn: beneiden.
Deä is aa ned dsä bänaidn. Der ist auch nicht zu beneiden.

-

Banda, Bandi: Bande.
Iä said mä dä so a Banda! Ihr seid mir so (dä) eine Bande!

-

Bändl: Band. Schuhsenkel.
Di hod na gands schöö on Bändl. Die hat ihn ganz ganz schön am Band.
Mach dai Bändl dsu, bisd noofliechsd! Mach/schnür deinen Schuhsenkel zu, bist hinfällst! (sonst fällst noch hin)

 Forts.

Weiterlesen ...

Die WeBZet hat keine Mitglieder. Die Anzeige ist systembedingt. 12/19-629- 250 Insgesamt 1417374

Aktuell sind 10 Gäste und keine Mitglieder online

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

Richtlinien für Kommentare

Die Kommentarfunktion der WeBZet wird bei manchen Themen intensiv genutzt. Leider auch mit destruktiver Absicht. „Richtlinien für Kommentare“ sollen vor Missbrauch schützen.

Weiterlesen ...

Copyright © 2015.