Auf einen guten Tag

 

Man klagt so sehr bei jedem Schmerz und freut sich so selten, wenn man keinen fühlt.
Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller

 

Jetzt ist es da, das ersehnte Hygienekonzept für die Gastronomie. Nun müssen die Gastronomen sehen, wie sie es umsetzen können. Auch für die Gäste ist manches gewöhnungsbedürftig.

Was sich in Bayern ab Montag und danach alles ändert

Wochenlang sind Stühle und Bänke in den Biergärten leer geblieben. Damit ist ab Montag Schluss. Wirtschaftsministerium und Gesundheitsministerium haben gemeinsam ein Hygienekonzept für die Gastronomie entworfen. Der Leiter des Bamberger Tourismus- und Kongress-Service (TKS), Michael Heger, hat kurzfristig für die örtlichen Gastronomen eine Zusammenfassung der Regeln herausgegeben. Auch die WeBZet hat daraus einige Hinweise übernommen.
Aus Sicht von Heger sind „ein paar Giftpfeile drin im neuen Hygienekonzept“. Vor allem im Punkt „III. – Bewirtung“, in dem festgelegt wird, dass es eine Reservierungspflicht gibt und Gruppenreservierungen für mehrere Tische unzulässig sind. Das Gruppensegment ist damit aus unserer Sicht tot, schreibt der TKS-Chef, wenn man zusätzlich noch die Regelung mit der Kontaktbeschränkung auf maximal eine Person außerhalb des eigenen Hausstandes hinzuzieht. Immerhin: „Spontanbesuche“ werden unter dem Aspekt der Kontaktdatenaufnahme erwähnt, insofern sind diese offenbar zumindest nicht verboten.

Personalien und Telefonnummern werden aufgenommen

Ansonsten bedeute das Konzept viel logistische Planung, Definition und Ausschilderung der möglichen Kundenwege, Abstand, Abstand und nochmals Abstand, Mundschutz überall wo nötig und möglich, und klare Hygiene- und Reinigungsregeln für das ganze Haus. Der ansonsten vorgeschriebene Mundschutz darf am Tisch aber abgelegt werden. Ab Montag dürfen also Biergärten, Wirtsgärten oder Freischankflächen wieder öffnen. Allerdings muss schon um 20 Uhr zugesperrt werden. Eine Woche später dürfen die Wirte dann die Innenbereiche bis 22 Uhr öffnen.
Kann man dann einfach wieder so in die Gaststätte? Eine Reservierung ist erscheint laut des Hotel- und Gaststättenverbandes sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Zudem werden eintreffende Gäste vom Personal platziert und ihre Personalien und Telefonnummern aufgenommen. Letzteres soll sicherstellen, dass im Fall des Falles Infektionsketten nachvollzogen werden können.
Viele der Regeln erscheinen machbar, einige können allerdings Schwierigkeiten bewirken. So kann die Zugangsbegrenzung besonders für Bierkeller eine große Herausforderung sein. Sollte beispielsweise an Christi Himmelfahrt schönes Wetter sein und die Menschen, die solche Verordnungen nicht lesen, davon ausgehen, dass sie jetzt alle wieder auf den Keller passen, dann kann es da zu einem ziemlichen Hauen und Stechen kommen. Enttäuschung und Verärgerung und Verwirrung ist vorprogrammiert, für beide Seiten!
15.5.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s.rechte Spalte unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+9 # Bergradfahrer 2020-05-16 11:37
Na, prima, wieder reinster Dilettantismus am Werk. Die Datenerhebung ist im Papier der Staatsregierung in keiner Weise geregelt. Es fehlt schon einmal die Einverständniserklärung zu Erhebung, Speicherung und Verarbeitung und Nutzung der Daten. Es wird auch nicht darüber informiert. Allerdings sind das fundamentale Grundsätze der Selbstbestimmung über die eigenen Daten. Das Ding kippt jedes Verwaltungsgericht im Handumdrehen. Jeder Wirt brauchte im Grunde zudem einen Datenschutzbeauftragten und dokumentierte Maßnahmen zu Datensicherheit, weil es sich um sensible, personenbezogene Daten handelt. Mit wem ich wann bei Essen bin, kann durchaus vertraulich sein. ;-) Es muss ein Verfahrensverzeichnis nach DSGVO zudem erstellt und einsehbar sein.

Wer haftet für Verstöße im Sinne des BDSG? Muss der Wirt dann evt. Gelder von schnell mal 250.000 € zahlen, wenn ihm Daten abhanden kommen oder jemand die missbraucht? Oder setzen wir das BDSG einfach mal schnell aus? Ist ja Katastrophenfall, das dürfen wir mit dem Bürger grundsätzlich alles machen.

Au weh, da hat mal wieder ein Politiker die Fachabteilung nicht gefragt.
Man kann auch auf eine Datenpanne warten und die Staatsregierung anzeigen? Der Bußgeldrahmen des BDSG geht bis 20.000.000 €. ;-)

So leid es mir um die Gastronomie tut, ich gehe unter den Umständen nicht hin. Bei dem Affenzirkus schmeckt das beste Bier nicht mehr!
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-3 # supi 2020-05-16 18:12
Wo ist das problem ? Wenn das alles so mühsam ist, mit soviel mühsal verbunden sowohl für den gast als auch den gastronom, dann soll der eine zuhause bleiben und der andere geschlossen halten und gut ist es , nur das ständige gejammere nervt
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+12 # Clavius1970 2020-05-17 16:46
Das Hygienekonzept setzt doch den bisherigen Affenzirkus an Vorschriften in der Gastronomie nur noch fort. Das Gasthöfe- und Brauereisterben ist hier doch ein deutliches Indiz.
Die Kosten für die notwendigen Maßnahmen zur Wiederöffnung werden nicht wenige Gastronomen davon abhalten ihre Betriebe zu öffnen. Bei reduzierten Personalkosten rechnet sich die ToGo-Variante vielleicht sogar besser. Bei den persönlichen Angaben wird es vermutlich etliche Namensgleichheiten geben. Monika Mustermann fällt mir da ein. Auch die Telefonnummer dreizweieinssechsacht könnte zu neuen Ehren kommen. ;-)
Ist aber nicht weiter schlimm, da die Nachverfolgung von Infektionsketten sowieso am Wochenende nicht stattfinden wird. Monatelang haben es die zuständigen Behörden doch nicht einmal geschafft die Statistiken kontinuierlich auch über das Wochenende fortzuschreiben. Die größte Krise des Landes seit 1945, aber die Behörden machen Freitag im sicheren Homeoffice pünktlich Schluss. Bevor unsere Politiker große Töne spucken, sollten sie erstmal ihre eigenen Läden auf Trab bringen.
PS: Jetzt ist die Hausfrauenpolemik wieder mit mir durchgegangen. :-)
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B 36
Bauän|fümbfä: Bauernfünfer. Schlitzohr.
Deä Bauänfümbfä hod mi aamol übäs Ooä kaud, a dswaidsmol bassiäd mä däs nimmä. Der Bauernfünfer hat mich einmal übers Uhr gehauen, ein zweites Mal passiert mir das nicht mehr.

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Bauänramml: Bauernrammel.
Du Bauänramml, du raigschnaidä! Du hergelaufener Bauernrammel/-lümmel.

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Bauärai: Bauerei. Hausbau oder Landwirtschaft.
Edsd langd mäs mid dä Bauärai. Jetzt reicht mir´s mit der Landwirtschaft/Feldarbeit/Hausbauerei.
Mid dä Bauärai is nimmä waid heä. Mit der Landwirtschaft ist es nicht mehr weit her/kein Staat mehr zu machen.

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Bauch, Böchd, Boich: Bauch, Bäuche.
Mai Bauch hod aa mai Gäld gäkosd. Mein Bauch hat auch mal Geld gekostet.
A Böchd grössä wi dä annä. Ein Bauch größer als der andere.
Boich aidsieng, iech will durch! Bäuche einziehen, ich will durch!

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Bauchä: missglückter Kopfsprung ins Wasser mit Bauchlandung.

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bävoä, bävoäsd: bevor, vorher.
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