Erweiterung von Brose: ein Gewinn für alle

Brose plant die Verdreifachung seiner Kapazitäten am Standort Bamberg. Der Stadtrat stellt die Weichen für weitere Bauabschnitte und wird dafür sechs Mio € investieren.

Brose will einen Teil der Kosten übernehmen

Bereits 2012 hatte der Bamberger Stadtrat der Fa. Brose die Option zum Erwerb weiterer, arrondierender Grundstücksflächen gegeben. Die Stadt Bamberg unterstützte das Vorhaben des Automobilzulieferers mit städt. Leistungen in Höhe von 11,5 Mio €. Die Absichten der Firma (z.B. die Übernahme des Sonderflugplatzes durch die Stadtwerke und seine privilegierte Nutzung durch Brose) waren teilweise sehr umstritten. Insbesondere die damalige grüne Fraktion (GAL) stellte sich mit teilweise entschiedener Kritik gegen die Pläne von Brose.
Im Bausenat des Stadtrates wurden jetzt die neuen Pläne der Firma, Bauabschnitt 2 bis 5, diskutiert – und schließlich einstimmig beschlossen. Die Erweiterung von Brose wird wieder mit einem Bündel von der Stadt finanzierter Maßnahmen unterstützt.
Der kostspieligste Einzelposten wird der Neubau der Einmündung der Zeppelinstraße in den Berliner Ring sein; der Knotenpunkt soll für die erwartete Verkehrsbelastung ertüchtigt werden. Über eine Stichstraße, die von der Memmelsdorfer Straße abzweigt, sollen zudem die neuen Firmengebäude im Norden erschlossen werden. Eine dort bestehende Tennishalle wird dafür abgebrochen. Laut dem Sitzungsbericht des Baureferats verursacht die Erweiterung des Firmengeländes von den nötigen Gutachten bis zur Kampfmittelbeseitigung, vom Straßenbau bis zur Entsiegelung ehemaliger Militärflächen Kosten von sechs Mio. €. Einen Teil der Kosten will Brose übernehmen.

Kein Streit um Naturschutzbelange zu erwarten

Die Planungsunterlagen des Baureferats zeigen, dass der Neubau der Einmündung Berliner Ring/Zeppelinstraße eine Verlegung des derzeit in großen Teilbereichen verrohrten Seebachs erforderlich macht. Die Offenlegung des Seebachs und dessen Renaturierung sowie die Entsiegelung der ehemals militärisch genutzten Shelter-Flächen würden ein großes ökologisches Potential mit der Anlage neuer biotopartiger Flächen eröffnen. Der Seebach entwässert den nördlichen Hauptsmoorwald und verläuft am Rande des Flugplatzes bis zur Zeppelinstraße. Die Erweiterung der Firmenanlagen bewirkt andererseits, dass Sandmagerrasenflächen mit artenreicher Flora verschwinden.
Dennoch steht diesmal kein Streit um die Belange des Naturschutzes zu erwarten. In der Senatssitzung äußerten sich Lucas Büchner (Grünes Bamberg/ÖDP/Volt) und CSU-BA-Sprecher Dr. Franz-Wilhelm Heller gleichermaßen positiv über das Ergebnis der Verhandlungen. Es sei für alle eine win-win-Situation. Der Senat segnete die Pläne der Firma Brose einstimmig ab.
27.9.20 Bilder: webzet; Stadtplanungsamt Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.