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Stand: 7.3. 2021 > Fälle in Stadt Bamberg: 2.188 +zum Vortag  und  Lkr. Bamberg: 3.828 +13 z.V. > 7-Tages-Inzidenz: Stadt Bbg: 49,1  // Lkr. Bbg 42,8  Quelle: Bay. LA f. Gesundheit u. Lebensmittelsicherheit

Städte im (unguten?) Wettbewerb

Der Automobilzulieferer Brose will seinen Firmensitzes in Coburg vergrößern. Noch lehnt die Stadt den gewünschten Straßenausbau ab. Bamberg kommt als Alternative immer mehr ins Spiel.

Die Kosten sollen etwa 26 Mio € betragen

Rund 130 Millionen Euro will Brose in den nächsten Jahren in Coburg investieren. Dafür soll die Bundesstraße 4 im Stadtgebiet vierspurig ausgebaut werden. Der Coburger Stadtrat hat diesen Ausbau bisher mit einer großen Mehrheit abgelehnt. Und auch jetzt zeichnet sich - noch? - nicht ab, dass diese Forderung erfüllt wird.
Besonders die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen im Coburger Stadtrat ist dagegen. Die Fraktion bevorzuge den wesentlich kürzeren Weg zum Firmengelände im Süden der Stadt. Die Straßenführung könne man ausbauen und ertüchtigen. Der von Brose angedachte Anfahrtsweg über die ausgebaute B4 zum Firmengelände bedeute pro Fahrt einen Umweg von sechs Kilometern, lautet die Kernaussage der grünen Fraktion.
Zudem seien die Kosten von etwa 26 Mio € zu hoch und der Ausbau könnte auf Kosten der Bahnverbindung gehen. Auch der Lärm für die Anwohner würde zunehmen.

Stadt Bamberg voll in der Planung

Brose hat den Druck indes weiter erhöht und unter anderem eine mögliche Verlagerung des Firmensitzes nach Bamberg ins Spiel gebracht. Laut Brose hätten die Stadt und der Stadtrat in Bamberg bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Unternehmen auf einem bereits erworbenen Grundstück zeitnah mit Baumaßnahmen beginnen könne. Im Fränkischer Tag v. 11.2.21 wird dazu Bambergs Wirtschaftsreferent Stefan Goller genannt: Die Stadtverwaltung sei dabei, im laufenden Austausch mit der Fa. Brose den zweiten Bauabschnitt planungsrechtlich auszuweisen und durch notwendige Infrastruktur- Maßnahmen zu begleiten.
Bereits 2012 hatte der Bamberger Stadtrat der Fa. Brose die Option zum Erwerb weiterer Grundstücksflächen gegeben. Die Stadt Bamberg unterstützte damals das Vorhaben des Automobilzulieferers mit städt. Leistungen in Höhe von 11,5 Mio €. Die Absichten der Firma (z.B. die Übernahme des Sonderflugplatzes durch die Stadtwerke und seine privilegierte Nutzung durch Brose) waren teilweise sehr umstritten. Insbesondere die damalige grüne Fraktion (GAL) stellte sich mit teilweise entschiedener Kritik gegen die Pläne von Brose.
Im Bausenat des Stadtrates wurden bereits im September 2020 die neuen Pläne der Firma, Bauabschnitt 2 bis 5, diskutiert – und schließlich einstimmig beschlossen. Die Erweiterung von Brose soll wieder mit einem Bündel von der Stadt finanzierter Maßnahmen unterstützt werden. Das wäre der Neubau der Einmündung der Zeppelinstraße in den Berliner Ring, um die erwartete Verkehrsbelastung zu bewältigen. Über eine Stichstraße, die von der Memmelsdorfer Straße abzweigt, sollen die neuen Firmengebäude im Norden erschlossen werden. Die dort stehende Tennishalle würde dafür abgebrochen. Die Erweiterung des Firmengeländes soll rd. sechs Mio. € kosten. Einen Teil davon will Brose übernehmen.
Widerstand gegen die Pläne hat sich bisher nur beim BUND Naturschutz Bamberg geregt (vgl.webzet v.19.11.20) Kritisiert wird vor allem der Flächenverbrauch durch ebenerdig angeordnete Autoparkplätze.
Nachdem bis zur Neuwahl 2020 die frühere GAL-Fraktion stramm an der Seite des Bund Naturschutz stand, wird sich jetzt zeigen, wie sich die Fraktion Grünes Bamberg verhält.
15.2.21 Bilder: webzet-Symbolbild in der Titelleiste. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
-6 # supi 2021-02-15 16:03
Also ich dachte immer das wort wettbewerb sei positiv besetzt, so wird es dich landauf landab gepredigt und nun soll es einen negativen anstrich bekommen, aber was soll's. Es kann ja sein, dass die verkehrsführung über den suedkreisel sinnvoller und umweltschonender ist, weil bereits erschlossen und ausgebaut. Aber das ist doch nicht das problem. Wenn Herr Stoschek den ausbau der bundesstraße eben will, selbst wenn dem die bahn und eine brücke im wege stehen, dann will er das trotzdem, also punkt und basta, wo ein wille ist, da ist auch ein weg, also der ausbau.
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+2 # FranzKe 2021-02-16 09:18
Das sieht galt so aus, als hätte sich die Stadt Bamberg vorher mit Brose (Starke/Stoschek) abgesprochen, damit dann ein kräftiges Drohpotential auf die Coburger ausgeübt werden kann. Spricht für Politik und für Charaktere.
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