WIRTSCHAFT - GEWERBE

Soll Bamberg wirtschaftsfreundlich sein?

Vielleicht kämpft die Stadt - gegen sich selbst - auf verlorenem Posten! Aus Sicht der Wirtschaftsförderung ist es wichtig, dass Bamberg als wirtschaftsfreundlich wahrgenommen wird.(105s)

Auch Vertreter der Bamberger Wirtschaft kamen zu Wort

In einer Sondersitzung am 28.4.21 hat sich der Bamberger Stadtrat mit den Zielvorstellungen zur Wirtschaftsförderung befasst. Zunächst hat die Stadtverwaltung einen Sitzungsbericht vorgelegt, in dem umfassend ein Zielkatalog beschrieben wurde. Im Anschluss kamen auch Vertreter der Bamberger Wirtschaft zu Wort: Dr. Martin Schultz, kfm. Leiter des Boschwerkes Bamberg; Manfred Amon in seiner Eigenschaft als Kreishandwerksmeister sowie Niklas Volland, Geschäftsführer des start-ups bytabo GmbH.Im Sitzungsvortrag der städt. Wirtschaftsförderung wurden als “wesentliche lokale Herausforderungen” benannt:

+ der Erhalt einer lebendigen Innenstadt mit einem ausgewogenen Mix an großen Einzelhandelsfilialisten als auch habergeführten Fachgeschäften, Restaurants, Cafés und Märkten.
+ der Gewerbeflächenmangel, konkret fehlen größere, zusammenhängende Flächen für Unternehmensan- und -umsiedlungen.
+ Entwicklung eines stadtverträglichen Hotelkonzepts

“Überregionale Trends bzw. Herausforderungen, um sich im regionalen sowie im internationalen Wettbewerb behaupten zu können”, sind

+ die Transformation in der Automobilindustrie
+ Entwicklung der Zukunftsbranchen IT und Gesundheit
+ Digitalisierung
+ Klimawandel

Aus den Darstellungen nimmt die Wirtschaftsförderung für sich in Anspruch, die lokalen Herausforderungen als auch die Trends der Zukunft zu kennen und angemessen mit dem ihr zur Verfügung stehenden Instrumentarium zu reagieren. Dabei wird nachdrücklich darauf hingewiesen, “dass die Wirtschaftsförderung lediglich Einfluss auf die Rahmenbedingungen von Unternehmen und Betrieben nehmen kann”.

Zu rasche Abschaffung der Verbrennungsmotoren bewirkt soziale Verwerfungen

Das Wirtschaftsreferat nimmt explizit Stellung zur “langen Tradition” als Standort der Automobilzulieferindustrie. “Tausende von Arbeitsplätzen hängen an diesem Industriezweig”, heißt es. Folglich gelte es, die hier ansässigen Unternehmen in ihren Bestrebungen zur Bewältigung der Transformation bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus habe Bamberg in den beiden Zukunftsbranchen IT und Gesundheit die Chance, eine langfristige Diversifizierung am Wirtschaftsstandort aufzubauen.

Mehr oder weniger deutlich unterstützte Dr. Martin Schultz, kaufmännischer. Leiter des Boschwerkes, die Einschätzungen der städt. Wirtschaftsförderung. Dabei redete er den “optimierten Verbrennungsmotoren” das Wort. »Bitte verteufeln sie nichts!« appellierte er an die Ratsversammlung. »Die zu rasche Abschaffung der Verbrennungsmotoren wird soziale Verwerfungen bewirken«. Schultz erläuterte allerdings auch die Bemühungen von Bosch andere Motorkonzepte zu entwickeln.

Kreisanwerksmeister Manfred Ammon stellte die Rolle der Handwerksbetrieb heraus. Bamberg habe in Oberfranken die größte Betriebsdichte. In der Stadt gebe es derzeit 490 Auszubildende. Viele Handwerksbetrieb hätten Grundstücksbedarf. »Ohne entsprechende Angebote werden Betriebe die Stadt verlassen.« Amon wies darauf hin, dass Handwerker auch in der Innenstadt auf Kraftfahrzeuge angewiesen seien.

Aus Sicht des Start-up-Unternehmens sprach Niklas Volland. Er stellte »kundenorientierte Produktentwicklung« und eine »gute Vernetzung mit anderen Betrieben« als wichtige Aspekte für den Erfolg seines Unternehmens heraus. Es gehöre zu den 25 erfolgreichsten Start-ups in Deutschland.
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3.5.21 Bilder: Marionettentheater; webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

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