WIRTSCHAFT    

"Maß ist voll": Protest gegen höhere Biersteuer

Verbraucher müssen sich auf höhere Bierpreise vornehmlich in Märkten einstellen. Das Bundesfinanzministerium plant die Biersteuer zu erhöhen. Oberfranken besonders betroffen.

Existenzgefährdend für kleine und mittelständische Brauereien

Die für Ende dieses Jahres geplante Erhöhung der Biersteuer würde die Region Oberfranken mit der angeblich höchsten Brauereidichte der Welt hart treffen. Steuerpolitisch ist die Sache insofern etwas kompliziert, weil die große Koalition 2021 kleine und mittelständische Brauereien wegen der Corona-Krise von der Biersteuer entlastet hatte. Jetzt soll die Ampelregierung diese Ermäßigung zum Ende des Jahres wieder streichen wollen. Die Streitfrage ist, ob in der aktuellen Phase konstant hoher Inflation und stark gestiegener Rohstoffpreise wie Energie, Transport, Gersten- oder Weizenmalz die Rücknahme der ermäßigten Biersteuer existenzgefährdend auf die kleinen und mittelständischen Brauereien wirken kann. Entsprechend lautstark wird gefordert, an der Biersteuer zum ermäßigten Satz festzuhalten.

Erinnerung an den “Bamberger Bierkrieg”

Wie medial verlautet wird, sind die ersten Preiserhöhungen der großen Brauereien Jahren angelaufen. Genaue Zahlen werden hierbei noch nicht genannt. Von Fachleuten wird geschätzt, dass der Kasten Bier mit 20 Halbliterflaschen um etwa 1 € teurer werden könnte.
Die konkrete Erhöhung der Biersteuer ab dem 1. Januar 2023 wird von der produzierten Menge der einzelnen Brauereien abhängen. Ein höherer Biersteuersatz soll aber insbesondere die kleinen, handwerklich arbeitenden Betriebe treffen. Das gelte insbesondere in einer Region wie Oberfranken, die die höchste Brauereidichte der Welt haben soll.
Biersteuer-Erhöhungen erinnern die traditionsbewussten Bamberger/innen an den “Bamberger Bierkrieg”, der 1907 in stattfand. Die Bamberger Brauereien wollten damals den Preis für den halben Liter Bier ("Seidla") zum 1. Oktober um 1 Pfennig erhöhen (von 10 auf 11 Pfennig).
Da die Bamberger/innen diese Absicht nicht hinnehmen wollten (die letzte Bierpreiserhöhung war im Jahr 1797), kam es zum Bierstreik bzw. “Bierkrieg”: Das teurere Bamberger Bier wurde bestreikt, stattdessen wurde das billigere Bier aus Forchheim geholt. Nach einer Woche Streik gaben die Bamberger Brauereien (damals viele an der Zahl) nach und zogen die Preiserhöhung zurück. Das Seidla kostete nun wieder 10 Pfennig.
Lang ist’s her.

Geschrieben: mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto).  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE   

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Kommentare   
+2 # supi 2022-04-22 16:19
höhere biersteuer - baut jetzt bloss keinen scheiss
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