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  DASEINSFÜRSORGE      

Einkaufsbox durchgeboxt

Grünes Licht vom Innenminister: Über die Öffnungszeiten des Minimarkts in Pettstadt, der Ende März in einer Nacht- und Nebelaktion schließen musste, entscheidet jetzt der Gemeinderat.

"Josefs nahkaufBox" in Pettstadt darf auch sonntags öffnen

Der im Landkreis erste Laden dieser Art der Lebensmittelkette Rewe wird ohne Personal betrieben - und das eigentlich rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Es wirkte deshalb wie ein Donnerschlag, als am ersten Sonntag nach der Öffnung die Einkaufsbox kurzfristig schließen musste. Die Folge war viel Ärger und ein grundsätzlicher Diskurs über das bayerische Ladenschlussrecht.
Nach einem mehrwöchigen Tauziehen zwischen den Vertretern der Gemeinde, des Landratsamtes und dem Betreiber Rewe mit dem Bayerischen Innenministerium, wurde eine Lösung gefunden. Unter Vermittlung von MdL Holger Dremel (CSU) konnte Innenminister Joachim Herrmann in einer Videokonferenz dafür gewonnen werden, den Minimarkt in Pettstadt den Status eines Pilotprojektes für den Freistaat einzuräumen. Wie verlautet, sollen insbesondere Landrat Johann Kalb und Bürgermeister Jochen Hack mit der Lösung sehr zufrieden sein - beide standen von Anfang an voll hinter dem in Pettstadt eingerichteten Modell der nahkauf-Box rund um die Uhr und an jedem Tag.

Der Gemeinderat entscheidet alleine über die Berechtigung einer Sonntagsöffnung

Die Lösung für das Pilotprojekt “digitale Einkaufsbox” in Pettstadt sieht vor, dass die Gemeinde Pettstadt von der Möglichkeit der Befreiung des in Bayern geltenden Gesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage Gebrauch machen darf. Dementsprechend kann die Gemeinde Pettstadt die Erlaubnis erteilen, dass die nahkaufBox an der Ohmstraße auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet ist. Der Gemeinderat hatte festgestellt, dass die Schutzziele des Feiertagsgesetzes – Arbeitsruhe, Sonn- und Feiertagsruhe sowie Religionsfreiheit – durch den Betrieb der nahkaufBox im Gewerbegebiet von Pettstadt nicht beeinträchtigt seien. Eine generelle Öffnung sei zum Erhalt der wohnortnahen Versorgung notwendig. Bei einer Schließung an Sonn- und Feiertagen müsse ein wirtschaftliches Scheitern des Projektes befürchtet werden.
Die überregionale Aufmerksamkeit kann jetzt dazu führen, dass auch in anderen Gemeinden solche digitalen Kleinstmärkte errichtet und betrieben werden. Entscheidend wird wohl sein, wie sich dieses Angebot in der Praxis bewährt.

Geschrieben:  mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto).  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

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