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    KARSTADT BAMBERG

Der Spur des Geldes gefolgt

Zu später Stunde ein TV-Bericht zum Thema: Wie “Kaufhauskönig” René Benko … Karstadt versilbert. Aufschlussreich auch für Bamberg. OB Starke will sich “persönlich” für Karstadt Bamberg einsetzen.

Kann ein Oberbürgermeister in der Sache etwas bewirken?

Das Karstadt-Kaufhaus hat für Bambergs Innenstadt Bedeutung. Es muss alles getan werden, um diesen Standort zu erhalten. Nur darf man sich hier nichts vormachen oder noch schlimmer anderen etwas vormachen. Aktuell soll nur jede dritte Filiale eine Bestandsgarantie erhalten. Die rd. 100 Mitarbeiter von Karstadt Bamberg tun das, was sie am besten können: Sie arbeiten verlässlich weiter. Jetzt schaltet sich die Politik mit großen Worten ein. Dass aber der Oberbürgermeister einer Stadt in der Sache etwas bewirken kann, lässt sich bezweifeln - besonders wenn man den o.g. WDR-Bericht gesehen hat. 
Eine Entscheidung über die Zukunft der Karstadt-Kaufhof-Galeria-Filialen soll noch im Januar fallen, heißt es aus der Konzern-Zentrale in Essen. Das Übernahmeangebot des Onlinehändlers Buero.de (WebZ-Bericht “Neuer Besitzer für Karstadt Bamberg" v.8.11.22) hat sich demnach als Luftnummer erwiesen. 
Noch sollen auch andere Investoren im Rennen sein. Grundsätzlich soll aber gelten, dass nur noch etwa jede dritte Karstadt-etc.-Filiale eine Bestandsgarantie erhalten soll.

Ist Benko überhaupt an dem Betrieb der Warenhäuser und dem Erhalt der Arbeitsplätze interessiert?

Die Geschichte wird ebenso interessant wie makaber, wenn in der WDR-Story der Spur des Geldes gefolgt und ein Blick hinter die Kulissen von René Benkos weitverzweigten und undurchsichtigen Firmengeflecht geworfen wird. Da geht es um Briefkastenfirmen in Luxemburg, diskreten Unternehmen in der Schweiz und Familienstiftungen in Liechtenstein und Österreich. Aktueller Eigentümer der insolventen Warenhauskette ist die österreichische SIGNA-Gruppe, die mehrheitlich René Benko gehört.
Dessen Geschäftspraktiken sind umstritten. Derzeit sitzt René Benko in seinem Heimatland Österreich im Rahmen eines Korruptionsverfahrens auf der Anklagebank. Und ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Bestechung gegen ihn führte unlängst zu Hausdurchsuchungen bei seiner Firmengruppe SIGNA. Benko bestreitet in beiden Fällen die Vorwürfe.
Bei Karstadt-Kaufhof-Galeria gelang es Benko, trotz der prekären Lage des Unternehmens, in den letzten Jahren Millionengewinne zu erwirtschaften – auf dem Rücken der Belegschaft, sagen Kritiker. Wie sehr ist Benko überhaupt an dem Betrieb der Warenhäuser und dem Erhalt der Arbeitsplätze interessiert? Oder ging es ihm in erster Linie darum, die wertvollen Immobilien in besten Innenstadtlagen auf Kosten der Beschäftigten zu versilbern, wie Immobilien – und Handelsexperten meinen?
Über den Standort Bamberg eine positive Zukunftsprognose auszusprechen fällt schwer.
Auch wenn sich OB Andreas Starke - “persönlich”, wie es heißt - für den Bamberger Betrieb einsetzen will und dazu ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Miguel Müllenbach führen wird. Er werde “genau begründen, weshalb Karstadt in Bamberg nicht aufgegeben werden darf”, wird Starke im FT zitiert. Oh!
Vielleicht sollte er mit “Kaufhauskönig” Wenko gleich selbst sprechen, möglicherweise würden sie sich "persönlich" besser verstehen. 

Geschrieben: -mdw; vBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto); 

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FranzKe
Es ist richtig, wenn auf die Geschichte des Eigentümers von Karstadt u.a. hingewiesen wird. Aus meiner Sicht ist das kein seriöser Kaufmann. Die Kaufhäuser selbst, das Personal und die Kunden sind dem völlig wurscht.
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Bewertungsbilanz 22.01.23: +5 / 1-

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Werner
Ich lach mich schlapp: als ob der Herr Benko sich auf einen Provinzfürsten einlassen würde. Genau mein Humor. Da aber ja beide kein Problem mit strafrechtlichen Einlassungen haben, wäre das genug Stoff für einen Lokalkrimi im BR. Also weitermachen, Herr Bürgermeister. Ich glaub, Herr Benko lässt bestimmt was springen…..
ich denke weiter an meinem Drehbuch.

Himmel, wirf Hirn herab.
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Bewertungsbilanz 22.01.23: +12 / 3-

10
G. D. Hillert
Das Geschäftsverhalten von Herrn Benko ist Interssierten bekannt. In Bamberg hat er zwar keinen Zugriff auf die Immobilie, aber das Kaufhaus ist trotzdem gefährdet, denn diesen Mann geht es immer nur um seinen Profit und nicht um den Erhalt von Kaufhäusern oder Arbeitsplätzen.
Ich hoffe trotzdem das der "Bamberger Hertie" erhalten bleibt.
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Bamberger
Peter sagte :
WebZ: Kein Denkfehler, sondern schlichtweg vergessen. Auslöser und Schwerpunkt des Artikels ist der WDR-Bericht. Der Eigentums-Sachverhalt ändert nichts daran, dass Karstadt Bamberg in einer prekären Lage ist.

Nun, doch es ändert etwas ob ich eine Filiale aufgebe, deren Immobilie mir gehört oder eine bei der mir die Immobilie nicht gehört.
Im ersten Fall müsste ich mich um Nachmieter oder den Verkauf kümmern. Habe eine Immobilie mit Leerstand und evtl. hohe Wertverluste. Im zweiten Fall sperre ich zu und geben den Schlüssel dem Vermieter.

"beste Innenstadtlage" ist auch so eine Sache. Wird nicht seit Jahren erzählt, die Innenstädte sterben aus?
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Bewertungsbilanz 20.01.23: +3 / 1-

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Baba Yaga
Das Problem ist, dass sich seit Jahrzehnten offenbar niemand traut zuzugeben, dass das Geschäftsmodell nicht mehr in die Zeit passt. Alle haben sie Angst vor Innenstadtverödung. Dabei brauchen die Immobilien lediglich ein anderes Nutzungskonzept, z.B. mit kleineren (gerne individuellen) Läden, Gastro und Dienstleistern. Ansprechpartnerin für Zukunftsfragen ist nicht die Galeria, sondern die Eigentümerin der Immobilien.
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Bewertungsbilanz 21.01.23: +9 / 2-

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Peter
Leider ist im Bericht ein großer Denkfehler enthalten. Das Bamberger Haus gehört zu den vielen Immobilien von Galeria, die Benko/Signa nicht gehören und schon vor Jahren an eine Invest Real Estate verkauft wurde.

WebZ: Kein Denkfehler, sondern schlichtweg vergessen. Auslöser und Schwerpunkt des Artikels ist der WDR-Bericht. Der Eigentums-Sachverhalt ändert nichts daran, dass Karstadt Bamberg in einer prekären Lage ist.
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