MEDIEN

Verheerende Ergebnisse

Wie sieht es mit dem Medienvertrauen der Deutschen aus? Mit dieser und noch weiteren Fragen rund um das Vertrauen der Bevölkerung beschäftigt sich jährlich das Edelman Trust Barometer.

Für 59 Prozent der Deutschen machen die Medien keinen guten Job

Das Edelman Trust* Barometer 2021 ist eine jährliche Umfrage zu Vertrauen in Regierungen, Unternehmen, Medien und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die bereits 21. Mal durchgeführt wurde. Für das Edelman Trust Barometer 2021 wurden zwischen dem 19. Oktober und 18. November 2020 mehr als 33.000 Menschen in 28 Ländern befragt. Die Webzet hat die Ergebnisse für die Deutschen aus dem aktuellen Newsletter (April 21) des Deutschen Fachjournalistenverbands übernommen. 
Dort heißt es: In der Umfrage gaben 59 Prozent der Deutschen an, dass die Medien keinen guten Job machen, wenn es um objektive und überparteiliche Berichterstattung geht, weltweit liegt der Wert bei 61 Prozent. Dass Nachrichtenorganisationen mehr damit beschäftigt sind, eine Ideologie oder politische Position zu unterstützen als die Öffentlichkeit zu informieren, sagen 42 Prozent der Deutschen, weltweit sind 59 Prozent dieser Meinung. 43 Prozent der Deutschen (weltweit 59 Prozent) finden sogar, dass Journalisten und Reporter die Menschen absichtlich durch falsche und übertriebene Informationen in die Irre führen wollen.

Falschinformationen und deren Verbreitung sind eine große Herausforderung

Ein Ergebnis des Trust Barometers ist auch, dass Menschen, die eine schlechte Informationshygiene betreiben und Quellen nicht überprüfen, weniger bereit sind sich gegen Covid-19 zu impfen - 59 Prozent. Bei Menschen, die Informationshygiene betreiben, liegt die Impfbereitschaft bei ausreichender Verfügbarkeit des Impfstoffes bei 70 Prozent. Nach wie vor sind Falschinformationen und deren Verbreitung eine große Herausforderung. So gaben 42 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass sie Informationen, die sie spannend finden, weiterverbreiten (weltweit 57 Prozent). Allerdings checken nur ein Fünftel dieser Menschen diese vor dem Weiterleiten gegen.

*Wikipedia: Edelman ist eine familiengeführte, international tätige Kommunikationsagentur, die im Jahr 1952 von Daniel J. Edelman in Chicago gegründet wurde. Mit über 6.000 Mitarbeitern und 67 Repräsentanzen ist das Unternehmen nach eigenen Angaben und gemäß globaler Rankings mit ca. 894 Mio. $ Jahresumsatz (2017) die größte unabhängige PR-Agentur der Welt.
5.4.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+19 # Eisenbahner 2021-04-05 14:07
Eine Umfrage aus dem letzten Herbst sagt eigentlich mehr als 1000 Worte:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus219289186/Oeffentlich-Rechtliche-Ausgewogene-Berichterstattung-92-Prozent-der-ARD-Volontaere-waehlen-gruen-rot-rot.html
Sind zwar nur die Zukünftigen, allerdings sollte es bei den derzeitigen Medienschaffenden nicht viel anders aussehen!
Da nützen auch die Werbespots die zur Zeit im TV laufen nichts!
Die Überparteilichkeit wurde spätestens mit den Staatsgeldern für die willfährige Presse abgeschafft!
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+12 # Bergradfahrer 2021-04-05 18:40
Der Ausdruck "willfährig" trifft es recht gut. Wir lesen seit Beginn der Corona-Krise von taz bis FAZ, ZEIT bis WELT, SPIEGEL bis Fokus im Grunde das gleiche.
Eine bewusste Gleichschaltung im Sinne einer "Verschwörung" weise ich zurück, jedoch herrscht eine enorme Beflissenheit sich dem gefühlten Imperativ "Wir hören auf DIE Wissenschaft" im Sinne der einen von der Regierung sanktionierten Meinung einiger ausgewählter Berater.
Sorry, wenn ich gleich theoretisch werde:
Vielleicht ist es zu viel erwartet von einem Chefredakteur, dass er weiß, dass Wissenschaft keinen Konsens anstrebt, sondern vom steten Disput und Widerspruch lebt. Der vielzitierte "Konsens der Wissenschaftler", mit dem jeglicher Diskussion und dem Austausch von Argumenten ausgewichen wird, dürfte in einem evolutionären erkenntnistheoretischen Prozess kein Gewicht besitzen. Es ist die Evidenz, die zählt, nicht die Anzahl ausgewählter und vom Machthaber favorisierter Ja-Stimmen. Wissenschaft ist NICHT demokratisch und nicht parteiisch.
Wissenschaft ist auch nicht laut und persönlich abwertend, wie es Frau Mai von Mailab vorexerziert.
Dass sich viele mit Grauen abwenden, wenn die Leitmedien das immer gleiche Lied singen und jede 180-Grad-Wende der Politik und ihrer Berater widerspruchslos mitmachen, das ist nur allzu verständlich.
Besonders beeindruckend finde ich, dass die einzig "linke" Pressestimme derzeit aus der Schweiz in Form der NZZ kommt, in der deutsche Autoren echte Kritik üben (dürfen). Ja, mag man da denken, aus der Schweiz hat es sich in schweren Zeiten immer leichter geschrieben.
Da stellt sich schon langsam die Frage: Soll man da etwas tun, oder gucken wir wieder nur zu?
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+15 # Werner 2021-04-06 14:27
Einspruch zur NZZ: als getreuer Leser der NZZ, kann ich Ihre politische Zuordnung dieses Mediums in keiner Weise bestätigen. Die NZZ ist eine der wenigen unabhängigen, deutschsprachigen Medien, die nicht den hiesigen Zwängen unterliegen.
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+16 # Robert F.M. 2021-04-06 16:01
Die NZZ gilt bei mehr Leuten als einzige deutschsprachige Zeitung, die ausgewogen berichtet. Dabei ist sie keine "linke Zeitung", sondern nur höchstseriös. Es ist doch ein Jammer, wenn in der BRD eine vom Mainstream abweichende Position oft ein Schweizer oder Österreicher vertritt.
Armes Deutschland.

Ich schau übrigens öfters mal ein Talkschau des österr. Fernsehens an.
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+10 # Bergradfahrer 2021-04-06 17:02
Mit "links" meinte ich nicht kommunistisch oder sozialistisch, sondern "nicht konform", also nicht im Gleichschritt mitmarschierend, den zur Zeit die großen deutschen Zeitungen und Zeitschriften gehen. Stimmt, die NZZ enthält noch große Anteile von Freiheit.
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+26 # gablmann 2021-04-05 18:37
Kein Wunder!
Da ist Bamberg das beste Beispiel. Wenn es keine mutigen (Chef)Reporter gäbe, stünde im FT bloß noch vorgekautes von der städt. Pressestelle, was ja meist der Fall ist.
Manipulation kann man das auch nennen - oder gar Probaganda?
Gott sei Dank gibts inzwischen Online-Medien. Diese sind zwar auch mit äußerster Vorsicht zu genießen
ABER DIE WEBZET MACHT NEN GUTEN JOB!!!!
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+8 # DoRo 2021-04-07 11:55
Der FT ist ein gutes/schlechtes Beispiel. Die Hofberichterstattung besonders vor einigen Jahren hat der Zeitung viel Anerkennung gekostet. Kritisches und mutiges Profil hat lange Zeit nur der Alt-Profi M.W. gebracht. Mir scheint allerdings, das der jetzt nach seiner spitzen Feder im (vorläufig) letzten Rathausskandal noch nur eingeschränkt schreiben darf.
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+19 # Werner 2021-04-05 21:07
Für mich gibt es durchaus Gründe, warum ich den Medien in Deutschland nicht alles abnehme:

- Framing
- das Leid mit der PC
- und das dämliche Gendern
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-2 # Baba Yaga 2021-04-06 09:44
Das mit den Medien ist ein durchwachsenes Thema.

Die Menschen müssen schon die klassischen Medien betrachten, Plattformen neueren Datums wie insb. soziale Netzwerke sind nicht als Informationsquelle geeignet und anfällig für gezielte Desinformation, das muss jeder wissen.

Aktuelle Nachrichten sind inhaltlich idR gleichgeschaltet, alle berichten in dieser Rubrik das Gleiche, rauf und runter, Wiederholung über Wiederholung...

Wenn es aber ins Panorama, in die Gesellschaft, in das Feuilleton geht, wird es besser. Themen (auch lange tabuisierte) werden aufgegriffen, aus bestimmten Perspektiven beleuchtet und in die Diskussion gebracht. Das ist an heutigen Medien gut.an erfährt Dinge, die man nicht wusste. Es wird über Probleme geredet, über die niemand spricht.

In der Summe ist die verfügbare journalistische Qualität sicher besser als früher. Wer allerdings Infos aus den sozialen Netzwerken bezieht...dann wundert mich garnix mehr.
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+12 # Frank Reich 2021-04-06 16:35
https://www.welt.de/vermischtes/article145484123/Aktenzeichen-Posse-um-schwarzen-Vergewaltiger.html

Pressezensur !? DDR !?
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0 # supi 2021-04-12 16:55
Nun sagen wir mal so, der schlechten ruf kommt nicht von ungefähr, mall an die eigene nase fassen.
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