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Es ist soweit! Die lange umstrittenen Großgemälde im Sitzungssaal des Rathauses am Maxplatz werden entfernt. Grund ist das Verhalten des Malers Fritz Bayerlein in der NS-Zeit.

Antrag von Grünes Bamberg, SPD, ÖDP, Volt und Die Partei

In der Vollsitzung des Stadtrates heute am 22.7.20 wird es wohl geschehen: Der Stadtrat beschließt die Abhängung und Einlagerung der Gemälde Fritz Bayerleins. Die Verwaltung wird beauftragt, Vorschläge über eine Neugestaltung der Wände im Sitzungssaal zu erarbeiten und dem Stadtrat vorzulegen.
Im Sitzungsvortrag der Stadtverwaltung heißt es dazu: „Die Werke des Bamberger Malers Fritz Bayerlein im Großen Sitzungssaal im Rathaus Maxplatz und im Trauungssaal ebenda, sind seit vielen Jahren immer wieder im Fokus der politischen Diskussion. Fritz Bayerlein war ein talentierter Maler, sein Können wird man angesichts der von ihm hinterlassenen Werke nicht bezweifeln wollen. Kunsthistorisch und historisch ist seine künstlerische Position heute jedoch nicht mehr einfach von seiner politischen Einstellung und Tätigkeit in der Zeit des Nationalsozialismus zu trennen. Er war Professor an einer deutschen Akademie und somit regimetreu. Von ihm dokumentierte Zitate aus der Nachkriegszeit lassen leider keinen Zweifel an seiner überzeugten nationalsozialistischen Haltung zu. Weniger eindeutig stellen sich allerdings Stil und Inhalte seiner Werke dar: Seine Gemälde sind stilistisch als spätimpressionistisch einzuordnen, er malte also keinesfalls faschistische „Blut- und Bodenbilder“ (die sicher 1933–1945 besser im Kurs gestanden hätten). Dies macht den Umgang mit ihnen nicht einfacher.“

Saal mit zeitgenössischer Kunst aus der Region aufwerten

„Bisher hatte man sich stets entschieden die Bilder hängen zu lassen und diese Entscheidung zu kommentieren. Zuletzt in Form eines erklärenden Schildes im Großen Sitzungssaal. Das geschah als Dokumentation eines historischen Zustands, nicht als Würdigung oder Duldung eines politisch problematischen Künstlers. Wird die Entscheidung getroffen die Bilder abzuhängen, sollte dies nicht lautlos geschehen, sondern öffentlich transparent gemacht werden.
Es ist sicher auch zu überdenken, ob der modernisierte Saal mit ansprechender zeitgenössischer Kunst aus der Region aufgewertet werden sollte und man hierfür in der nahen Zukunft einen beschränkten Wettbewerb – für ein Wandgemälde, einen Gemäldezyklus oder was auch immer ausschreibt und danach Finanzmittel bereitstellt und mit dem angekauften Siegerentwurf den Saal neugestaltet. Derzeit befinden sich im Museumsdepot keine als Wandschmuck geeigneten Bilder.
Die Verwaltung empfiehlt jedoch die Wände zunächst weiß zu belassen und die Debatte darüber in Ruhe zu führen.
Die Gemälde werden gereinigt, sachgerecht verpackt und an einem geeigneten Aufbewahrungsort untergebracht.
Der empfohlene Beschlussantrag verursacht laut Darstellung der Verwaltung nur „geringe Kosten“.
22.7.20 Bilder: webzet. Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+22 # CFRA2 2020-07-22 17:03
Wenn der Stadtrat die Gemälde nicht mehr haben will, ich biete mich an, sie ohne Kosten für die Stadt zu übernehmen.
Danke!
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-13 # Bergradfahrer 2020-07-22 20:35
Ob Nazi oder nicht, künstlerisch bemerkenswert sind die Werke keinesfalls. Kann man irgendwann mal ins Treppenhaus eines stadtgeschichtlichen Museums hängen mit entsprechender Würdigung und Erklärung.
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-17 # goblmoo 2020-07-23 07:56
Aber bitte in die Kellertreppe.
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-16 # Bergradfahrer 2020-07-23 17:10
Also bei mir bassädn sa leider nedd nein Abbod, is ze gla.
Und neben den anderen Originalen, die ich hängen habe, möchte ich das nicht platzieren, die sind samt und sonders "entartete Kunst". ;-)
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-8 # goblmoo 2020-07-24 07:46
Denken Sie doch mal an Klopapier, dann passen sie auch nein Abbod.
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+18 # KarlO 2020-07-22 21:02
Die Diskussion im Stadtrat hat deutlich gemacht, wie sehr sich die Stadt verändert hat. Intellektuelles, ideologisches Geschwätz zu einem Thema, das viele Bamberger sicher gelassen sehen würden. Die (geänd. v. webzet) SPD lässt sich da auf etwas ein, was sie in nicht allzu langer Zeit noch bereuen wird.
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+17 # Alex 2020-07-23 07:17
In diesem Fall geht es um Gemälde. Was aber mit historischen Gebäuden, deren Architekten und Planer ebenfalls eine NSDAP-freundliche Einstellung zeigten ?
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+22 # Clavius1970 2020-07-23 20:26
Die linksgrünen Heuchler sind aber alle Jahre bei Naziwagner in Bayreuth stark vertreten.
Einfach widerlich diese verlogene und in vielen Dingen völlig ingnorante Truppe.
Solch nicht heißen dass die andere Seite des Parteienspektrums viel besser ist.
Wenn wir anstelle der idiotischen Frauenquote nicht bald eine Ständequote in den Parlamenten und Räten hinbekommen, wird dieses Land von Juristen mit mäßigen Verstand (frei nach Ludwig Thoma), Studienabbrechern und inkompetenten Ideologen an die Wand gefahren.
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-15 # Bergradfahrer 2020-07-24 13:37
Ignoranz spricht allein aus Ihrer Aussage über Wagner. Ich rate daher dringend hier zur Lektüre von Georg-Dellin, Martin: Richard Wagner: "Sein Leben. Sein Werk. Sein Jahrhundert.". Ein sehr vollständiger und unterhaltsamer Einblick. Zudem empfiehlt sich ein Besuch der Villa Wahnfried und des Festspielhügels, wo die Zeit des Nationalsozialismus in Ausstellungen sehr gut aufgearbeitet ist.

Weitere Inkompetenz belegen Sie durch das Anführen ausgerechnet Ludwig Thomas, wenn Sie jemandem unreflektierten Umgang mit dem Nationalsozialismus vorwerfen. Jener war nämlich in seinen letzten Jahren ein gestandener Antisemit, der u.a. Kurt Eisner als "Saujud" und dessen Ermordung als "Hinrichtung" bezeichnete. Seine antisemitischen und antidemokratischen Auswürfe im Miesbacher Anzeiger rücken ihn eindeutig in die Nähe der Nationalsozialisten. Zwar gibt es kein historisch dokumentiertes Zusammentreffen, aber Hitler und Thoma hatten in Dietrich Eckart einen engen Freund, der ersteren in die Münchener Gesellschaft einführte. Dass sich die beiden somit kannten liegt nahe.

(@Redaktion: Entschuldigung, für dritten Post, aber so kann man das nicht stehen lassen.)
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+8 # Clavius1970 2020-07-24 21:41
Wauwau, da wurde der Kunstkenner und das topkompetente Universalgenie "Bergradfahrer" ja richtig getroffen.
Erstens sollten Sie sich mal informieren wie die Familie Wagner den Nazis in den Hintern gekrochen ist. Gibt es genug Material darüber.
Der Beißreflex zum Thema Ludwig Thoma zeugt von einer eingeschränkten Fähigkeit Ihrerseits, mal zwischen den Zeilen zu lesen. Das Zitat von Ludwig Thoma zum Thema Juristen sollte Ihnen doch bekannt sein. Ich finde es einfach lustig und mehr wollte ich auch nicht hineininterpretieren.
Vielleicht sollten Sie mal über Ihre Art, sich hier im Forum zu äußern nachdenken. Selbst wenn Sie "Freibier für Alle am Montagabend vorm Schlenkerla" ankündigen würden. habe ich manchmal den Eindruck daß Sie schon 10 Minuspunkte kassiert haben, bevor der erste Forist ihren Beitrag richtig gelesen hat.
Diese massiven negativen Bemerkungen haben Ihre Beiträge aber oft inhaltlich nicht verdient. Ich möchte bei dieser Gelegenheit unsere Mitforisten doch um eine faire Behandlung unseres Bergradlers bitten.
Schließlich eint uns doch alle die Fähigkeit eine eigene Meinung zu haben, diese zu kommunizieren und sich mit Anderen darüber auseinanderzusetzen. Keine Selbstverständlichkeit mehr in unseren Zeiten. :-)
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+8 # supi 2020-07-25 11:22
also diese sinnfreien bunten bilder werden eigentlich nur noch durch das bild des röhrenden hirsches überboten, welcher in unzähligen wohnzimmern an der wand hängt und vom mobiliar passt am besten gelsenkirchner barock dazu
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