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STADTGESCHICHTE - STRAßENNAMEN

Kommission soll Straßennamen überprüfen

Die Bamberger Straßennamen sollen in drei Kategorien eingeordnet werden: A = schwer belastet bzw. unhaltbar, B = diskussionswürdig und C = unbelastet.

Geschichte drückt sich auch in (Straßen-)Namen aus

Die Stadtpanoramen des Malers Fritz Bayerlein im Sitzungssaal des Rathauses am Maxplatz bildeten den Anfang. Die Bilder sind mittlerweile abgehängt. Das Ergebnis einer eindeutigen Bewertung der Person Bayerlein, der auch nach Ende der Nazizeit dieser Ideologie noch anhing. Folgt jetzt eine neue Etappe? Nach dem Bilderstreit ein Namensstreit? Über die Namen von Bamberger Straßen.
Die Geschichte eines Gemeinwesens drückt sich in vielen Formen aus: Kunst, Kultur, Stadtgestaltung und damit auch in Namen von Brücken, Plätzen und Straßen. In der Regel entsprechen diese Namen dem Zeitgeist und spiegeln damit die Einstellung der zu dieser Zeit lebenden Menschen wider. Das ändert sich von Epoche zu Epoche und bildet ein Bekenntnis zu Ein- und Vorstellungen eines Gemeinwesens.

Dass unsere deutsche Geschichte Brüche und unrühmliche Epochen aufweist, ist dabei hinreichend bekannt. In der Gegenwart können bereits Wahlergebnisse Brüche bedeuten. Das lässt sich aktuell zum Beispiel daran erkennen, dass ein Parteienbündnis aus Grünes Bamberg, SPD, ÖDP, Volt, Bamberger Linke Liste und Die Partei das Abhängen der Bilder des nationalsozialistischen Malers Bayerlein verlangt hat. Geschehen ist das schließlich auch - und zwar mit einer großen Mehrheit im Bamberger Stadtrat.

Geschichtlich belastete Namen werden wohl ausgesondert

Jetzt kündigt sich ein neues Kapitel an. Die bereits genannten Parteien haben in der Sitzung des Kultursenats v. 11.3.21 die Stadtverwaltung beauftragt, eine Kommission zur Überprüfung der Straßennamen zu bilden. Diese Kommission soll Straßennamen nach ihrem Bezug zu „Verbrechen im Kontext des Kolonialismus, Verbindung der Personen mit Rassismus, Antisemitismus, Minderheitenverfolgung, Chauvinismus oder Militarismus sowie biografische Bezüge zur NS-Diktatur, zur NSDAP oder ihrer Gliederungen bzw. angeschlossenen Verbänden“ einordnen.

Die Kommission soll mit politischen Vertretern des Stadtrats und sachverständigen Fachleuten gebildet werden. Dazugehörig sollen sein: Kulturamt, Stadtarchiv, Remeis-Kreis, lokaler Bürgerverein bzw. Arbeitsgemeinschaft der Bamberger Bürgerverein, Historischer Verein, Stadtheimatpflege. Aufgabe soll sein, die Bamberger Straßennamen in Kategorien A (schwer belastet bzw. unhaltbar), B (diskussionswürdig) und C (unbelastet) einzuordnen.
Es steht wohl zu erwarten, dass die geschichtlich belasteten Namen dann ausgesondert werden sollen.
Der Senat beschloss das Vorgehen einstimmig.
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26.3.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.