Auf einen guten Tag

                                    

An sich ist Müßiggang durchaus nicht eine Wurzel allen Übels, sondern im Gegenteil ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.

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Neema mä di Rolldräbbm oddä dän Aufdsuuch?
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In dänn Aufdsuuch braugsd ned naufm Obäbörchämasda! = In dieser Kleidung brauchst du nicht beim Oberbürgermeister vorstellig werden!
-
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aufdsieng = aufziehen, erziehen, hänseln
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Wie geht es mit der Sandkerwa weiter? Diese Frage wurde durch eine umstrittene Äußerung aus der CSU überdeckt. Schon am Montag soll über die Kernfrage entschieden werden.

Die Meinungen über das Gemeinte sind durchaus geteilt

Die Bamberger CSU hat ´mal wieder die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da sorgt der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Dr. Helmut Müller, durch eine höchst umstrittene Äußerung für großen Wirbel. Er sieht »die Sandkerwa als Belustigung für das Prekariat (=niedere Schichten)« (FT v. 18.5.) Wer Müller kennt, weiß, dass er zu solchen Äußerungen imstande ist. Aber sogleich springen einige seiner „Parteifreunde“ auf. Der CSU-Kreisvorsitzende äußert sich dazu und eine stellv. Fraktionsvorsitzende distanziert sich nachdrücklich. Müller selbst bedauert, dass seine »offensichtlich überspitzte Wortwahl zu einem Missverständnis geführt hat«. Er habe mit seinen Äußerungen auf die unerfreulichen Begleiterscheinungen  des traditionellen Volksfestes hinweisen wollen und »bestimmt nicht pauschal alle Besucher gemeint«. Sei´s drum. Müller ist so und die Meinungen über das von ihm Gemeinte sind durchaus geteilt.

Die Kritik an der bisherigen Großveranstaltung ist unüberhörbar

Kommen wir zur Sache. Und beginnen mit einer klaren Ansage: Die Mehrheit der Bamberger würde es akzeptieren, wenn die Sandkerwa 2017 ausfiele. Es ist Zeit für eine Nachdenkpause und einen Neuanfang. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Volksfest inmitten der Altstadt zu einer Großveranstaltung mit rd. 300.000 Besuchern entwickelt. Die Kritik daran ist unüberhörbar: Alles zu groß, zu unüberschaulich, zu kommerziell – teilweise zu „prekariär“. Fände die Festivität auf einer großen Freifläche statt, sei es in der Ebene oder auf einem Berg, dann ... dann gäbe es wohl die spezifischen Sandkerwa-Probleme nicht.
Zu den Sachproblemen kommen die menschlichen Probleme. Die „Stadtspitze“ hat sich gegenüber den „Dummen“, denen Jahr für Jahr mehr Last aufgebürdet wurde, nicht so verhalten, wie man es erwarten sollte. „Aufgeblasen und von oben herab“, war immer wieder zu hören. Jetzt tönt es – in der überregionalen Presse: „Die Stadt Bamberg will die Kerwa dagegen unbedingt retten.“ (SZ v. 18.5.) Na ja, wahrscheinlich der große Zampano allein!
Dabei sind die Sorgen und Probleme für die bisherigen Fest-Veranstalter nicht neu. Die internationale Werbung für die Sandkerwa hat diese aus den Nähten platzen lassen. Die Straßen und Plätze im Sandbereich sind nicht größer geworden. Die Sicherheitsauflagen aufgrund der Terrorakte der letzten Jahre haben die Probleme nur zugespitzt.
Der Bürgerverein hat mit seinem Befreiungsschlag die Chance eröffnet, über die Probleme nachzudenken und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Die Fragen sind im Grunde nicht neu: Wie muss die Kerwa in Zukunft strukturiert werden, damit sie wieder sicher und händelbar wird und nicht einige ehrenamtlich tätige Privatpersonen dafür den Kopf hinhalten müssen? Wie kann diese Großveranstaltung organisiert werden, dass Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen? Wieviel Geld soll die Stadt zuschießen oder welche Leistungen zur Durchführung der Kerwa einbringen? Wie muss die Sandkerwa aussehen, damit die Bamberger und Bambergerinnen sie wieder als Traditionsereignis ihrer Stadt sehen und auch gerne hingehen?
Am Montagabend (22.5.) wollen sich die Vertreter des Bürgerverein Sand und seiner Veranstaltungs-GmbH nochmals mit OB Andreas Starke treffen. Dann wird wohl im Wesentlichen über die eingangs genannte Kernfrage entschieden werden.
20.5.17 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“. 

Kommentare   

+8 #9 Heiner 2017-05-21 07:22
@Frau Holle. Stimmt voll daneben gegriffen hat er. Es ist natürlich eine Sache wie man was sagt. "ungeschickt" ist auch eine geschickte Formulierung. gg
+9 #8 Frau Holle 2017-05-21 07:17
Politisch hat Müller über das Ziel hinausgeschossen. Ungeschickte Äußerung. Gerade er müsste wissen, wie empfindlich die Gemüter hier sind. Inhaltlich liegt er nicht daneben.
+15 #7 Heiner 2017-05-21 06:28
Unser lieber Helmut Müller brachte ja schon die ein oder andere Entgleisung hervor. Schade dass ich nicht alles notiert habe. Ich denke es wird Zeit führ ihn, nicht nur für ihn zu gehen. Es sollte ein junges Denken in diesem Rat einziehen, ein miteinander und nicht gegeneinander. Denkt dran die Wahlen kommen , hoffentlich diesmal mit mehr Beteiligung aus der Bürgerschaft.
+27 #6 DerBamberger 2017-05-20 23:43
die Bamberger Bürger stehen doch deswegen hinter dem Bürgerverein weil sie es bis obenhin satt haben, dass vor allem Nichtbamberger die Stadt fluten und für sich in Beschlag genommen haben. Da kann der Müller doch lallen, was er will. Wer nimmt den eigenlich ernst?
-13 #5 babsi 2017-05-20 17:37
der mühlenmensch had foll rechd. ich geh auch hin mid mainen harz4 leuden un des is foll brekariad. follaufen lassn is wenn man brekär is einfach geil. snobbisch is des ned so geil wail da des niwo zu hoch is un däshalb kein schwein kommd. deshalb sind auch klausimausis iwents so geil weil des foll brekär is un ned immer nur die snobs komen die kei sau brauchd.
+2 #4 R.Pfaff 2017-05-20 16:28
Ein Blick in die Geschichte:
"Viele Glückshäfen, Spiele und Lotterien waren in Buden zwischen den Lauben verteilt, die mich am meisten anzogen, denn hier, wo die leidenschaftliche Teilnahme an Gewinn und Verlust diese gemeinen Classen ausschließlich beseelt, sind ihre primitiven Charakternüancen am besten zu studieren." Fürst von Pückler Muskau über seine Besuch des Bamberger Theresienfestes.
+31 #3 Clavius1970 2017-05-20 12:28
Es geht hier um die Erhaltung und langfristige Sicherung der Sandkerwa. Ich denke der Bürgerverein sieht keine andere Möglichkeit als einen deutlichen Reset zu machen und ganz klein wieder anzufangen. Diese "Sandkerwa light 2017" von Freitag bis Montag sollte sich auf die Kernveranstaltungen beschränken. Baum aufstellen, Kirchweihgottesdienst, festliche Bewirtung im Umfeld der Elisabethenkirche und dem Kerngebiet Sand, keine zusätzlichen Schankflächen vor Privathäusern und Gaststätten, Kindervergnügen (Karussell, Kasperltheater, Losbude, Brodwörschd, usw.). Wem es nicht passt soll wieder heim oder wenn er keinen Platz bekommt halt woanders hin. Richtig im Vorfeld kommuniziert, wird das, die von Müller gemeinten Massenbesäufer abschrecken. Den Begriff "Prekariat" kann man übrigens ohne weiteres auch auf Berufspolitiker anwenden. Ohne Wiederwahl droht sozialer Abstieg. Darum sind die immer so geschäftig vor Wahlen und auf der Sandkerwa und ähnlichen Festen vertreten. Man sollte das Geschwafel von Herrn Müller nicht so ernst nehmen. Der weiß doch meist Mittag nicht mehr was er früh gesagt hat und ist äußerst wendig in seinen Ansichten. Das hat er von seinem großen Vorsitzenden.
+36 #2 Jo Sag 2017-05-20 11:46
Bringen wir´s auf den Punkt: Die Sandkerwa 2017 soll abgesagt bleiben und über die nächsten Jahre soll man sich ´mal in Ruhe Gedanken machen.
Den Sandkerwa-Verantwortlichen danke ich für ihre bisherige Arbeit und es wäre gut, wenn sie auch in Zukunft wieder mitmachen würden.
-18 #1 Bürger dieser Stadt 2017-05-20 09:49
Die Äußerungen, zu denen Herr Müller in authentischen Momenten imstande ist, treffen zu! Beleidigte Leberwürste hin oder her. Irgenwelche parteipolitischen "Distanzierungen" helfen Bamberg jetzt ganz sicher nicht weiter.

Wenn man schon meint, sich an irgendwelche "Events" so klammern zu müßen, sollte man wenigstens ehrlich sein und nicht die Leute diffamieren, die den Mut haben, unverblümt die Wahrheit zu sagen!

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