Oft spricht man schon von der „kleinen Sandkerwa“, wenn die Rede von Canalissimo ist. Die größte Gemeinsamkeit besteht mittlerweile darin, dass es Widerstand aus der Anwohnerschaft gibt.

Live-Musik und Sommer-Gefühl

Es soll ja eines der schönsten Feste in Bamberg sein. Die vor einigen Jahren geborene Idee an einem Ufer des ehem. Ludwigkanals ein damals kleines Bürger- und Nachbarschaftsfest zu machen, war sicher ein Treffer. Mittlerweile sind beide Kanalufer für das Fest in Beschlag genommen – was entsprechende Auswirkungen mit sich gebracht hat. Zu Live-Musik und Sommer-Gefühl sammeln sich Jahr für Jahr im Juli immer mehr Besucher am Kanal in Bamberg.
Die Anwohnerschaft hat sich schon vor Jahren gegen die Entwicklung gestemmt. Insgesamt zwar recht erfolglos, aber etliche Sicherheitsanliegen der Anwohner müssen erfüllt werden: Der Steg wurde nachgerüstet, eine neue Risikoeinschätzung wurde vorgenommen, die Zugänge für Fahrzeuge gemessen. Ein Stand wurde an einen anderen Platz verschoben. Die Musiklautstärke, die Anzahl der Stände und die Öffnungs- bzw. Ausschankzeiten werden zurückgefahren.

Ab 1800 Personen muss das Festgelände abgeriegelt werden

In diesem Jahr fanden noch zwei Mediationsverfahren zwischen Anwohnern, Veranstalter und Vertretern der Stadt statt. Wie man hört, sollen diese beiden Verfahren zu guten Ergebnissen für beide Seiten geführt haben. Vielleicht auch deshalb, weil ein Stadtratsmitglied professionell als Mediatorin mitgewirkt hat.
Während sich die meisten Anwohner/innen im Zuge der Mediationsverfahren mehr oder weniger arrangiert haben, wollen sich zwei Anwohnerinnen mit den Ergebnissen nicht begnügen. Ginge es nach ihrem Willen, dann soll Canalissimo nur noch auf der linken Kanalseite (Villa Geyerswörth) stattfinden. Dabei machen sie die Anzahl der Festbesucher als Hauptkonfliktpunkt geltend. Nach ihren Beobachtungen sollen sich an gutbesuchten Tagen auf dem überschaubaren Areal bis zu 7000 Menschen aufhalten. Aus Sicht der Klägerinnen würden wegen des Andrangs Rettungsdienste und Feuerwehr länger für die Anfahrt brauchen. Zudem fehle es unter anderem an ausreichend breiten Fluchtwegen.
Im Mediationsverfahren haben sich Veranstalter und Ordnungsamt für „Canalissimo“ auf eine Höchstbesucherzahl geeinigt. Dazu wird es heuer erstmals ein elektrisches Zählsystem geben, um die genauen Besucherzahlen zu ermitteln. Ab 1800 Personen muss dann das Festgelände abgeriegelt werden.
Mit all den bereits getroffenen oder heuer noch vorzunehmenden Auflagen ist das Kanalfest „durchführbar“, stellt die Bamberger Feuerwehr fest. Der Veranstalter von Canalissimo betont allerdings, dass mit den neuen Auflagen die Grenze der Lukrativität fast erreicht ist.
24.6.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.