So wie es aussieht, wird es im kommenden Jahr kein Canalissimo mehr geben. Der Festbetrieb am Kanal scheint an den mittlerweile hohen Auflagen gescheitert zu sein. Stadt will Gespräch wieder aufnehmen.

Heuer wurden drei € Eintritt verlangt

Maßgeblich wegen der Begrenzung auf 1.800 Besucher/innen gleichzeitig könnten sich Standbetreiber und Veranstalter nicht über Wasser halten, heißt es. Andererseits gehen einigen Anwohnern die Richtlinien dagegen noch nicht weit genug.
Während der vier Feiertage am vergangenen Wochenende wurden die Besucher/innen mit einem komplexen Zählsystem mit Lasern und Kameras an den neun Zugängen rund um das Festgelände erfasst. Etwa 15 000 € kostet alleine diese Maßnahme. Deshalb wurden heuer drei € Eintritt verlangt. Die Wirkung war klar zu erkennen: Gähnende Leere an den Nachmittagen und (zumindest) am Samstagabend bereits um 20.30 Uhr Einlass-Stopp.

Zwei Mediationsverfahren mit den Beteiligten

Dass heuer nur max. 1800 Menschen gleichzeitig im Festbereich anwesend sein dürfen, geht naturgemäß auf einen Bescheid der Stadt zurück. Der Grund hierfür ist die seit Jahren bestehende Forderung der Anwohner nach strengeren Sicherheitsregeln. Nach ihren Beobachtungen würden sich zeitweise 5-6000 Besucher auf den Uferstreifen aufhalten. Als Bemessungs-Kompromiss habe man sich dann – angeblich auf Vorschlag des Veranstalters – auf 1800 Besucher/innen gleichzeitig als Obergrenze geeinigt.
Canalissimo gibt es seit 15 Jahren. In dieser Zeit waren Anwohner, Stadtverwaltung und der Veranstalter immer wieder ins Gespräch gekommen. Zur Vorbereitung der Veranstaltung 2019 gab es diesmal zwei Mediationsverfahren, geleitet von der Richterin Dr. Ursula Redler (gleichzeitig Stadträtin der Bamberger Allianz). Obgleich man zu einem einvernehmlichen Ergebnis gekommen sei, gibt es jetzt Kritik an diesem Gesprächsverfahren. Während die Anwohner von einem Erfolg für die Sicherheit der Bürger sprechen, beklagt der Veranstalter die angebliche Einseitigkeit der Stadt.
Der Gegensatz wird deutlich, wenn man vergleicht, dass die Anwohnergemeinschaft weiterhin eine Reduzierung der Veranstaltung auf drei Tage wünscht, andererseits aber in den vergangenen Jahren der Festbetrieb stets gewachsen ist und sich weiter kommerzialisiert hat.

Das Presseamt der Stadt teilt aktuell mit, dass das Ordnungsreferat zu einem „Runden Tisch“ mit Veranstalter, Anwohnern und Verwaltungsvertretern einladen werde. Man wolle eruieren, welche Schlussfolgerungen sich aus dem Ablauf des Fests am vergangenen Wochenende ergeben und unter welchen Voraussetzungen eine Durchführung des beliebten Fests im kommenden Jahr 2020 wieder möglich sein könne.
31.7.19 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden wegen Missbrauchs zurzeit nicht direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die Richtlinien für Kommentare > linke Spalte unter „Nachträgliche Kommentare“. Impressum und EU-Datenschutzgrundverordnung r. Spalte ganz unten.