Auf einen guten Tag

 

Man klagt so sehr bei jedem Schmerz und freut sich so selten, wenn man keinen fühlt.
Georg Christoph Lichtenberg, dt. Schriftsteller

 

Es hatte sich zuletzt immer mehr abgezeichnet und wurde jetzt zur Gewissheit: Auch Bambergs größte und bekannteste Kirchweih fällt dem Corona-Virus zum Opfer.

Keine tragfähige Lösung gefunden

Die Sandkerwa findet in diesem Jahr nicht statt. Diese Entscheidung haben Oberbürgermeister Andreas Starke, die Vorsitzende des Bürgervereins 4. Distrikts, Barbara Kropf, sowie die beiden Geschäftsführer der Sandkerwa Veranstaltungs-GmbH Jürgen Wirth und Horst Feulner gemeinsam getroffen und der Öffentlichkeit mitgeteilt.
»Wir alle bedauern diese Entscheidung sehr und sie fiel uns nicht leicht. Aber die Absage war zum Schutz der Bevölkerung unumgänglich«, sagt Andreas Starke. »Die Gesundheit der Betreiber und der Besucher ist wichtiger als ein Volksfest.«
Und Barbara Kropf, Vorsitzende des Bürgervereins IV. Distrikt ergänzt: »Wir wollen uns auch nicht dem Vorwurf aussetzen, dass wir während der Kerwa das Coronavirus weiter verbreitet hätten!«
Die beiden Geschäftsführer erklären weiter, dass man natürlich auch intensiv eine Verschiebung der Kerwa um ein paar Wochen geprüft habe. Man sei aber zu dem Ergebnis gekommen, dass dies keine tragfähige Lösung darstellen würde. Man könne heute noch nicht absehen, ob der Verbotszeitraum für Großveranstaltungen nicht noch einmal verlängert werden muss.

Symbol für den Umgang mit einer ernst zu nehmenden Pandemie

„Die Absage der 70. Sandkerwa in diesem Jahr ist emotional und natürlich auch ökonomisch eine bittere Pille, die wir jetzt gemeinsam schlucken müssen“, so Wirth, Feulner und Starke.

Was ist die Sandkerwa? Ein regionales Massenbesäufnis für das „Preketariat“, wie es ein bekannter Bamberger Kommunalpolitiker einst befand? Ein Vergnügen für die ganze Familie wie viele andere meinen? Oder: Eines der schönsten Feste nicht nur für die Bamberger, sondern auch für viele Gäste der Stadt, die extra deswegen nach Bamberg kommen. Die Spannbreite reicht von vollstem Verständnis für die gesundheitsbedingte Entscheidung bis hin zu tiefer Enttäuschung. Aber: Die Absage der Sandkerwa ist ein Symbol für den Umgang mit einer ernst zu nehmenden Pandemie.
Dass die bekannteste Bamberger Veranstaltung ausfallen wird, hat kaum mehr jemanden überrascht. Es handelt sich schlichtweg um ein Gebot der Vernunft. Die Absage kann ein Hinweis dafür sein, dass es noch lange dauern wird, bis wieder Normalität einkehrt.

23.4.20 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s.rechte Spalte unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+12 # Baba Yaga 2020-04-23 21:54
Fress- und Saufevents. Der hiesige Politikstil einer Dekade scheint sich seinem Ende zu nähern. Mir kommen die Tränen.
Antworten | Dem Administrator melden
-10 # Bergradfahrer 2020-04-24 06:48
Dass sehr wahrscheinlich sämtliche Symphonikerkonzerte ausfallen genauso wie der Dirigentenwettbewerb, das ist eine echter Verlust!
Dass viele freie Künstler um ihre Existenz bangen, das ist ein Drama!
Dass wir nur von von Netflix oder der Stereoanlage unterhalten werden, das ist furchtbar!
Schon schade, dass keiner der vielen Artikel sei es hier oder in der lokalen Prawda sich damit auseinandersetzt.
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+6 # gablmann 2020-04-27 15:11
Die ganze Coronageschichte ist schlimm und traurig. Dennoch ist es eine Gelegenheit darüber nach zu denken welche/wieviele Veranstaltungen wirklich sein müssen.
Selbst ohne Oktoberfest wird sich die Welt weiter drehen.
Viele jammern alle auf hohem Niveau, in erster Linie weil ihre Freizeitaktivitäten eingeschränkt sind.
Dabei geht es der Mehrheit um viel Wichtigeres.
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Redensarten und Redeweisen

B 36
Bauän|fümbfä: Bauernfünfer. Schlitzohr.
Deä Bauänfümbfä hod mi aamol übäs Ooä kaud, a dswaidsmol bassiäd mä däs nimmä. Der Bauernfünfer hat mich einmal übers Uhr gehauen, ein zweites Mal passiert mir das nicht mehr.

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Bauänramml: Bauernrammel.
Du Bauänramml, du raigschnaidä! Du hergelaufener Bauernrammel/-lümmel.

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Bauärai: Bauerei. Hausbau oder Landwirtschaft.
Edsd langd mäs mid dä Bauärai. Jetzt reicht mir´s mit der Landwirtschaft/Feldarbeit/Hausbauerei.
Mid dä Bauärai is nimmä waid heä. Mit der Landwirtschaft ist es nicht mehr weit her/kein Staat mehr zu machen.

-

Bauch, Böchd, Boich: Bauch, Bäuche.
Mai Bauch hod aa mai Gäld gäkosd. Mein Bauch hat auch mal Geld gekostet.
A Böchd grössä wi dä annä. Ein Bauch größer als der andere.
Boich aidsieng, iech will durch! Bäuche einziehen, ich will durch!

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Bauchä: missglückter Kopfsprung ins Wasser mit Bauchlandung.

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Bauch|loodn: Bauchladen. Hosentür.
Schau noo, deä hod sain Bauchloodn offm! Schau hin, der hat seine Hosentür offen.

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bävoä, bävoäsd: bevor, vorher.
Bävoä du mä fai beedn! Zuvor beten wir.
Bävoäsd mi hausd, sooch i deäs liebä. Bevor du mich schlägst, sag ich dir´s lieber.

Forts.

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