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  VERANSTALTUNGEN    

Konflikt Partyflächen schwelt weiter

Leicht voraussehbar: Die Bereitstellung einer Fläche am Weegmannufer ist grundsätzlich vom Tisch. Es soll aber weiter nach einer “geeigneten Veranstaltungsform” gesucht werden.

Im vergangenen Jahr ordnungspolitische Maßnahmen verhindert

Rund 150 Bürger/innen versammelten sich am Donnerstag vergangener Woche (30.4.22) am Weegmannufer, um gegen Pläne zu protestieren, dort einen Partytreff einzurichten. Die Stadt hatte zu einer Bürgerinformation eingeladen, deren Ergebnis eindeutig war: Die Versammelten lehnten mit großer Mehrheit das Projekt ab. Oberbürgermeister Andreas Starke hatte zugesagt, einen vor wenigen Wochen im Stadtrat gefassten Beschluss am 4.5.22 nochmals im Bausenat des Stadtrates aufzurufen - was dann auch geschah. Starke erläuterte den Sachverhalt, um dann einen Beschlussvorschlag gegen eine Partyfläche am Weegmannufer zur Abstimmung zu stellen.
In einer relativ langen Debatte äußerte sich zunächst namens der Fraktion Grünes Bamberg Markus Schäfer. Er sprach von einem »Offenbarungseid« der Verwaltung. »Wer die Untere Brücke privatisiert und keine alternative Lösung hat, muss mit Problemen rechnen.« Schäfer prophezeite, dass sich »junge Leute nach und nach öffentliche Räume erobern werden«. Er kündigte an, dass seine Fraktion schon bald einen Antrag auf »Aufhebung der Sperrstunde« in der Stadt stellen werde. Der Sprecher der CSU/BA-Fraktion, Peter Neller, hob zunächst hervor, »dass der öffentliche Raum allen gehört«. Zum engeren Thema wies er darauf hin, dass bei den Vorgängen auf der Unteren Brücke nicht 15-jährige die Hauptbeteiligten waren, sondern »deutlich Ältere«. Zudem dürfe man bei der vorliegenden Problemstellung nicht »Ursache und Wirkung verwechseln«: Die jetzt »am lautesten gegen die Bewirtschaftung der Unteren Brücke schreien, sind diejenigen, die im vergangenen Jahr rechtzeitige veranlasste ordnungspolitische Maßnahmen verhinderten«. Grundsätzlich bevorzuge seine Fraktion Veranstaltungsangebote in Räumen, betonte Neller, weil diese »eher verträglich sind«. Die Sperrstunde werde seine Fraktion »nicht ganz abschaffen, sondern großzügiger handhaben wollen«. Vgl. bspw. webzet-Artikel “Die Polizei soll´s richten” v. 20.5.21 

Suche nach weiteren Flächen im Stadtgebiet fortsetzen

In der Ablehnung eines Partytreffs am Weegmannufer sah Heinz Kuntke »eine typische Reaktion bei Bürgerinformationen«. Im Rückblick bestätigte aber auch Kuntke, dass als wirksame ordnungspolitische Maßnahme »erst in der zweiten Runde die Untere Brücke gesperrt worden ist«. Der Gastronomie habe seine Fraktion »als Versuch nur für heuer« zugestimmt. Die SPD-Fraktion wolle, dass die Suche nach einer geeigneten Partyfläche fortgesetzt werde. Kuntke nannte dazu den Parkplatz vor dem alten Hallenbad.
Norbert Tscherner (BBB) schimpfte, dass »Studenten zwei/drei Jahre in Bamberg sind«, viel Zeit hätten und hier Party halten wollten.
Daniela Reinfelder (BuB) gab eine Mitschuld an den Problemen der Presse, die kräftig »geschürt« habe. Die bereits sichtbare Nutzung des Kranens durch junge Leute sehe sie »als hervorragende Sache«. > Bild r.
Zum Ende der Debatte formulierte OB Starke einen Beschluss, hinter den sich alle Fraktionen stellen konnten. So soll das Kulturreferat mit der Gruppe "Kontakt - das Kulturfestival" Kontakt aufnehmen, mit dem Ziel, eine “geeignete Veranstaltungsform” zu finden. Für eine bereits geplante Veranstaltung von  "Kulturfestival" auf dem ehem. Metalluk-Gelände am Berliner Ring wurden 5000 € bereitgestellt, für die Fortsetzung der Suche nach weiteren Flächen im Stadtgebiet gab es nochmals 5000 €.

Geschrieben:  mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto).  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

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Kommentare   
+15 # Frank 2022-05-05 13:51
Die liebe Daniela ist bei Problemthemen immer auf der "richtigen Seite", so lange es sie in Gaustadt nicht betrifft.
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+14 # känguru 2022-05-05 18:32
Ihr könnt die Leute vielleicht erfolgreich von Orten vertreiben, aber die neuen Orte werden sie sich selbst suchen. Da könnt ihr noch so viel vorschlagen.
Wenn das einzige Werkzeug der Hammer ist, sieht man halt in jedem "Problem" einen Nagel.
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+7 # Bergradfahrer 2022-05-07 07:46
Sehr gut zusammengefasst! Die Strategie war von Anfang an falsch.
Ich gehe sogar so weit, dass es im Grunde gar keine Notwendigkeit für ein Handeln gegeben hat, dass sich alles nach "Normalisierung" (Beenden des C-Maßnahmenirrsinns) wieder allmählich reguliert hätte.
Aber man hat wüst agiert und dabei nie einen Ist-Sollwert-Abgleich gemacht. Aber Realitätsabgleich und kritisches Hinterfragen der eigenen "Strategie" erscheinen generell vollkommen aus der Mode, in Bamberg augenscheinlich umso mehr.
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+11 # Eulenspiegel 2022-05-06 16:14
"Kuntke" & "Reinfelder"...
dann hab ich aufgehört zu lesen.
Viel Meinung, große Go...e, nix dahinter.
Danke, nächstes Thema...
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