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    WELTERBE BAMBERG    

Das Elend mit der Unteren Brücke

Bamberg hat sich verändert in den letzten Jahren. Viel Party wird gewünscht in der alten Stadt. Aber auch bei der Lösung von Problemen hat sich viel verändert. Ideologie erscheint stärker als gemeinsames Handeln. 

Die Biergarten-Lösung für die Untere Brücke ist nicht optimal

Die Menschen vergessen schnell. Das scheint auch für die Meinungsbildung beim Thema Untere Brücke zu gelten. Wer die Diskussion um das Geschehen, den Missbrauch der Unteren Brücke von Anfang an verfolgt hat, kann sehen, was sich verändert hat - insbesondere bei den Verantwortungsträgern/innen.
Die webzet hat hier einen Vorteil, sie braucht nur die gespeicherten Berichte über das Geschehen im vergangenen Jahr 2021 aufzurufen, dann ergibt sich ein eindeutiges Bild: Wie das Geschehen auf der Unteren Brücke sich eskaliert hat, die Stadt Bamberg immer mehr zu Gespött wurde - und wer maßgeblich für diese Entwicklung verantwortlich war.
Eine Steigerung hat das Geschehen heuer noch durch die Diskussion um eine temporären Gastronomie auf der Brücke erfahren. Von den Befürwortern ausdrücklich als Versuch definiert, dessen Wirkung man am Saisonende noch bewertet werden müssen.
Man war sich von Anfang an klar, dass die Biergarten-Lösung für die Untere Brücke nicht die optimale Lösung ist. Aber dafür sorgen wird, dass die Chaos-Ereignisse vom vergangenen Jahr sich nicht wiederholen werden.
Bislang läuft der umstrittene Biergarten auf der Unteren Brücke nach Augenschein recht gut. Nachdem die beiden Störbeleuchtungsmasten abgebaut sind, die im vergangenen Jahr das wild feiernde Partyvolk vergrämen sollten, ist die Mitoraj-Büste noch sehr verdeckt. > Bild l. Damit wird man sich nicht zufrieden stellen können.
Doch die unbefriedigende Lösung um die Mitoraj-Büste wird von den Gegnern des Biergartens reichlich genutzt, um weiter gegen die Gastro-Lösung wettern zu können.

Bamberg aus der Gräm-Nummer einerseits und Lachnummer andererseits herausbringen

Besonders diejenigen, die im vergangenen Jahr ein von Anfang an wirkungsvolles, ordnungspolitisches Handeln verhindert haben, sind jetzt vorne dran, wenn es darum geht, das Biergarten- Konzept mies zu reden. Dabei soll vergessen werden, dass der Biergarten als letzter Versuch gewählt wurde, um Bamberg aus der Gräm-Nummer einerseits und Lachnummer andererseits herauszubringen. Am 29.7.21 stimmte z.B. die grüne Fraktion einer “Freischankfläche auf der Unteren Brücke” zu. Zitat: “Christian Hader (Grünes Bamberg) benannte die unterschiedlichen Meinungen für und gegen den Freischank-Versuch. Dennoch soll »die Idee eine Chance erhalten und reifen können«. Bei einem Misslingen müsse sie wieder abgeschafft werden.” 

Die Geschichte eines untauglichen Verhalten anfangs starker Kräfte im Stadtrat gegen das lautstarke Partychaos kann in webzet-Artikeln aus 2021, teils aus Stadtratssitzungen, nachgelesen werden. Beispielsweise:
20.5.21 Alle anderen Maßnahmen seien bisher erfolglos geblieben, im Gegenteil, die Ordnungs- und Hilfskräfte seien Pöbeleien und Tätlichkeiten ausgesetzt. Es müsse ein Zeichen gesetzt werden.
StR Schmidt (Grünes Bamberg): Statt mit Sicherheitsdiensten, sollte das Problem mit Mediatoren gelöst werden …. Der Antrag von OB Starke, »der Stadtrat empfiehlt der Verwaltung die erforderlichen Maßnahmen zu treffen« wurde wesentlich von der grün-roten Mehrheit abgelehnt.

8.6.21: Es sind bisweilen mehrere Hundert Menschen, denen sich die sich zum Beispiel am Hotspot Dominikanerstraße die Polizei gegenübersteht. Schlimm wird es, wenn die Polizei versucht, den Platz zu räumen. Diese schafft es eigentlich nur, weil Kräfte der Bereitschaftspolizei helfen – allein auf sich gestellt, hat die Bamberger Polizei offensichtlich keine Chance. … Vertreter von Grünes Bamberg und SPD schlugen vor: Statt mit Sicherheitsdiensten, sollte das Problem mit Mediatoren bzw. Sozialarbeitern gelöst werden. Ein “Nachtbürgermeisters” soll sich um die nächtliche Randale-Auftritte kümmern.

In den verschiedenen Diskussion im Stadtrat war man sich darüber im Klaren, dass der Versuch, die Untere Brücke mit einem Gastronomie-Modell wieder zu befrieden Probleme mit sich bringen wird. Dabei ist es gute Übung, einen Versuch zunächst eine Chance zu geben. Nicht (mehr) so in Bamberg. Die Grünen wechselten die Fronten, ihre Hilfstruppen formierten sich - bis hin zu Gruppen im sog. bürgerlichen Lager.
Bamberg war zum Gespött in ganz Bayern geworden - und arbeitet weiter daran (Berichte u.a. in BR24 und SZ. Jetzt sollte zunächst die Gastronomie auf der Unteren Brücke zur Beruhigung beitragen. Dann wird man überlegen müssen, wie es weitergehen soll.

Geschrieben:  mdwvBilder v. webzet (Titelbild ist Symbolfoto).  Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!  >  STARTSEITE

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Kommentare   
+17 # Bergradfahrer 2022-05-09 09:36
Das " wild feiernde Partyvolk" stellt in keiner Weise ein Framing dar, genauso wenig wie Gegenstimmen als "wettern" zu bezeichnen. Denn auch ich habe gewettert, ich gestehe es voll Scham, aber ich hatte ein Damaskuserlebnis und bin nun sehend. Und davon will ich künden.

So verlief meine erste Inaugenscheinnahme:
Da kommt man vom Michelsberg herab und fragt sich sofort, wo eigentlich diejenigen sitzen, denen man eine freie Willensbestimmung absprechen müsste und wieso das bis jetzt noch keiner beantragt hat.

Den "Biergarten" durchwandernd, echte Überraschung:
Ich hätte nicht gedacht, dass man die ohnehin unästhetische Untere Brücke noch schlechter machen kann, aber es geht! Diese Sieben-Zwerge-Bierbänkchen, das Gerutsch an Bude, Wagen und Container, hat man das von einem "Fachdesigner für Hässlichkeit und schlechten Geschmack" (FH) besorgen und arrangieren lassen oder ist das Naturtalent?

Gerade wollte ich als kopfschüttelnder, weißer Mann mein vernichtendes, reaktionäres Urteil fällen, da sah ich die Auflösung, und es fiel mir wie Schuppen von den Augen:
Die alten Ansichten, die auf die "gastronomische Infrastruktur" flankierenden Sichtschutzzäune aufgedruckt sind. Das ist der ironisch-sarkastische Kontrapunkt. Das ist die Auflösung, das Entwirren, das was in der Dramentheorie als Dénouement bezeichnet wird.
Jetzt ist mir klar, das ist Kunst! Hochgradig ironische, kulturpessimistische Kunst. Ich ziehe meinen Hut vor der Weitsicht und dem Mut der Stadtoberen, sich auf diese avantgardistische und intellektuell höchst fordernde Installation eingelassen zu haben. Chapeau!
Für die weniger Kunstaffinen darf ich die "message" dieses Werkes, das den Meister ausdrücklich nicht direkt lobt, ausformulieren:
Hässlichkeit ist Schönheit!
Scheitern ist Erfolg!
Wahnsinn ist Normalität!
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+13 # CFRA2 2022-05-09 16:40
@Bergradfahrer,

sie haben vergessen die vom Betreiber hochgelobte Begrünung zu erwähnen, die aus kleinen Töpfchen mit Grabbegrenzungspflanzen vom Friedhof besteht!
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+6 # Frank 2022-05-09 15:14
Kurz gesagt: Schau mer mal, wie das mit der Brückengastronomie läuft. Nach der Saison wird man sich entscheiden müssen.
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+2 # Werner 2022-05-09 16:59
Wie schmeckt eigentlich dem Kraus ‘sei Bier?
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