Bamberchä Deutsch  

Redensarten und Redeweisen

Altes Bambergerisch wird kaum noch gesprochen. Hier handelt es sich zudem um die Gärtnervariante. Zusammengestellt von Wolfgang Wußmann (†), übersetzt von mdw.

B 92

Buds|globfä, Buschglobfä:  Schimpfwort. Putzklopfer.

Dän oldn Buschglobfä kosd doch niggs glaam. Dem alten Putzklopfer (Übertreiber) kannst doch nichts glauben.

-

budsn: putzen.

Di sigsd aa niggs wi budsn. Die sieht du auch nichts (anderes) wie putzen. 

-

Buff: Puff. Stoß, Klaps, Bordell. 

Denggsd o niggs Schlächds, gibd mä aanä vo hindn an Buff. (Während du) Denkst an nichts Schlechtes, gibt mir einer von hinten einen Stoß.

Däs is dä aa so a Buff! Das ist (dä) auch so eine Kaschemme/Buff.

-

Büff: Püffe. Schläge.

Du nä nu a weng rum, grigsd dai Büff! Tu nur noch ein wenig rum, (dann) kriegst deine Schläge. 

-

Buffdull: plötzlich, unversehends flüchtiger Mensch. 

Buffdull woän di Wöäschd väbrännd. Plötzlich waren die Würste verbrannt (z.B. auf dem Grill).

Däs is dä a so a Buffdull! Das ist (dä >hier: vielleicht) so ein Ausreißer.

-

Büffee: Büfett. Küchenanrichte, Geschirrschrank. 

A nois Büffee däfäd i mä amol widdä kaafm. Ein neues Büfett dürfte ich mir (auch) einmal wieder kaufen. 

Forts

 

B 91

Bubbm: Puppe(n). 

Di kummd widdä heägärichd wi a Bubbm. Die kommt wieder hergerichtet/aufgeputzt wie eine Puppe.

Buch|schdoom: Buchstabe(n). 

Nooch di Buchschdoom gee. Nach den Buchstaben gehen. Sich am Buchstaben halten. 

Buch|schdoom|glaabä: Buchstabenklauber, Bürokrat.

Buddä: Butter. 

Doo dämid is doch ned amol di Buddä aufm Brood vädiend. (Da) Damit ist noch nicht einmal die Butter auf dem Brot verdient.

Buddla: Küken, Diener, Dienerin. 

Äs Buddla füä alläs sai. (Als) Diener für alles sein.

Budsä: Putzer. Verputzer. 

Morng gräng mä di Budsä. Morgen kriegen wir die Verputzer. ... kommen zu uns die Verputzer.

Budscheeä: üble Bescherung. 

Doo hosd dai Budscheeä! Da hast du deine Bescherung (hier negativ gemeint).

B 90

Bruudä|häds:  Bruderherz. 

Bruudähäds, doo hädd i Schdaa un Baa gschwoän, dass däs so woä! Bruderherz, da hätte ich Stein und Stein geschworen, dass das so war. 

-

Bruudgons: Brutgans. häufig Schwangere. 

Däs is di rainsd Bruudgons.  Das ist die reine Brutgans.

-

brüüworm: brühwarm. sofort. 

Di dud doch alläs brüüworm waidäsoong, däs wassd doch! Die tut doch alles brühwarm/sofort weitersagen/erzählen. 

-

buä: pur.

Däs is niggs wi buärä Naid. Das ist nichts wie purer Neid.

-

Buäsch, Buäschn:  Bursche(n). 

Däs is fai a saubärä Buäsch. Das ist (fai) ein sauberer/gut aussehender Bursche.

 

B 89

Brunna:  Brunnen. 

Eds, wuus Kind nain Brunna gfalln is, kumma si! Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen sie!

-

Brusd|buggäddla:  Brustbukett.

Brusdbuggädla aus Blumma hom di Brodsässionsdreechä früa gädroong. Brustbukette aus Blumen haben die Prozessionsträger (Heiligenstatuen) früher getragen.

-

Brusd|schdaala:  Hustenbonbon.

-

Brüü:   Brühe.

Di Brüü kosd selwä saufm. Die Brühe kannst selber trinken. s

Saura Brüü. Saure Brühe/Soße.

A worma Brüü deed eds guud. Eine warme Brühe würde jetzt gut tun.

Doo kummd di Brüü doirä wi di Fisch. Da kommt die Brühe teurer wie die Fische.

B 88

Brunds|kundl, Brundskuni, Brundkädl:   Schimpfwörter.

Woos willn di Brundskunni doo? Was will die B. hier?

-

brundsln:  nach Urin schmecken. 

Di Niäla hom a weng gäbrundsld, doo mooch i so schnäll kanna meä! Die Nieren haben ein wenig nach Urin geschmeckt, da mag ich so schnell keine mehr!

Brunds|lusch:  Schimpfwort. 

Du Brundslusch, du väräggda! Du B. du verreckte!

-

brundsn:  brunzen. urinieren, pinkeln. 

Wosd brundsd, braugsd ned graina! Was (du) pinkelst, brauchst (du) nicht weinen.

Dsä blööd dsän Brundsn sai. Zu blöd zum Pinkeln sein.

-

Brunds|värägg:  Fluch. 

Brundsvärägg, so a Schaisse! Verdammt, so eine Scheiße. 

 

B 87
brunds|bäsuffm: sehr stark angetrunken.
Brundsbäsuffm is ä doheäkumma, schlimm! Sturzbetrunken ist er dahergekommen.

-

brunds|blööd: saudumm.
No, deä is doch brundsblööd! Na, der ist doch saudumm.

-

Brundse, Brundsich: Brunze. Urin.
Deä Kärl schdinggd dä nooch Brundsich! - Riechsd däs ned? Der Kerl stinkt (dä = doch) nach Urin! Riechst (du) das nicht?

-

Brundskachl: Schimpfwort. Brunzkachel.
Di old Brundskachl, wänn mä widdä amoll üwän Weech laffd, dera dädseel iich wos anäsch. Die alte B. wenn mir wieder einmal übern Weg läuft, der erzähle ich was anderes.

-

Brunds|kadä: Kartenspieler, der als Ersatzspieler einspringt, wenn ein Mitspieler auf die Toilette geht.
Noja, Brundskadä ko i scho mol machn. Naja, kurzzeitig kann ich schon mal einspringen.

 

B 86

Brösäla: Brösel. Krümel, schmächtiger Mensch.

Eä is nä blos a Brösäla. Er ist (nä) nur ein schmächtiger Mensch.

-

Brösäläs|kuung: Streußelkuchen. 

On libsdn is mä a Brösäläskuung. Am liebsten ist mir ein Streußelkuchen.

-

Brosd:  Prost.

Brosd, brosd, wänns niggs kosd! Prost, prost, wenn es nichts kostet!

Brosd, brosd, brosd, dass di Gurgl ned värosd!  Prost, prost, prost, dass die Kehle nicht verrostet.

-

browiän: probieren.

Browiän geed übä schdudiän. Probieren geht über studieren.

-

Brüch: Brüche, Schläge. 

Däs geed nai di Brüch. Das geht zu Bruch/schief.

Hosd dai Brüch grichd? Hast (du) deine Schläge gekriegt/bekommen?

-

Bruchsulln: Schimpfwort für Frauen

Bruchsulln, väräggda, loss di blos nimmä doo sääng! B., verreckte, lass dich bloß nicht mehr da/hier sehen!

-

Brügl, Brügäla:   Prügel. 

Deä hod saina Brügl scho grichd. Der hat seine Schläge schon bekommen.

An alla Brügäla ausn Weech roima, is aa ned däs Woära. Einem alle Prügel (Hindernisse) aus dem Weg räumen, ist auch nicht das Wahre(Richtige).

brummln:  brummeln. 

Woos dusdn foäd brummln? Was tust du fortweg brummeln? Was brummelst du ständig vor dir hin?

 

 B 85
broodsläd: unfreundlich, grantig.
Donn bin i dä aa broodsläd woän.  Dann bin ich (dä = hier: vieleicht) auch grantig geworden.

-

broodsln: braten, ungehalten sein.
Wos dusdn scho widdä broodsln? Was tust/bist du schon wieder ungehalten?

-

Broodsl|subbm: Meckerer.
Mid dera oldn Broodslsubbm bisd fai aa gschloong. Mit der alten Meckerin bist (du auch) geschlagen. 

-

Brood|wöäschd: Bratwürste.
Auf dsä Godd, in Himml gibds Broodwöäschd! Auf zu Gott, im Himmel gibt es Bratwürte!

-

Brood|wöäschd|brodsässion:
kleine Fronleichnamsprozession 

B 84

Brood, Bröödä: Brot(e).
Dän sai Brood is gäbaggn. Dem sein Brot ist gebacken. Übetragen auch: Dem seine Sache ist erledigt.
Däs Brood ich äss, däs Lied ich sing. Dessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.
Nämd oich fai a boä Bröödä mied! Nehmt euch (fai = Füllsel) ein paar (einige) Brote mit.

-

Broodheendl, Broodhäänla: Brathähnchen.

-

Broodkadoffl|vähäldnis: Bratkartoffelverhältnis.
Deä hod aa so a komischs Broodkadofflvähäldnis mid dera. Der hat auch so ein komisches Bratkartoffelverhältnis mit der (ihr).

-

Bröödla: Brötchen.
Sai Bröödla selwä vädiena. Seine Brötchen (Geld/Auskommen) selbst verdienen.
Eä wäd aa nu klaana Bröödla baggn, wads nä ob! Er wird auch noch kleine Brötchen backen, wart´s nur ab! = zurückstecken/bescheidener werden

-

Broodn: Braten.
Dän Broodn riech i scho. Den Braten riche ich schon. 

-

broodn: braten.
Di dud niggs wi in dä Sunna broodn, di faul Sulln! Die tut/arbeitet nichts (anderes als) wie in der Sonne braten (sich sonnen), die faule *Schimpfwort*.

-

Brood|dsaid: Brotzeit.
Deä mächd Brooddsaid in daina Kadn. Der macht Brotzeit in deinen Karten. Heißt: Der schaut ständig in deine Spielkarten.
Dsä dä Brooddsaid is ä immä doo, do ko mä fai niggs üwä na soong. Zu/de/r Brotzeit ist er immer da, da kann man (fai) nichts über ihn sagen. (ironisch gemeint)

B 83

Bro|mänaad:   Promenade. 

Auf dä Bromänaad woä dä Marggd hald schöö. Auf der Promenade war der Markt (halt) schön.

-

Brond:   Brand. Rausch, Durst. 

In sain Brond hod deä scho goä vill gsochd. In/m (seinem) Rausch hat der schon (gar) viel gesagt.

An drümmä Brond hom. Einen großen Durst haben. Oder: Sehr besoffen sein.

-

Brondmasdä:   Brandmeister. häufig Betrunkener. 

A oldä Brondmasdä sai. Ein alter=häufig Betrunkener sein. 

-

Brondsau:    Schimpfwort. Brandsau. betrunkener Mensch.

Du Brondsau, du väräggda! Du betrunkener Mensch/Suffkopf, du verreckter/elender!

-

Brondsulln:   Schimpfwort, häufig betrunkene Frau. 

Di old Brondsulln hod di Naachäla aa rausgsuffm. Die alte Säuferin hat die Reste (Neige) auch (noch) ausgetrunken.

B 82

Broich: Bräuche.

Däs sän olda Broich. Das sind alte Bräuche.

-

broichäd: bräuchte.

Eä broichäd hald a schdorgga Händ. Er bräuchte halt eine starke Hand.

Eä broichd si scho long amol widdä. Er bräuchte sie schon lang einmal wieder.(= müsste geschlagen werden)

-

broichd: braucht.

Iä müssd oich hald rüän, wänn dä wos broichd. Ihr müsst euh halt rühren/auf euch aufmerksam machen/euch einmischen, wenn ihr was braucht.

-

broing: brauchen.

Miä broing niggs! Wir brauchen nichts! (z.B. zum Hausierer).

-

Broidla: Bräutchen.

Si woä a schöss Broidla. Sie war ein schönes Braütchen (bei der Erstkommunion).

-

Broiss, Broissn: Preuße(n).

Wos willn deä Broiss? Was will den der Preuß? 

Aa Broiss is scho dsävill, dswaa Broissn, däs is scho a Soichn. Ein Preuße ist schon zu viel, zwei Preußen, das ist schon eine Seuche.

-

Broissn|wiäsching: Preußenwirsing. gekräuselter Wirsing.

B 81

Brodsässion:   Prozession. 

Gesd aa mid dä Brodsässion? Gehst (du) auch mit der Prozession?

-

brodsn:   protzen. rühmen. 

Doo dämid braugsd di fai ned dsä brodsn! (Da) damit brauchst du dich (fai = Füllsel) nicht zu rühmen.

-

Brofessä:   Professor.

Hä Brofessä, hod mä früä dsä an jeedn Leärä in dä Höän Schuul gsochd, ob äs woä oddä ned, däs woä hald so. Herr Professor, hat man früher zu einen jeden Lehrer in der Höheren Schule gesagt, ob er es war oder nicht, das war halt so.

-

Bröggäla:   kleine Brocken, geröstete Weißbrotwürfel. 

Eä hod Bröggäla gälachd. Er hat kleine Brocken gelacht. = Er hat sich übergeben.

Nu a boä Bröggäla däfsd scho naidoo! Noch ein paar Bröckelchen darfst duschon noch reintun!

-

Broggn:   Brocken. Stück. 

A Broggn Monnsbild un niggs dähindä! Ein Brocken Mannsbild und nichts dahinter.

B 80
Briwedla: Klo, Toilette

Iich muss moll aufs Briwedla. Ich muss mal aufs Klo. 

-

brobsläd, brobslich: fest.
Di Wuäschd is nu weng brobsläd. Die Wurst ist noch ein wenig fest.

-
Brochdküss: Prachtkissen.
Füän Bäsuch hod si di Brochdküss aufgäleechd. Für (den) Besuch hat sie die Prachtkissen aufgelegt.
-

Brod|onni|wuäschd: Brot ohne Wurst.
Donn issd hald Brodonniwuäschd! Dann ist halt Brot ohne Wurst.

-

Brodsä|duä: Prozedur.
Däs woä dä a longa Brodsäduä mid dän Kärl, bis mä na dähammkobd hom. Das war (vielleicht) eine lange Prozedur mit dem Kerl, bis wir (na= Füllsel) (ihn) daheim gehabt haben.

-
Brodsänd, Brodsändä: Prozent(e).
Wi isn mid a boä Brodsändä? Wie ist es (denn) mit ein paar Prozent (Nachlass)?

 

B 79

Briggädd: Brikett.
An Briggädd nai Dsaidungsbabiä wiggln, donn häld ä längä. Einen Brikett in Zeitungspapier wickeln, dann hält (glüht) er länger.

-

Brigorimonns|wachdl: Name für Schellen-As.
Mid dä Brigorimonnswachdl schbill i. Mit der Schellen-Ass spiel ich/will ich spielen.

-

Brilln: Brille.
Wännsd ned leesn kosd, nüdsd di besd Brilln niggs. Wenn du nicht lesen kannst (des Lesens mächtig bist), (dann) nützt die beste Brille nichts.
Immä auf di Brilln binggln, däs hob i gän! Immer auf die (Klo)Brille pinkeln, das hab ich gern! (hier: mag ich nicht!

Iech hau dä aana auf di Brilln, dassd nä so glodsd. Ich hau dir einen (Schlag) auf die Augen, dass du (nur) so glotzt/schaust.

-

Brillnglodsä: Brillenträger.
Dass nä deä old Brillnglodsä däs aa gsääng hod! Dass der alten Brillenträger das auch gesehen hat!

-

Brillnschlanga, Brillnschlonga: Brillenschlange.
Di old Brillnschlanga hob i dä gfrässn. Die alte Brillenschlange (Brillenträgerin) hab ich (vielleicht) gefressen (dick).

-

bringa, bränga, bringd, brängd: bringen.
Obs wos bringa dud, wäd si dsaing. Ob es was bringen(/t) tut, wird sich zeigen.
Eä ko ned meä bränga. Er kann nicht mehr bringen/leisten.
Däs bringd uns goä niggs. Das bringt uns gar nichts.
Bringds wos, is rächd, brängds näggs, ko mä aa ned hälfm! Bringt es was, ist´s recht, bringt´s nichts, kann man auch nicht helfen (nichts machen).

 

B 78
Bridsch: Pritsch. Schläge.

Kumm nä haam, grigsd dai Bridsch! Komm nur heim, (dann) bekommst (du) deine Schläge.

-
bridschä|braad: in voller Breite. ungeniert.
Bridschäbraad woä si dooköggd, is ned gäwanggd un ned gäwichn. In voller Breite war sie dagesessen, ist nicht gewankt und nicht gewichen.

-
bridschln: panschen.
Dod nä rächd bridschln, morng said dä äkäld. Tut nur recht panschen, morgen seid ihr erkältet.

-
Bridschn: Pritsche. Niederlage, Hure.
A Bridschn grieng. Eine Niederlage kriegen/kassieren.
Däs is aa so a Bridschn! Das ist auch so eine Hure/leichtes Mädchen.

-
bridschn: pritschen. schlagen, besiegen.
Di hom mä dä gäbridschd! Die haben mir (dä = hier vielleicht) geschlagen/besiegt.

-
Bries, Briesn, Briesla: Prise.
Mogsd aa a Bries? Magst auch eine Prise? (Schnupftabak)
A Bries un a Schiess, däs is wos gwiess!  Eine Prise und ein Furz, das ist was gewisses! = Da fühlt man sich wohl.

 

B 77

brässiän:   pressieren, eilen.

Wänns ned so brässiän deed, soochäd i ja niggs. Wenn es nicht so eilig wäre, würde ich ja nichts sagen.

-

Brässogg:   Pressack. dicker Mensch. 

Däs is dä a Brässogg, a oogfrässnä! Das ist (dä=) vielleicht ein angefressener Fettsack.

-

braung:   brauchen.

Wos braung mä dänn?  Was brauchen wir denn? (... sagte früher die Ladeninhaberin zur Kundin)

Äs is ja ned, als wä mäs häddn, miä könnädns scho braung! Es ist ja nicht, dass wir es hätten, wir könnten es schon brauchen!

-

Breedichd:   Predigt. Rüge. 

Eä hod mä dä a Breedichd kaldn. Er hat mir vielleicht (dä) ein Predigt gehalten.

-

Breedsn:   Schimpfwort. Breze(n).

Olda Breedsn! Alte Breze!

-

Breedsnfraa:   Brezenfrau. Brezenverkäuferin. 

Di Breedsnfraa känna mä scho nuch. Die Brezenfrau kennen wir schon auch noch.

-

Breema:   Bremse. Stechfliege. 

Wi a wilda Breema is ä durch di Küchn gsausd. Wie ein wilde Stechfliege ist er durch die Küche gesaust!

B 76

Bräggl|flaisch:   Zwiebelfleisch. 

Mai ledsds Brägglflaisch woä wi Schdroo. Mein letztes Zwiebelfleisch war wie Stroh.

-

Braibubi:   Breibubi.. verweichlichter Kerl. 

Di hom dä an Braibubi aufgädsoong! Die haben (dä= Füllsel = hier: vielleicht) einen verweichlichten Kerl aufgezogen.

-

Braigoschn:   Vielredner. 

Och di old Braigoschn maansd! Ach die alte Vielrednerin/Quatscherin meinst du!

-

Brallinee, Bralina:   Praline(n). 

Woos schänggsdn daina Fraa? - No, a Schachdl Brallinee. Was schenkts du denn deiner Frau? - No, eine Schachtel Pralinen.

-

Brängäla, Brändäla:   Kruste. 

Deä deed niggs wi di Brängäla roofrässn, deä Dunnäkailä! Der tät nichts (weiter) wie die Krusten runterfressen, der Donnerkeiler!

-

bränna:   brennen.

Di Kärzn bränna etzäd.  Die Kerzen brennen jetzt. 

Woos mi ned brännd, däs bloos i ned. Was mich nicht brennt, das blas ich nicht nicht.

-

bräschln:   prasseln. pinkeln. 

No, du kosd doch ned aimfoch o dän Haus noobräschln! Nanu, du kannst doch nicht einfach an das Haus hinpinkeln.

 

B 75

brächn:   brechen. erbrechen, erstaunt sein. 

Iech glaab, i muss mi brächn. Ich glaub, ich muss (mich) erbrechen.

Bräch dä fai kan ob! Brech dir (fai) keinen ab! = Sei mal nicht so erstaunt/stell dich nicht so an/mach nicht so viel Umstände

Iech bräch ob! Ich glaub's nicht!

-

Brädd, Bräddä:   Brett(er). 

A Brädd voän Hiän hom. Ein Brett vorm Hirn/Kopf haben.

Bai dän hob i an Schdaa in Brädd. Bei dem habe ich einen Stein im Brett. (bin ich gut angesehen)

Bräddla:   Brettchen.

Deä hod in sain Leem nuch kanna hardn Bräddla gäboäd. Der hat in seinem Leben noch keine harten Brettchen gebohrt. (nie Schwierigkeiten überwinden müssen)

-

Bradsn, Bradschn:   Pratze. 

Deä hod dä Bradsn! Der hat vielleicht eine Pratze!

-

bradschln:   prasseln. 

Horch nä, wiis in dä Küchn bradschld! Horch (hin), wie es in der Küche prasselt/brutzelt.

 

B  74

Bösdla:   Pöstchen.

Hosd scho widdä a nois Bösdla? Hast du schon wieder ein neues Pöstchen? 

-

Bosdn:   Posten.

Eä is ned rächd auf dem Bosdn. Er ist nicht der Richtige auf diesem Posten.

Eä hod an guudn Bosdn. Er hat einen guten Posten/gute Stelle.

-

bosiän, busiän:   poussieren. 

Doo wäd fai niggs busiäd! Da wird (fai) nix poussiert!

-

Bosiärä, Bosiärära:   Poussierer. 

Du oldä Bosiärä! Du alter Poussierer. (Madla-Schmecker)

-

Bosiä|schdängl: Poussierstengel. eifriger Flirter, Casanova. 

Kumm mä fai blos nimmä mid dän oldn Bosiäschdängl! Komm mir (fai) blos nicht mehr mit diesen alten Casanova!

-

braad:   breit. besoffen, müde. 

Eä is scho widdä ookudsd, obwools doäd fai braad is. Er ist schon wieder angestoßen (z.B. Blechschaden), obwohl es dort (recht) breit ist.

An long un braad wos däkleän. Jemanden etwas lang und breit erklären.

Eä is hald scho widdä braad. Er ist halt schon wieder besoffen. 

Woän miä braad nooch dera Wandärung. Waren wir müde nach dieser Wanderung.

B 73

Born: Barren. Futtertrog.

-

bosän: immerzu schimpfen.
Dud si immä nu mid dä bosän? Tut sie immer noch mit der schimpfen? Schimpft sie mit dir immer noch ununterbrochen?

Boschböädvärain: Postsportverein.
A weng nausn Boschboädvärain gee. Ein wenig hinaus zum Postsportverein gehen.

-

Bosd: Post.
Woä di Bosd scho doo? War die Post schon da?

-

Bosdärä, Bosdära: Postbeamter, -beamtin.
Wuu bläbdn di Bosdära? Wo bleibt denn die Postbeamtin?

-

Bosdgaul: Postgaul.
Wi a Bosdgaul oogschnaufd kumma. Wie ein Postgaul angeschnauft/schnaufend kommen. 

-

Bosdhaldä: Posthalter.

An Boshaldä gibds heud nimmä! Einen Posthalter gibt es heute nicht mehr!

 

B 72
Bood|ondsuch: Badeanzug.

Host du an schönn Bood|ondsuch o. Hast du einen schönen Badeanzug an.

-

boodrich: langsam.
Du ned so boodrich! Tu/Sei nicht so langsam!

-

Booln: Bohle, Polen. Brett.

Füä den Groom brauchn wiä nuch a poor Booln. Für den Graben brauchen wir noch ein paar Bohlen.

-

Boon frai: Bahn frei.
Boon frai, Kadofflbrai, Sauägraud is aa däbai! Bahn frei, Kartoffelbrei, Suerkraut ist auch dabei. 

-

Boong, Bööng: Bogen, Bögen.
An Boong um an machn. Einen Bogen um einen machen.

-

Böönla: Böhnchen.
A jeeds Böönla gibd sai Döönla. Ein jedes Böhnchen gibt sein Tönchen. (Furzen!)

-

Boos: Base. Cousine.

Ob deä sei Boos übähaubt kennt? Ob der seine Base/Cousine überhaupt kennt?

-

Börchä|masdä, Bürchämasdä: Bürgermeister.
Oogeem dud ä wi a Börchämasdä. Angeben tut er wie ein Bürgermeister.

-

Bori: Porree. Lauch.

Bori is a guuds Bamberchä Gemüs. Lauch ist ein gutes Bamberger Gemüse.

B 71

Bood:   Bad, Pate.
Is aans in Bood? Ist jemand im Bad?
Eä is fai mai Bood. Er ist (fai) mein Pate.

-

Boodä:   Bader. Dentist, Frisör. 
Gesd dsun Boodä? Gehst du zum Frisör?

-

Böödäla:   kleiner Trockenboden. 
Däs häng mä naufm Böödäla. Das hängen wir (hinauf) in den kleinen Trockenboden.

-

Boodhoosn:   Badehose. 
Vägäss fai dai Boodhoosn ned! Vergiss (fai) deine Badehose nicht!

-

Boodla: Tauf- oder Firmpate. Patenkind, kleines Boot. 
Früä is äs Boodla mid sain Boodla draun bai Buuch gän Boodla gfoän. Früher ist der Pate mit seinem Patenkind draußen bei Bug gern (mit dem) Haindampfer gefahren.

-

Boodn:   Boden, Baden. Speicher. 
Däs is a Foss oona Boodn.  Das ist ein Fass ohne Boden.

Miä grieng an noia Boodn. Wir kriegen einen neuen Boden (gelegt).
Geesd hoid mid dsun Boodn? Gehst du heute mit zum Baden (ins Schwimmbad).
Mai Aismboo is drom Boodn. Meine Eisenbahn ist oben (im) Boden (gelagert).

-

boodnlos:   bodenlos.
So a boodnlosa Frächhaid, wi däs, is mä nuch ned so laichd widäfoän. So eine bodenlose Frechheit, wie das, ist mir noch nicht so leicht wiederfahren.

B 70

Bongg, Bängg: Bank, Bänke.
Nai dä Bongg muss i aa schnäll nuch. In die Bank muss ich auch noch schnell.

-

Bonna, Boona: Bohne(n).
Di Bonna däf mä roodoo.
Bonna|schdanga, Boonaschdanga: Bohnenstange.
Däs is dä vällaichd a Bonnaschdanga!

-

Booh: Bahn. Eisenbahn, Bahnhof.
Geesd naus di Booh? Gehst du hinaus zum Bahnhof?

-

Bööbl: Pöbel.
Du väkeäsd dä mid an Bööbl! Du verkehrst (dä =) vielleicht mit einem Pöbel.

B 69

Bombä:  Bomber 
Däs is dä a Bombä! Das ist (dä = hier Füllsel vielleicht) ein Bomber (= Dicker, Starker)

bombadiän:  bombadieren. einreden. 
Di old Leäwaafm hod mi dä mid iän Gäwaaf bombadiäd. Die alte Leerrednerin hat mich (vielleicht) mit ihrem Gerede/Gepappel genervt. Oder: Die alte Leerpapplerin hat vielleicht auf mich eingeredet. 

-

Bombm:  Bombe(n). 
Däs hod aigschloong wi a Bombm. Das eingeschlagen wie eine Bombe.

-

Bombom: Bonbon(s). 
Da, hosd aa an Bombom, dassd di Goschn häldsd! Da (hingehalten), hast auch ein(en Bonbon, damit du den Mund hälst.

-

Bond, Bändla: Band, Bändchen. 
Di hod iän Oldn gands schöö on Bändla. Die hat ihren Alten ganz schön am Bändchen.

-

Bondwurm: Bandwurm. 
Deä hod doch än Bondwurm, wi deä frissd! Der hat doch einen Bandwurm, so wie der frisst.

-

Bonggäd, Bonggädn: Bankert. uneheliches Kind, freches Kind (kommt von "auf der Bank gezeugt")
Di hod scho widdä an Bonggäd. Die hat schon wieder einen Bankert.
Di hom dä a boä Bonggädn, Bruudähäds! Die haben (vielleicht) ein paar (einige) Bankerten, Bruderherz.

 

B 68

boliän: polieren, schlagen. 
An di Bladdn boliän. Einem den Kopf (hier: Kahlkopf, Platte, Glatze) polieren (=schlagen). Di Fressn boliän. Auf den Mund schlagen. 

Deä boliert sei Audo jedn Dooch. Der poliert sein Auto jeden Tag.

Boll, Bäll: Ball, Bälle. 
Geesd mied aufm Boll? Gehst du mit auf den Ball?

Di homm scho an Hauffn Bäll. Die haben schon einen Haufen (viele) Bälle.

-

Bollämichl: Schimpfwort. 
Bring fai dän Bollämichl nimmä mied! Bring (fai=Füllsel; hier: bloß) diesen ... nicht mehr mit!

-

bollän, bollän loo: fallen, fallen lassen. 
Eä bolläd hald nuch dauänd noo. Er fällt halt dauernd noch hin. (Kleinkind)
Eds hob is aus Väsääng bollän loo. Jetzt hab ich es aus Versehen fallen lassen.

-

Bollän, Bolln:  bollern, Augen, Pollen, Kugeln. 
Doo dreesd dai Bollän raus! Da drehst (du) deine Augen raus! 
Di Bolln machn manchn dsä schaffm. Die Pollen (der Pollenflug) machen manchen zu schaffen.
Bollän Glööss! Kugelklöße! (Runde Klöße)

-

bomaadich: pomadig, behäbig 
Sai bomaadichs Gäduu reechd mi auf. Sein pomadiges Getue regt mich auf.

B 67

Boiäla:   Bauer, Rülpser (vornehmlich bei Säuglingen) 

Iä Boiäla, iä gschrubbdn! Ihr Bauern, ihr geschrubbten!

Hod ä sai Boiäla scho gämachd? Hat er (hier: Säugling) seinen "Aufstoßer" schon gemacht? Kurz: Hat er schon aufgestoßen?

-

Boiära:   Schimpfwort. Bäuerin. 

Däs is dä a Boiära! Das ist vielleicht ein Bauernweib!

-

boiärisch:   bäuerlich. ländlich. 

Di mid iän boiärischn Gäduu, bassd ned dsu dän Moo. Die (Frau) mit ihrem bäuerlichen Getue/Habitus, passt nicht zu diesem Mann.

-

Boidl:   Beutel (Sack > Drecksack)

Eä is dä a eländä Boidl, dä Reesä! Er ist (dä = Füllsel, hier: vielleicht) ein Beutel/Sack/Strolch, der Andreas. 

boidln:   beuteln. frieren, vom Schicksal getroffen. 

Miech hods dä gäboidld. Mich hat´s vielleicht gefroren.

-

Boiln:   Beule.

Hosd scho widdä a Boiln o dain Audo? Hast (du) schon wieder eine Beule an deinem Auto?

-

Boisd:   Eber; Drecksack

Deä Boisd, deä misdich! Der Drecksack, der mistige. (von Mist abgeleistet)

 

B 66

Bodschambä, Bodschambäla: Nachttopf, Topf, Hut. 
Brunds hald nain Bodschambä! Mach halt dein Wasser in den Nachttopf!
Di hod dä an Bodschambä auf! Die hat (dä = Füllsel; hier: vielleicht) einen (z.B. komischen) Hut auf!
-
Bödsich:   Küchenabfälle, Abfälle. 
Roim fai dai Bödsich wäch! Räum´ (fai = Füllsel) deinen Abfall weg!
-
Boggäla:   kleine Zugmaschine.
Früher fuhr das "Schääzer Boggäla" (= BB-Triebwagen) von Bamberg nach Scheßlitz.
-
boggn:   bocken.
Gäll, dai Olda boggd scho widdä? Gell, dein Alter (meist Ehemann) bockt schon wieder? (= gibt sich stur)
-
bogg|schdaif:   bocksteif. 
Boggschdaif dsamgfroän wöä mä. Bocksteif zusammengefroren waren wir.

 

B 65

Böbl:   Pöppel. Spukgeist. 

Wad nä, wänn dä Böbl kummd! Wart nur, wenn der Spukgeist kommt!

-

Boch, Bäch:   Bach, Bäche. 

Wi Bäch sän ra di Drääna roo. Wie Bäche sind ihr die Tränen runter(gelaufen).

-

Bocha|diväs, Boggädiväs:   alter Lebemann. 

Deä old Bochädiväs grinsd hoid nuch di Waibä oo. Der alte Lebemann grinst heut noch die Frauen an.

-

Bo|daggn:   Kartoffeln. 

Scho widdä Bodaggn! Schon wieder (gibt es) Kartoffeln!

-

Bod|monee:   Portemonnaie. Geldbeutel. 

Gib mä amol dai Bodmonee! Gib mir mal dein Geldbeutel!

-

Bodsä:   Polizist(en), Polizei. 

Obochd, di Bodsä kumma! Obacht, die Polizisten/Polizei kommen/kommt!

-

Bodsä|niggl:   Knirps. 

Deä Bodsäniggl kummd mä grood rächd. Der Knirps kommt mir gerade recht.

 

B 64

Böäschla: Bürschchen, Junge.
Böäschla, kumm nä haam! Komm nur heim, Bürschchen.

-

Bobbäla, Böbbäla: Säugling.
Woos hodn mai Bobbäla? Was hat denn mein ...?

-

Bobbäs: Po, Hintern.
Högg di auf dain Bobbäs un gibb a Ruu! Setz (hock) dich auf deinen Hintern und gib Ruhe/sei friedlich.

-

Böbbl: Popel; abträgliches Wort gegenüber einem weniger hübschen Mädchen.
Schau nä, wi ä widdä di Böbbl dreed! Schau hin, wie er wieder die Popel dreht.

Das deä mit dem Böbbl rummlöft. Dass der mit der hässlichen ... ausgehen mag.

Schau noo, deä frissd dsägoä di Böbbl! Schau hin, der fisst soagar die Popel.

-

böbbln: popeln.
Höä auf dsä böbbln! Hör auf zu popeln!

B 63
Boädsl:   kleiner Kerl. 
Woos willn deä klaa Boädsl aingdlich? Was will denn der kleine Kerl eigentlich?
-
boän:   bohren.
Eä dud niggs wi boän, äraing dud ä goä niggs. Er tut/macht nichts (anderes) wie bohren, erreichen tut er gar nichts.
-
boäniäd:   borniert.
Boäniädä Hund
Boäniäda Sau!
-
Boäschdn, Boschdn:   Borsten. Haare, Frisur. 
Dai Boschdn däfsd aamol widdä schnaidn lossn! Deine Haare darfst (du) (einmal) wieder schneiden lassen!
-
Böäschdn:   Bürste. freches Mädchen. 
Di Klaa is dä vällaichd a elända Böäschdn! Die kleine ist (dä = Füllsel) vielleicht eine elende (Kratz-)Bürste/freches Mädchen.
-
böäschdn:   bürsten, sexueller Vorgang
O dän schwoädsn Dsoich däfsd hald niggs wi böäschdn. An dem schwarzen Zeug darfst halt nichts (anderes) wie bürsten. 
-
Böäschdn|bindä:   Bürstenbinder. 
Deä söffd wi a Böäschdnbindä. Der säuft wie ein Bürstenbinder.

 

B 62
bluudich: blutig.
Di blöödn Hund hom sich bluudich gschloong. Die blöden Hunde (=dummen Kerle) haben sich blutig geschlagen,

-

bluudjung: blutjung.
Bluudjung hom si nain Griech gämüssd. Blutjung haben sie in den Krieg gemusst.
Di hom aa bluudjung kaiäd. Die haben auch blutjung geheiratet.
A bluudjungs Maadla. Ein blutjunges Mädchen.

-

Blüüdn: Blüte(n). Falschgeld, lustiger Mensch.
Du bisd mä dä a Blüüdn! Du bist mir (dä = hier) vielleicht ein lustiger Kerl.

-

bluudn: bluten. bezahlen.
Doo kosd bluudn! Da kannst zahlen!

-

Bluud|wuäschd: Blutwurst.
Dsamgschnüäd is si wi a obgäbundäna Bluudwuäschd. Zusammengeschnürt ist sie wie eine abgebundene Blutwurst. (meint hier enges Kleid)

-

boä, boäla: paar. wenige.
No, a boäla weän scho kumma. Na, ein paar/einige wenige werden schon kommen.

-

Boäd: Bart. Kinn.
Doo hod na dä Boäd gäbibbäd. Da hat ihm der Bart gebibbert. (vor Angst)
Wosd doo dädseelsd, däs hod doch scho long an Boäd. Was du erzählst, das hat doch schon lang einen Bart. (schon lange bekannt)

B 61

blössd: bläst. trinkt.
Deä blössd doch nain sälwän Hoän. Der bläst doch in (das) selbe/gleiche Horn. (sagt/macht das Gleiche)
Deä blössd wos wäch. Der säuft was weg. (...recht viel)

-

blümärand: sonderbar, unwohl.
Däs is scho a weng blümärand. Das ist schon ein wenig seltsam.
Miä is gands blümärand. Mir ist ganz unwohl.

-

Blumma, Bluuma: Blume(n).
Dera köäds gschaid gsochd, ned blos durch di Bluuma. Der/Ihr gehört es deutlich gesagt, nicht nur durch die Blume.

-

Blumma|dobf: Blumentopf.
Doo kosd kan Blummadobf mid gäwinna. Da kannst du keinen Blumentopf damit gewinnen. (...keinen Erfolg haben.)

Blumma|gädnä: Blumengärtner.
Eä is a rainä Blummägädnä, eä hod mid Gämüüs niggs dsä doo. Er ist ein reiner (ausschließlich) Blumengärtner. er hat mit Gemüse nichts zu tun.
Blumma|schärm: Blumentopf.
Lang mä amoll an Blummaschärm heä, dass is aidobfm ko! Reich mir mal einen Blumentopf her, dass ich´s eintopfen kann!

-

Blundsn: Blunze, Wurstdarm, dicker Mensch, schlecht aufgepumpter Fußball.
Di Blundsn hosd aa midgfrässn, noja, di budsd än Dorm aus. Den  Wurstdarm hast du auch mit gefressen, naja, die putzt den Darm aus.
Di Blundsn soll dän Bärch naufkumma? Die Dicke soll den Berg raufkommen?
Däs is dä a fädda Blundsn! Das ist (dä = hier vielleicht) eine Fette ...!
Schmaiss blos di Blundsn wäch! Wirf/schmeiß bloß den platten Ball weg! (... der ist schlecht aufgepumpt)

 

B 60

Blösch: Schläge.
Kumm nä haam, grigsd dai Blösch! Komm nur heim, kriegst deine Schläge!

-

Blöschärä: Rausch.
Deä hod dä widdä baidsaidn sain Blöschärä kobd. Der hat ( Füllsel "dä" = vielleicht) wieder frühzeitig seinen Rausch gehabt.

-

Blösch|hund: exzessiver Trinker.
Deä Blöschhund feäd nu, un miä hom si än Füäräschain gänumma. Der Säufer fährt jetzt, und mir haben sie den Führerschein (ab)genommen.

-

blöschn: schlagen, etwas heftig tun.
Deä blöschd nai. Der schlägt rein.

-

Blöschsau: exzessive(r) Trinker(in).
Wännsd so a Blöschsau hosd, di söffd di orm. Wenn du eine Trinkerin hast, die säuft dich arm.

 

B 59

bloong, bleeng: plagen.
Höä auf, mi dauänd dsä bloong! Hör auf, mich dauernd zu plagen.
Di Gädnä müssn si scho bleeng. Die Gärtner müssen sich schon plagen.

-

Bloosbolch: Blasebalg.
Deä schnaufd wi a Bloosbolch. Der schnauft wie ein Blasebalg.

-

Bloosn: Blase. Gemeinschaft, Freundeskreis.
Du hosd obbä a schwocha Bloosn. Du hast aber eine schwache Blase.
Iä said dä a dsümbfdicha Bloosn! Ihr seid (dä = hier: vielleicht) eine zünftige Gemeinschaft.

-

bloosn: blasen. saufen, schnaufen.
Eä dud niggs wi nais sälwa Hoän bloosn. Er tut nichts wie in das selbe Horn blasen. (= wiederholen)
Hosd bloosn gämüssd? Hast (du) blasen gemüsst. Musstest du blasen.
Doo hom mä dä an gäbloosn. Da haben wir (dä = Füllsel) einen geblasen. Wohl: kräftig getrunken. 
Deä blössd wi a Bosdgaul. Der bläst/schnauft wie ein Postgaul.

Blöössn: Blöße.
Doo wäsd dä doch ka Blöössn geem! Da wirst du dir doch keine Blöße geben!

B 58

Bloi: Schläge.
Kumm nä ham, grigsd dai Bloi! Komm nur heim, (dann) bekommst du deine Schläge.-

-

bloia: schlagen.
Wos di sich bloia! Was die sich schlagen!

-

Blon, Blään, Bleen: Plan, Pläne.
Hosd daina Bleen scho aigäraichd? Hast (du) deine Pläne schon eingereicht?
Blona: Plane.
Du hald a weng a Blona drübä! Tu halt (ein wenig) eine Plane darüber!

-

Blooch, Bleech: Plage. Mühe.
Äs si scho a Blooch auf dera Wäld. Es ist schon eine Plage auf dieser Welt.

Mid dän hosd niggs wi Bleech. Mit dem hast nichts wie Mühe.

-

Bloochgaisd: Plagegeist. 

Schau, dassd daina Bloochgaisdä nain Bedd bringsd! Schau, dass du deine Plagegeister (hier: Kinder) ins Bett bringst!

-

blööggn: blöken. schreien.
Dai Moo ko niggs wi blööggn. Dein Mann kann nichts wie (rum-)schreien.

B 57 

Blodd, Bläddä:   Blatt, Blätter. 

Ka Blodd voän Mund neema. Kein Blatt vor dem Mund nehmen.-

-

Blods, Bläds:   Platz, Plätze. 

Schööna Bläds hom mä kobd. Schöne Plätze haben wir gehabt.

-

blööd|gsuffm:   blödgesoffen. 

Blöödgsuffm doheäreedn, däs konnsd! Dumm (wie besoffen) daherreden, das kannst (du)!

-

blööd|kumma:   schräg anreden. 

An a weng blöödkumma. Einen (ein wenig) schräg anreden. 

Kumm mä fai a weng blöd! Komm mir (bloß) nicht blöd!

-

Blöödsn:   großer Bauch. 

Hod deä a Blöödsn! Hat der einen großen Bauch (große Wampe)

B 56

Bindschlaing:   Blindschleiche, Frau mit starker Brille

Dän sai Olda is aa so a Blindschlaing. Dem seine Alte ist auch so eine Blindschleiche.

-

blödsli:   plötzlich.

Eä is rächd blödsli gschdorm. Er ist recht plötzlich gestorben.

-

blööd:   blööd.

Bisd schöö blööd!  (Du) bist schön blöd!  Hier: unbedarft, naiv

Deä is ja blööd, dass ä schdössd. Der ist ja blöd, dass er stößt. Hier: dumm

Blööd wi Schiffäschaisse. Dumm wie Schifferscheiße.

Blööd wi di Nochd finsdä. Dumm wie die Nacht finster.

Blöödgschissn. Dummgeschissen (= dumm aufgrund der Umstände)

Wos wisdn, du blööds Gsichd? Was willst du denn, du blödes Gesicht.

An Blöödän müssd dä öäschd amoll finna! Einen Dümmeren müßt ihr erst einmal finden!

-

Blöödäla:   Blödel. Dummkopf. 

Du bisd mä dä a Blöödäla! Du bist mir (vielleicht) ein Dummkopf!

-

blööd|doo:   blödtun.

Du nä nu weng blööd! Tu nur noch etwas blöd! Komm mir nur noch ein wenig blöd daher! = provozieren

B 55

Bläss:   Blesse. Stirn, Kopf. 

Grigsd glai aana auf di Bläss!  (Du) bekommst gleich eine(n Schlag) auf den Kopf/die Stirn.

Hob iech hoid a Bläss draufsidsn! Habe ich heute einen Kopf draufsitzen (Fieber, Ausnüchterung).

-

Blaudärä|mänd:   Mundwerk. 

Dera iä Blaudärämänd machäd mi hii. Der ihr Mundwerk würde mich umbringen.

-

Blauwienä:   unansehnliche, nicht geschwefelte Klöße. 

Gä mä fai foäd mid denna Blauwienä! Geh mir (bloß) weg mit diesen unansehnlichen Klößen!

-

Blids|oblaidä:   Blitzableiter. 

Edsd brauchd dä widdä miech als Blidsoblaidä. Jetzt braucht d/er wieder mich als Blitzableiter.

-

Blindschiess:   Tolpatsch. 

Wos wisdn, du Blindschiess? Was willst (du) denn, du Tolpatsch.

B 54

Blämbl:   minderwertige Ware. dünnes, fades Getränk, Gesöff

Gee waidä mid dain Blämbl! Geh weiter mit deinem Gesöff.

Dain Blämbl kosd selwä saufm! Dein fades Gesöff kannst selber saufen.

-

bländn:   blenden.

Loss di fai vo dera ned bländn! Lass dich (fai) von der/ihr nicht blenden.

Dunnäkail, bländ di Sunna hoid! Donnerkeil, blendet heute die Sonne!

-

blangg:  blank.

Iech bi blangg. Ich bin blank. (= ohne Geld etc.)

-

blärn:   plärren. schreien, kreischen. 

Deä ko aa niggs wi blärn, di old Soigoschn! Der kann auch nichts wie schreien, das alte Saumaul.

-

Blärrä:   Plärrer.

Doo geeds ja dsu wi aufm Blärrä. Da geht es  ja zu wie auf dem Plärrer (= ehem. Bamberger Volksfest)

Gä mä a weng nausn Blärrä?  Gehen wir "ein wenig" (= nicht wörtlich gemeint) hinaus zum Plärrer?

On schönsdn woäs aufn oldn Blärrä draun Hain. Am schönsten war es auf dem alten Plärrer draußen (am Heinrichsdamm).

B 53

blädsn:   brennen, rauchen, schlagen. 

Hoid blädsd di Sunna roo. Heute brennt die Sonne runter.

Deä blädsd wi a Sau. Der raucht wie ein Schwein.

Dän hob i dä aana draufgäblädsd. Dem habe ich (dä = schwer übersetzbar; hier: vielleicht) eine draufgeschlagen/gehauen.

-

Blagäs, Blachäs:  Schläge. 

Eä hod sai Blachäs grichd. Er hat seine Schläge gekriegt.

-

bläggn:   blecken. zeigen, hervorstechen. 

Mama, di hod di Dsunga auf mä gäbläggd! Mama, die hat die Zunge auf mich gebleckt. Mama, die hat mir die Zunge gebleckt.

Di bläggd dä di Dsee. Die zeigt dir die Zähne.

Di noi Farb bläggd dä, dass nimmä schöö is. Die neue Farbe sticht hervor, dass es nicht mehr schön ist.

-

blaiän:   bleiern. schwer. 

Mai Baa sän wi blaiän, iech glaab, iech wä grongg. Meine Beine sind (recht) bleiern, ich glaub, ich werde krank. 

-

blaim, bläbsd:   bleiben, bleibst du. 

Miä blaim di Oldn. Mir bleiben die Alten!

Bläbsd doo? Bleibst du?

B 52

Bladdn:   Platte(n). Glatze, Kopf. 

Du mussd dai Bladdn mid Daummisd boliän! Du musst deine Glatze mit Taubenmist polieren.

Dän hom si dä di Bladdn boliäd. Dem haben sie vielleicht den Kopf poliert. (dä = nicht übersetzbar)

-

Bläddärä:    Rausch. 

Deä hod an Bläddärä kobd wi dausnd Russn. Der hat einen Rausch gehabt wie tausend Russen.

-

Bläddla:   Blättchen. Tageszeitung, Zeitschrift. 

Wuu isn äs Bläddla? Wo ist denn die Zeitung?

-

bläddln:   plätteln. fliesen. 

Di lossn fai dsägoä iän Källä bläddln. Die lassen sogar ihren Keller fliesen. (fai = nicht übersetzbar)

-

Bladschä:   Platscher. Regenguss. 

Äs hod grood an Bladschä gädoo. Es war gerade ein Regenguss.

-

Blädsla:   Plätzchen.

Hobd dä nu a Blädsla fä mä? Habt ihr jetzt ein Plätzchen für mich?

-

bladsn:   platzen. Platz nehmen. 

Voä Wuud hädd i bladsn könna.  Vor Wut hätte ich platzen können.

Du di hald bladdsn! Tu dich halt hinsetzen!  Setz dich halt hin!

B 51

blääggn, Blääggn:   Schimpfwort. blöken. 

Woos hodn di Old scho widdä dsä blääggn? Was hat denn die Alte schon wieder zu schimpfen?

Di old Blääggn soll als öäschds amol iä Maul haldn. Die alte Schreierin soll als erstes einmal ihr Maul halten.

-

Blääg|goschn:   Schreihals.

Weä isn di Blääggoschn? Wer ist der Schreihals?

-

Bläch|kisdn:   Blechkiste. 

Schau fai, dassd dai Blächkisdn doo wächfeäsd, sunsd bassiäd wos! Schau bloß, dass du dein Auto da wegfährst.

-

bladd:   platt.

Gäll, doo bisd bladd! Gell, da bist du platt (staunst du, sagst nichts mehr)

An Bladdn hom.  Einen platten Reifen haben.

-

Bladdän:   Blattern. 

Hod ä amend goä di Bladdän, wall mä na nimmä sichd? Hat er am Ende gar die Blattern, weil man ihn nicht mehr sieht?

-

bladdln:   trinken. 

Dusd scho widdä bladdln? Tust (du) schon wieder trinken? oder Säufst du schon wieder!? 

B 50

Binsl, Bänsl:   Schimpfwort. Pinsel. 

Woos willn deä Binsl scho widdä doo? Was will denn der Pinsel schon wieder tun/machen.

-

Binsn:   Binsen. 

Däs is doch scho längsd nai di Binsn ganga. Das ist doch schon längst in die Binsen gegangen (=gescheitert).

Binsn|woähaid:   Binsenwahrheit. 

Doo hod sich widdä amol a olda Binsnwoähaid bäwoähaid. Da hat sich wieder einmal eine alte Binsenwahrheit bewahrheitet.

-

bissäla, bissla:   bisschen. 

Dsu, rudsch a bissäla, donn bass i aa nuch noo! Geh zu, rutsch ein wenig (auf), dann pass ich auch noch hin.

-

Bissgurn:   streitsüchtige Frau. 

Nimm di fai voä dera oldn Bissgurn in Ochd! Nimm dich (fai = unübersetztbares Füllsel) vor der alten Bissgurken in Acht.

-

Biwl:   Bibel.

Däs schdedd scho in dä Biwl gschriem. Das steht schon in der Bibel geschrieben.

-

bläa, bleea:   blähen. 

Blää doch di Sach ned unnödich auf! Bläh/blas doch die Sache nicht unnötig auf!

Miech bleea di Linsn. Mich blähen die Linsen.

B 49
Bimbäla wichdich, Bämbäläs wichdich: Wichtigtuer.
Wi sai Voddä, däs woä aa scho so a Bimbäla wichdich, braugsd di ned wunnän! Wie sein Vater, der war schon so ein Wichtigtuer, brauchst dich nicht zu wundern.

-

Bimbäläs|loodn: Kleinkramgeschäft.
Ka Wunnä is ned, dass deä dsugämachd hod mid sain Bimbäläsloodn. (K)ein Wunder ist es nicht, dass der (Besitzer des Ladens) zugemacht hat mit seinem Kleinkramgeschäft.

-

Bimbl: Schimpfwort. 

Wos willn deä Bimbl? Was will denn der Bimbl.
Bimbl|hubä: Wichtigtuer.
Hald dai Goschn, du Bimblhubä! Halt deinen Mund, du Wichtigtuer.

-

Bindä: Binder. Krawatte.
Mächsd an Bindä noo? Machst du eine Krawatte um?

-

Bindn: Binde. Hals, Rachen.

Sai Grossvorrä hod aa gän an hindä di Bindn gägossn. Sein Großvater hat auch gern Eines (z.B. Bier) (hinter ...) mehr getrunken.

-

binggln: pinkeln.
Iech muss scho widdä dsän Binggln. Ich muss schon wieder pinkeln (gehen).

B 48
Bidschla: Mütze.
No, dän kännsd doch aa, so a Bidschla hod dä immä auf! Na, den kennst (du) doch auch, so eine Mütze hat der immer auf.

-

Bidschn: Niederlage.
Doo hom mä dä a Bidschn grichd. Da haben mir eine Niederlage gekriegt. (dä= unübersetzbares Füllsel)

-

bidschn: schlagen.
Deä Reeng bidschd an nai di Aang. Der Regen schlägt einem in die Augen (hinein). (nai= hinein)
Di hom mä dä gäbidschd! Die haben wir geschlagen(dä= unübersetzbares Füllsel)

-

bidsälich: bitzelig. brennend, prickelnd.
Sän daina Fingä aa so bidsälich kold? Sind deine Finger auch so bitzelig kalt. Bitzeln dein Finger auch vor Kälte.
bidsln: bitzeln. brennen, prickeln.
Mai Fingä bidsln. Meine Finger bitzeln.

-

Biib: Piep. Truthahn, Laut, roter Kopf.
Deä hod kan Biib meä gämachd. Der hat keinen Laut mehr gemacht.
Deä hod dä an Biib drauf. Der hat vielleicht einen roten Kopf (drauf).

B 47

bichn: pichen. abdichten.
Di Fässä körädn gäbichd. Die Fässer müssten abgedichtet werden.

-

biddä: bitter.
Di Woähaid is ofd biddä. Die Wahrheit ist oft bitter.

-
biddln: bitten.
Doo braugsd goä ned biddln, dä Vorrä hod naa gsochd un doo däbai bläbds. Da brauchst du gar nicht zu bitten, der Vater hat nein gesagt und dabei bleibts.

-

bidschä|badschäd|noss: pitschnass.
Bidschäbadschädnoss säm mä ookumma, blos di Undähoosn woä nuch druggn. Pitschnass sind wir heimgekommen, bloß/nur die Unterhose war noch trocken.

 B 46

Biän, Bärn: Birne(n). Kopf.
Deä hod dä a Biän draufsidsn. Der hat (dä = Füllsel/vielleicht) einen (komischen) Kopf daraufsitzen.
A roda Biän grieng. Einen roten Kopf bekommen.
Doo hod mä di Biän gäraachd. Da hat mir der Kopf geraucht.

-

Biä|oäsch: Schimpfwort. Bierarsch.
An richdichn Biäoäsch hom. Einen richtigen Bierarsch haben.

-

Biä|schdimm: Bierstimme. tiefe Stimme.
Di Biäschdimm känn i doch aa wuheä! Diese Bierstimme kenne ich doch auch woher!

-

Biä|schlöbbm: Bierschlöppe. Säufer.
Di old Biäschlöbbm is aa widdä doo, schau fai, dassd di schlaichsd! Dieser alte Säufer ist auch wieder da, schau bloß, dass du abhaust (schleichst).

-

bibbän: bibbern. zittern, beben.
Doo braugsd ned scho voheä bibbän! Da brauchst du nicht schon vorher zittern (Angst haben).
Bibbärä: Bibberer. alter, zittriger Mann.
Woos wisdn mid dän oldn Bibbärä oofanga? Was wllst du denn mit dem alten Angsthasen anfangen?

B 45
Bfusch: Pfusch.
Nu weng an Bfusch machen, donn is Faiäoomd. Noch ein wenig Pfusch machen, dann ist Feierabend.

-

Bfuschä: Pfuscher.
Deä Bfuschä kummd mä nimmä nais Haus. Der Pfuscher kommt mir nicht mehr ins Haus.

-

bfuschn: pfuschen.
Bfuschn ko i sälwä aa. Pfuschen (Pfusch machen) kann ich auch selber.

-

Biä: Bier.
Du nä nu weng rum, donn rüä i mid main Fingä in dain Biä a weng rum! Tu nur noch etwas herum (Zier dich nur noch ein wenig),  dann rühr ich mit meinem Finger in deinem Bier ein wenig rum.

Biä|bauä: Bierbauer. Bierlieferant.
Woä dä Biäbauä scho doo? War der Bierlieferant schon da?

-

Biä|gsichd: Biergesicht, Säufer.
Noo, däs Biägsichd kännsd doch aa! Na, dieses Biergesicht kennst (du) doch auch!

-

Biä|laich, Biälaing: Bierleiche(n).
Bain Boggooschdich, doo kosd widdä Biälaing sääng! Beim Bockbier-Anstich, da kannst wieder Bierleichen sehen. 

B 44
Bfrobfä: Schimpfwort. Pfropfen. Korken.
Deä Bfrobfä brauchd äs Maul aufraissn. Der "Propfen" braucht das Maul aufreißen.

-

bfrobfäd voll: überfüllt, übersättigt.
Nooch dän Ässn wori bfrobfäd voll. Nach dem Essen war ich randvoll.

-

bfrobfän: leise vor sich hinschimpfen.
Woos bfrobfäd si dänn scho widdä? Was schimpft sie denn schon wieder vor sich hin?

-
Bfüll: Pfühl. Federkissen.
A schöss Bfüll. Ein schönes Kissen.

-

Bfundskärl: Pfundskerl.
Iä Moo is a Bfundskärl. Ihr Mann ist ein Pfundskerl.

B 43

Bflogg, Bflögg: Pflock, Pflöcke. kleine, dicke Menschen. 
Iä Muddä woä aa scho so a Bflogg, di weän alla so Bflögg. Ihre Mutter war auch schon so dick, die werden alle solche Pflöcke.
-
Bfloggä: Schläger, unbeholfener Mensch, derbe Schuhe.
Däs is aa so a olbänä Bfloggä! Das ist auch so ein unbeholfener Mensch. (olbänä = ungelenk)
Deä hod dä a boä Bfloggä oo! Der hat (Füllsel: vielleicht) ein paar derbe Schuhe an.
bfloggn: schlagen.
-
Bföäds: Fürze. Unannehmlichkeiten.
Mach fai ka Bföäds! Mach mir keine Schwierigkeiten.
-
Bföädsla: Fürzchen. winziger Rest.
Däs Bföädsla hods dä oogädoo. Die Winzigkeit hat es dir angetan.
-
Bfoifm: Pfeife. Tabakspfeife.
Du Bfoifm! Du Pfeife! 
Di kosd doch alla in dä Bfoifm raang. Die kannst du doch alle in der (Tabaks)Pfeife rauchen.
-
bfoifm: pfeifen.
Iech bfoif dä wos, such dä an Dümmän! Ich pfeif dir was, such dir einen Dümmeren.
-
Bfoifm|kobf: Pfeifenkopf.
Deä Schiäri is a Bfoifmkobf. Der Schiedrichter ist ein Pfeifenkopf.

B 42

Bfennich, Bfenning, Bfenni: Pfennig.
Deä dreed an jeedn Bfennich um. Der dreht einen jeden Pfennig um. (= sehr sparsam, knausrig)
Schaiss auf di boä Bfenning! Scheiß/pfeif auf die paar Pfennige!

-
Bfennich|fugsä: Pfennigfuchser, Knauserer 
Deä old Bfennichfugsä nimmd fai aa niggs mied. Der alte Pfennigfuchser nimmt (fai) auch nichts mit (wenn er stirbt).

-

Bferde|schdoll: Pferdestall.
Doo riechds wi in an Bferdeschdoll. Da riecht es wie in einem Pferdestall.

-

Bfiffä: Pfiffer. Pilze.
Du bisd mä dä a Bfiffä! Du bist mir (dä) vielleicht ein Pfiffer.
Iech möchäd widdä amoll naus di Bfiffä. Ich möchte wieder einmal hinaus zu den Pilzen. (Pilzsammeln)

-

Bfiif: gepanschtes Bier, Gesöff
Gee mä fai mid dän Bfiif, eerä sauf i goä niggs! Geh mir (fai) weg mit diesem Gesöff.

-

Bfingsd|ogs: Pfingstochse = sehr herausgeputzt
Deä laffd aa immä rum wi a Bfingsdogs. Der läuft auch immer herum wie ein Pfingstochse.

-

Bflaadschn: großes, flächiges Stück.
A Bflaadschn Schnidsl woä dä däs! Ein großes Schnitzel war das.

-

Bfläädschn: beleidigtes Gesicht od. weinerliches Gesicht
Braugsd goä ka Bfläädschn dsieng! Du brauchst gar kein beleidigtes Gesicht zu ziehen/machen.

-

bfläädschn: regnen, weinen.
Äs bfläädschd äs wi. Es regnet wie selten/sehr stark.
Höä auf dsä bfläädschn, sunsd fängsd nu aana! Hör auf zu weinen, sonst fängst/bekommst noch eine Ohrfeige.

B 41

bfäffd: pfeift.
Hoid bfäffd dä Wind obbä gschaid. Heute pfeift der Wind aber kräftig.
Deä bfäffd ned schlächd, deä Schiäri. Der pfeift nicht schlecht, der Schiedsrichter.
Doo bfäffsd drauf! Da pfeifst drauf!

-

bfaif, bfoif drauf: Verzichte. Vergiß es.
Bfoif drauf, miä gän edsed! Pfeif drauf, wir gehen jetzt!

-

Bfanna: Pfanne(n).
An nai dä Bfanna haua. Jemanden in die Pfanne hauen. Jemanden Schaden zufügen.
Dän hob i scho long auf dä Bfanna. Den habe ich schon lange im Visier.

-

Bfarrä: Pfarrer.
Dä Bfarrä woä fai aa däbai. - Wosd ned sägsd? Der Pfarrer war auch dabei - Was du nicht sagst?

-

Bfäsich: Pfirsich(e).
Di hod a Gsichdla wi a Bfäsich.Die hat ein Gesichtchen wie ein Pfirsich.

B 40
Beenäd: Spinat.
A frischä Beenäd is wos Fains. Ein frischer Spinat ist was Feines.

-

Beesn: Schimpfwort. Besen.
Doo fräss i an Beesn. Da fress ich doch einen Besen.
Däs is ned blos a Beesn, däs is scho a oldä Dsanggbeesn. Das ist nicht bloß ein Besen, das ist schon ein alter Zankbesen. 

-

benna: pennen. schlafen, übernachten.
Du kosd fai bai miä benna. Du kannst bei mir schlafen. "fai" ist unübersetzbares Füllsel

-

bessä: besser.
Wännsd alläs bessä wassd, donn mach dain Dreeg doch sälwäsd! Wenn du alles besser weißt, dann mach deinen Dreck (=Sache) doch selber!

-

Bfäffä: Pfeffer.
Dän däfsd Bfäffä geem.
Deä hod aa ka weng Bfäffä in Oäsch, deä daab Hund! Der hat auch kein wenig Pfeffer im Arsch, der taube (=schlappe) Hund.

-

bfäffän: pfeffern.
So wi di gäbfäffäd hod, brännd däs Ässn morng aa nu amol. So wie die gepfeffert hat, brennt des Essen morgen auch noch einmal.

Beenäd: Spinat.
A frischä Beenäd is wos Fains. Ein frischer Spinat ist was Feines.

-

Beesn: Schimpfwort. Besen.
Doo fräss i an Beesn. Da fress ich doch einen Besen.
Däs is ned blos a Beesn, däs is scho a oldä Dsanggbeesn. Das ist nicht bloß ein Besen, das ist schon ein alter Zankbesen. 

-

benna: pennen. schlafen, übernachten.
Du kosd fai bai miä benna. Du kannst bei mir schlafen. "fai" ist unübersetzbares Füllsel

-

bessä: besser.
Wännsd alläs bessä wassd, donn mach dain Dreeg doch sälwäsd! Wenn du alles besser weißt, dann mach deinen Dreck (=Sache) doch selber!

-

Bfäffä: Pfeffer.
Dän däfsd Bfäffä geem.
Deä hod aa ka weng Bfäffä in Oäsch, deä daab Hund! Der hat auch kein wenig Pfeffer im Arsch, der taube (=schlappe) Hund.

-

bfäffän: pfeffern.
So wi di gäbfäffäd hod, brännd däs Ässn morng aa nu amol. So wie die gepfeffert hat, brennt des Essen morgen auch noch einmal.

 

B 39
Bedä: Peter.
Bedä hassd a jeedä. Peter heißt ein jeder.

-

bedd: bettet.
Wi mä sich bedd, so lichd mä. Wie man sich bettet, so liegt man.

-

Bedd, Beddn, Beddä: Bett(en).
Di Beddn muss i aa nuch machn. Die Betten muss ich auch noch machen.
Hoid is schöö, doo ko mä di Beddä naushänga. Heute ist (das Wetter) schön, da kann man die Betten (ins Freie) hängen

-

Bedd|badschä: Bettpatscher. Teppichklopfer.
Wad nä, wänn dä Vorrä kummd, grigsd si midn Beddbadschä! Wart nur, wenn dein Vater kommt, kriegst sie mit dem Bettpatscher.

-

Bedd|brundsä, Beddsaachä: Schimpfwort. Bettnässer.
Woos willn deä Beddbrundsä doo? Was will denn der ...?

-

Bedd|hoofm: Betthafen. Nachttopf.
Früä hod jeedä sain Beddhoofm undän Bedd kobd. Früher hat jede/r seinen/ihren Nachttopf unter dem Bett gehabt.

-

Bedd|hubfäla: Süßes vor dem Schlafengehen.
Da, hosd a Beddhubfäla! Da, hast dein Betthüpferla!

-

Beddi: Betti, Elisabeth
No, wänns dai Beddi ned waass, donn schdimmds ned. Nein, wenn es deine Betti nicht weiß, dann stimmt´s nicht.

-

Bedd|schdäddla: Kinderbett.
Eä schlöffd fai nu in sain Beddschdäddla. Er schläft nun/jetzt in seinem Kinderbett. fai = unübersetzbares Füllsel!

-

Bedd|schweän: Bettschwere, bisweilen auch nach Alkoholgenuss. Ermüdung. 
Mai Beddschweän hob i nu long ned. Meine Bettschwere hab ich noch lange nicht.

B 38
Beä, Beän: Beere(n), Bär(en).
Geed dä aa weng naus di Beän?  Geht ihr auch (ein wenig) hinaus zum Beerensammeln?
Eä is dä a Beä vo an Monnsbild.  Ist das ein Bär von einem Mann.
Deä hod dä an Beän aufgäbundn. Der hat dir einen Bären aufgebunden (eine erfundene Geschichte gesagt).

-
beäblau: beerenblau, zusammengefroren, sturzbetrunken.
Beäblau gfroän sai. Total zusammengefroren/betrunken sein.
Di sän scho widdä beäblau on hällichsdn Dooch. Die sind schon wieder am hellen Tag besoffen.

-

Beädla: Bärtchen. spärlicher Bart.
Wäsd glai aana auf dain Beädla grieng! Du wirst gleich einen Schlag auf dein Bärtchen kriegen.

-

Beäla: Pärchen.
Wi a Beäla föän Oldeäla. Wie ein Paar für den Altar!

-

Beän|draibä: Bärentreiber.
Deä old Beändraibä is aa widdä doo! Der alte Bärentreiber (?) ist wieder da!

-

Beän|dreeg: Bärendreck. Lakritze.
Mogsd aa an Beändreeg? Magst auch etwas Lakritze?

 B 37
bäwärm: bewerben.
Bäwärm kosd di scho, blos nüdsn wäds niggs. Bewerben kannst du dich schon, bloß/nur nützen wird es nichts.

-

Bäweechung: Bewegung.
Bai anä jeedn Bäweechung dud mä äs Groids wee. Bei einer jeden Bewegung tut mir das Kreuz/der Rücken weh.

bäweeng: bewegen.
Sai Dood hod mi scho bäweechd. Sein Tod hat mich schon bewegt/berührt.
Miä hom oogäbaud, edsäd ko mä si eerä a weng bäweeng. Wir haben angebaut, jetzt kann man sich (eher) ein wenig (besser) bewegen.

-

bäwoähaidn: bewahrheiten.
Iech kos fai bäwoähaidn. Ich kann das bewahrheiten/bezeugen.

-

bäwoän: bewahren. beschützen.
Godd, bäwoä mi! Gott, bewahr mich! > einen solchen Blödsinn zu machen oder: beschütze mich vor einem solchen Unglück.

B 36
Bauän|fümbfä: Bauernfünfer. Schlitzohr.
Deä Bauänfümbfä hod mi aamol übäs Ooä kaud, a dswaidsmol bassiäd mä däs nimmä. Der Bauernfünfer hat mich einmal übers Uhr gehauen, ein zweites Mal passiert mir das nicht mehr.

-

Bauänramml: Bauernrammel.
Du Bauänramml, du raigschnaidä! Du hergelaufener Bauernrammel/-lümmel.

-

Bauärai: Bauerei. Hausbau oder Landwirtschaft.
Edsd langd mäs mid dä Bauärai. Jetzt reicht mir´s mit der Landwirtschaft/Feldarbeit/Hausbauerei.
Mid dä Bauärai is nimmä waid heä. Mit der Landwirtschaft ist es nicht mehr weit her/kein Staat mehr zu machen.

-

Bauch, Böchd, Boich: Bauch, Bäuche.
Mai Bauch hod aa mai Gäld gäkosd. Mein Bauch hat auch mal Geld gekostet.
A Böchd grössä wi dä annä. Ein Bauch größer als der andere.
Boich aidsieng, iech will durch! Bäuche einziehen, ich will durch!

-

Bauchä: missglückter Kopfsprung ins Wasser mit Bauchlandung.

-

Bauch|loodn: Bauchladen. Hosentür.
Schau noo, deä hod sain Bauchloodn offm! Schau hin, der hat seine Hosentür offen.

-

bävoä, bävoäsd: bevor, vorher.
Bävoä du mä fai beedn! Zuvor beten wir.
Bävoäsd mi hausd, sooch i deäs liebä. Bevor du mich schlägst, sag ich dir´s lieber.

B 35
Bäsuch: Besuch.
Och Good, scho widdä a Bäsuch! Ach Gott, schon wieder Besuch!

-

bäsuffm: besoffen. betrunken.
Iech woä gands schöö bäsuffm. Ich war ganz schön betrunken.

-

Bäsuffnä, Bäsuffna: Besoffener. Betrunkene.
Di Bäsuffna un di klan Kinnä soong di Woähaid. Die Betrunkenen und die kleinen Kinder sagen die Wahrheit.

-

bäsuung: besuchen.
Du kosd mi amoll bäsuung. Du kannst mich auch mal besuchen.

-

baua: bauen. sich verlassen auf.
Ned drauf baua könna. Sich nicht darauf verlassen können.

-

Bauä: Bauer.
Wos dä Bauä ned kännd, däs frissd ä ned. Was der Bauer nicht kennt, das frisst/isst er nicht.

B 34

Bäsd: Pest.
Doo schdinggds wi di Bäsd. Da stinkt es wie die Pest.

-

Basdl: Sebastian.
Geesd aa mid dä Basdlbrodsässion? Gehst du auch mit zur Sebastianiprozession?

-

Bäson, Bäsona, Bäsönla: Person(en), Persönchen.
Wivill Bäsona said dä dänn? Wieviele Personen seid ihr denn?

Si is a nedds Bäsonla. Sie ist ein nettes Persönchen.

-

bäsorng: besorgen. einkaufen, tadeln.
Kosd mä bai di Bosch an Abbäraad bäsorng? Kannst du mir bei Bosch einen Apparat besorgen?
Du mussd mäs doch ned immä voä di annän Loid bäsorng. Du musst mirs doch nicht immer vor den anderen Leuten besorgen. Hier: Du musst mich doch nicht immer vor den anderen Leuten beschimpfen/ausschimpfen.
Di hod mäs dä bäsorchd! Die hat es mir´s (vielleicht) besorgt (die Meinung gesagt).

-

bassäd: würde passen.
Däs bassäd dä so, dass mai Fraa bai diä saubä mächd, däs kummd ned nai di Düüdn. Das würde dir so passen/gefallen, wenn meine Frau bei dir sauber macht, das kommt nicht in die Tüte (nicht infrage).

-

bassd: passt. geht auf.
Däs bassd, wi di Fausd aufs Aach. Das passt, wie die Faust aufs Auge.
Däs bassd scho so/bassd scho! Das passt schon so. 

B 33

bäschissn: beschissen. betrogen. schlecht.
Iech glaab, di hom mi bäschissn.  Ich glaube, die haben mich betrogen. 

Dä Dsälod schaud bäschissn aus. Der Salat sieht (aber) nicht gut aus.
A bäschissns Wäddä is hoid.  Schlechtes Wetter heute.
Deä hod mi bäschissn, auf Doifl kumm raus. Der hat mich betrogen, auf Teufel komm´ raus.

-

bä|schoiäd: bescheuert. verrückt.
Iech glaab, dassd du a weng bäschoiäd bisd. Ich glaube/meine, dass du etwas bescheuert bist.

-

bä|schööninga: beschönigen.
Du nä niggs bäschööninga, nä raus mid dä Woähaid! Tu nichts beschönigen (Beschönige nichts), raus mit der Wahrheit.

-

bäschraia: beschreien.
Bäschrais nä ned! Lob es/Sag´s nicht so laut!.

-

bäschummln: beschummeln. 

Diech blöödn Hund hom si doch hindn un voän bäschummld! Dich blöden Hund/Kerl haben sie doch hinten und vorne bechummelt.

B 32

Barras|henggl, Barrashengsd:  Barrashengst. Militarist.
Höä mä auf mid dän oldn Barrashenggl! Hör mir auf mit diesen alten Militaristen!

-

Bäschaid, bäschaid: Bescheid, bescheid.
Hosdn scho dain Bäschaid? Hast du schon deinen Bescheid? 

Deä Freggä waass in allän Bäschaid. Der Kerl weiß (doch) in allen (Dingen) Bescheid,

-

bä|schaissn: bescheißen.
Miä bäschaissn eälich. Wir bescheißen/betrügen ehrlich.

-

bä|schdee: bestehen.
Deä dud scho long nimmä bäschdee. Der besteht/Den gibt es schon lange nicht mehr.

-
bä|schdimma: bestimmen.
Du hosd fai doo üwähaubd niggs dsä bäschdimma, dassd däs wassd! Du hast hier überhaupt nichts zu bestimmen, dass du es weißt.

bäschdimmd: bestimmt.
Eä kummd bäschdimmd. Er kommt bestimmt/ganz sicher.
Weä hodn däs bäschdimmd? Wer hat das bestimmt/angegeben?

-

Bäschdimmdä, Bäschdimmda: Bestimmte(r).
Iä Oldä is a gands Bäschdimmdä! Ihr Alter/Ehemann ist ein ganz Bestimmter/Besonderer.

B 31

bäreedn: bereden. kritisieren.
Du mä hald ned immä alläs bäreedn! Tu mir halt nicht immer alles bereden/kritisieren.

-

barfäs, barräs, barräfüüssichs: barfuß.
Früä sän di Kinnä barräs nai dä Schuul gäloffm. Früher sind die Kinder barfuß in die Schule gelaufen.

-

bariän: parieren. gehorchen.
Dassd dä mä joo bariäd! Dass ihr mir (ja) gehorcht!

-

bäroia: bereuen.
Däs wäsd mä nu bäroia! Das wirst (mir) noch bereuen!

B 30

Bärbädiggl: Perpendikel. Uhrenpendel.

-

Bärch: Berg.
Doo schdenn dä di Hooä dsä Bärch, wännsd sowos höäsd. Da stehen dir die Haare zu Berg, wenn du so etwas hörst.
Bärch und Dool kumma ned dsam, obbä di Loid, hod dä buggläd Schnaidä gsochd, wi ä nain Groom gäbolläd is. Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leute. Das hat der bucklige Schneider gesagt, wie er in den Graben gefallen ist. 

-

Bärchämänd: Pergament(papier)
Wänn si mä a weng Bärchämänd geem deedn, donn ko i main Karbfmkobf mied haamneema. Wenn Sie mir ein wenig Pergament(papier) geben täten, dann kann ich mein Karpfenkopf mit heimnehmen. (In der Gaststätte zur Bedienung.)

-

Bärchäs: Sabbatbrot, Weißbrot, großer Mohnzopf.

-

bärchwäds: bergwärts. bergauf.

-

bäraid: bereit. 

Däs aana muss mä soong, eä woä immä bäraid, wännsd na gäbrauchd hosd. Das Eine muss man sagen, er war immer bereit, wenn du ihn gebraucht hast.

-

bäraid|schdee: bereitstehen.

B 29
Bandsä: Panzer. schwerfälliger Mensch, früher oft gegen dickleibige Frauen
Däs is dä rainsd Bandsä. Das ist ein richtiger (reiner) Panzer.

-

Bangä: Pankraz.

-

banschn: panschen. verfälschen.
Deä Wain schmäggd wi gäbanschd. Der Wein schmeckt wie gepanscht.

-

bänsioniän: pensionieren.
Dän hom si aa scho bänsioniäd. Den haben sie auch schon pensioniert.

-

baraad: parat.
Dooch un Nochd baraadschdee. Tag und Nacht bereitstehen.
Däs muss mä soong, eä schdeed immä baraad, wänn mä na brauchd. Das muss man schon sagen, er steht immer bereit/parat, wenn man ihn braucht.

-

Barablü: Parapluie. Regenschirm.
Hosd dain Barablü däbai? Hast du deinen Regenschirm dabei?

-

Baraggä: Barackenbewohner, Asozialer
Hau ob, du Baraggä! Hau ab, du Aso.

-

Baragrofm|raidä, Baragrofmhengl, Baragrofmhengsd: Paragraphenreiter. Bürokrat.

-

B 28
bambln: baumeln. hängen.
Di Baala bambln lossn. Die Beinchen baumeln lassen.

-

Bams, Bamsn: Kind(er).
Daina Bamsn solln ruich sai! Deine Kinder sollen ruhig/still sein.

-

bänaidn: beneiden.
Deä is aa ned dsä bänaidn. Der ist auch nicht zu beneiden.

-

Banda, Bandi: Bande.
Iä said mä dä so a Banda! Ihr seid mir so (dä) eine Bande!

-

Bändl: Band. Schuhsenkel.
Di hod na gands schöö on Bändl. Die hat ihn ganz ganz schön am Band.
Mach dai Bändl dsu, bisd noofliechsd! Mach/schnür deinen Schuhsenkel zu, bist hinfällst! (sonst fällst noch hin)

B 27
Bamberch: Bamberg.
Bamberch muss mä mööng! Bamberg muss man mögen!

-

Bamberchä, Bamberchära: Bamberger(in).
Sän si aa a Bamberchä?  Sind Sie auch eine Bambergerin?

Si is a richdicha Bamberchära. Sie ist eine richtige/echte Bambergerin.

-

Bamberchä Höänla: Bamberger Hörnchen.
A Kaffee oona Höänla is wi a Kuss oona Schnöänla. Ein Kaffee ohne Hörnchen ist wie ein Kuss ohne Schnurbärtchen.

-

Bambfäs, Bframbf, Bfrombf: Fraß, minderwertiges Essen.
Dän Bfrombf kosd sälwä ässn. Diesen Fraß kannst selber essen.

-

bambich: pampig.
Weä mä fai ned bambich! Werd´ mir bloß nicht pampig/aufmüpfig.

B 26
bäldsn: faulenzen.
Deä bäldsd si wos. Der faulenzt ...

-

bälfän: schimpfen, husten.
Höä auf dsä bälfän! Hör auf zu schimpfen!
Di bälfäd scho drai Dooch. Die hustet schon seit drei Tagen.

-

Balggn: Balken.
Deä lüüchd, dass si di Balggn bieng. Der lügt, dass sich die Balken biegen.

-

Balmäs: Kopf.
Deä hod dä an Balmäs aufsidsn! Der hat (vielleicht) einen Kopf drauf (aufsitzen)!

-

bälln: bellen. schimpfen.
Woos si nä scho widdä dsä bälln hod? Was sie denn schon wieder zu schimpfen hat?
Di Hünd, wuu bälln, di baissn ned. Hunde die bellen, beißen nicht.

-

bämbän: klopfen, hämmern, schmieden.
Wos ä nä scho widdä dsä bämbän hod, deä old Bämbärä! Was er schon wieder zu klopfen hat, der alte Klopfer.

B 25
Bälds: Pelz
Eä ko a eländä Bälds sai. Er kann ein elender Pelz sein.
Weä sainän Körbä woolbäwoäd, dreechd sainän Bälds bis Himmlfoäd. Wer seinen Körper wohlbewahrt, trägt seinen Pelz bis Himmelfahrt.

-
Bäldsä: Faulenzer.
Bäldsä hom mä scho gänuch. Faulenzer haben wir schon genug.

-
bäldsäd, bälsi, bälsich: pelzig, ohne Gespür.
Deä Räddich is bälsäd. Der Rettich ist 
Däs is dä a bälsädä Hund, a bälsädä! Das ist vielleicht ein dickfelliger Hund.
Mai Füüss sän gands bälsich. Meine Füße sind ganz pelzig (gefühllos).

-
bäldsäna Bäldskabbm: pelzerne Pelzkappe, unnötige Wiederholung.
Däs is doch a bäldsäna Bäldskabbm, wosd doo redsd! Das ist doch ein unnötiges Wiederholen, was du da redest. 

-

Bälds|goschn: Pelzgoschen. hartnäckiges Mundwerk.
Hald dai Bäldsgoschn! Halt dein ... Mundwerk.

B 24

Baiwäs: Beifuß.
Noo aana Endn köäd a weng Baiwäs. Zu/an eine/r Ente gehört etwas Beifuß.

-

bal: bald. fast, beinahe.
Eä woä scho bal doo. Er war schon bald da.

-

balaib, bailaib: beileibe. wirklich.
Geesd aa mied? - Iech, bailaib ned. Gehst du auch mit? - Ich, wirklich nicht!

-

bälaidichd: beleidigt.
Sägsd wos, is ä bälaidichd. Sagst (du) was, dann ist er beleidigt.

Bälaidichda Läbäwuäschd! Beleidigte Leberwurst (=empfindlich, dünnhäutig)

bälaidichn, bälaidinga: beleidigen.
Du mi fai ned bälaidinga! Tu mich bloß nicht beleidigen!
Bälaidichung: Beleidigung.
Wos du doo sägsd, däs is fai a Bälaidichung. Was du (da) sagst, das ist eine Beleidigung. ("fai" ist meistens nicht übersetzbar, ein mundartspezifisches Füllsel))

B 23

baikumma: beikommen.
Iech bi ra doch goä ned baikumma. Ich bin an sie nicht rangekommen.

Dän kummsd du ned bai.  An den kommst du nicht heran.

-

bainandä: beieinander. zusammen, betrunken, krank.
Eds woä mä widdä amol bainandä. Jetzt waren wir wieder mal beieinander (zusammen).
Nooch dä ledsdn Mooss worä gands schöö bainandä. Nach der letzten Maß (Bier) war er ganz schön angeschlagen.
Si is schlächd bainandä.  Ihr geht´s nicht gut.
-

baininga: peinigen.
Du mi doch ned dauänd baininga! Tu mich halt nicht dauernd quälen (nicht locker lassen).

-

baisamm, baisaamän: beisammen.
Eä is nu guud baisamm. Er ist jetzt gut drauf.
Miä woän scho long nimmä baisamm. Wir waren schon lange nicht mehr beisammen.
Grüss God, baisaamän! Grüß Gott, alle miteinander.

-

Baiss|dsanga: Beißzange.
Sai Olda is a elända Baissdsanga! Seine Alte/Frau ist eine elende/schlimme Beißzange.

-

baissn: beißen.
Iech könnäd mi nain Oäsch baissn, dass iech es ned kaffd hob. Ich könnte mich in den Hintern beißen, dass ich es nicht gekauft habe.

B 22

bäkeän: bekehren.
Dän wä mä scho aa nu bäkeän. - Den werden wir schon noch überzeugen (ggf. durch Kraftaufwendung).

-

bäkumma: bekommen.
Däs is mä ned bäkumma. Das hat mir nicht gut getan.

-

bai, bain: bei.
Eä geed üwähaubd ned bai. Er kommt überhaupt nicht zu uns/auf unsere Seite/macht nicht mit!
Bai maina Seel ned!  Bei meiner Seele nicht!
Du i grood bain Ässn schdöän? Stör ich gerade beim Essen?

-

Baiän: Bayern.
Miä köän dswoä dsä Baiän, obbä miä sän Franggn. Wir gehören zwar zu Bayern, sind aber Franken.

-

baichdn: beichten.
Däs braugsd fai ned dsä baichdn. Wörtl.: Das braucht du nicht beichten! Oder: Das ist doch nicht so schlimm!
Eä hod mäs scho gäbaichd, wänn ä haamkumma is. Er hat mir´s schon erzählt, als er heimgekommen ist.

-

Baidrooch, Baidreech: Beitrag, Beiträge.
Hosd dain Baidrooch scho bädsoold? Hast du deinen Beitrag schon bezahlt?

Di Baidreech hindnnoochlaafm, däs hob i gfrässn! Den Beitrag(zahlern) hinterherlaufen (müssen), das ist mir richtig lästig. 

-

bai|dsaidn: beizeiten. früh, rechtzeitig.
Kumm fai baidsaidn! Komm (bitte) rechtzeitig/pünktlich!

B 21
bäglaidn: begleiten.
Äs Allähailichsda bäglaidn. Das Allerheiligste (bei einer Prozession) begleiten.

-

bägroom: begraben.
Doo lichd dä Hund bägroom. Da liegt der Hund begraben - bedeutet: Das ist der Kern der Sache.

-

bähalln: behalten.
Dus bähalln, iech hob nu aans! Behalts, ich habe noch eines.

-

bähoong: behagen.
Däs dud mä fai ned bähoong. Das gefällt mir aber gar nicht.

-

bähaubdn: behaupten.
So klaa wi si is, dud si sich scho bähaubdn. So klein sie noch ist, behauptet sie sich schon (setzt sie sich durch).

-

bäkeän: bekehren.
Dän wä mä scho aa nu bäkeän. Den werden wir schon auch noch bekehren. Weniger in Glaubensfrage gemeint, sondern generell auf den richtigen Weg gebracht.

-

bäkumma: bekommen.
Däs is mä ned bäkumma. Das ist mir nicht bekommen.

B 20

Bäggn|dsibfl: Schimpfwort.
Du Bäggndsibfl, du Daachaff! Du Bäckerzipf, du Teigaffe!

-

Bagg|schdaa: Backstein.
Deä Kees lichd mä in Moong wi a Baggschdaa. Der Käse liegt mir im Magen wie ein Backstein.
Weechä miä kos Baggschdaa reenga, miä sidsn druggn. Von mir aus kann es Backsteine regnen, wir sitzen trocken (im Trockenen.

-

Bagg|schdaa|kees: Backsteinkäse. Limburger Käse.
Wänn nä dä Baggschdaakees ned immä so schdinggn deed!! Wenn der Backsteinkäse nicht immer so stinken würde.

-

bägiärich: begierig.
Gands bägiärich hod ä naigfrässn. Ganz (be)gierig hat er gefressen.

B 19

Baggäs, Baggäsla: Kartoffelpuffer, dicker Mensch.
Däs is dä a Baggäs! Das ist ein dicker Mensch!

-

Bägg|freedla: Gärtnerwerkzeug zum Bodenauflockern.

-

Bäggla: Päckchen. Schicksal.
Di hom aa o iän Bäggla dsä droong. Die haben auch an ihrem Schicksal zu tragen.

-

Bäggn|buu: Bäckerlehrling.
Iech bi fai ka Bäggnbuu meä! Ich bin kein Bäckerlehrling (Anfänger) mehr!

-

Baggn: Backe. Wange.
Grigsd glai aana aufm Baggn! Du bekommst gleich eine Ohrfeige (auf die Wange)!

-

baggn: backen, packen.
An Kuung baggn. Einen Kuchen backen.
Deä wäd aa nu klaana Bröödla baggn.  Der wird auch noch kleine Brötchen backen (zurückstecken müssen).
Bagg mäs oddä äss mäs roo. Backen wir es oder essen wir es roh!
Glai bagg i di! Gleich pack/fass ich dich!
Bagg mäs! Packen wir es! Fangen wir es an!

B 18
Bagg: Pack.
Bagg schleechd si, Bagg vädreechd si. Pack schägt sich, Pack verträgt sich.

-

Bägg, Bäggä: Bäcker.
Laaf amol naufm Bägg, di Schdolln müssädn fäddich sai! Geh´(lauf) mal zum Bäcker, die Stollen müssten fertig sein.

-

Baggäla,Brängäla: Kruste am gebratenen Schweinebauch.
Du kosd doch ned blos di Brängäla roofrässn! Du kannst doch nicht bloß die Kruste (runter)essen.

-

Baggärai: Packerei.
A weng väraisn is scho schöö, obbä immä di Baggärai. (Ein wenig) verreisen ist schon schön, aber immer die Packerei.

B 17

bäduuchd: betucht. reich.
Di sän scho vo früä heä bäduuchd. Die sind schon von früher her reich.
-
Bagaasch: Bagage. Gepäck, üble Gesellschaft.
Däs is dä a Bagaasch, wuusd doo midgäbrochd hosd. Das ist (schon) eine üble Gesellschaft, die du da mitgebracht hast.
-
Bageed, Bageede: Paket(e). Muskeln.
Deä hod dä Bageede droohänga! Der hat vielleicht (Arm-)Muskeln!
-
bägeenga: begegnen.
Schuld mä uns wos, wall mä u ns scho widdä bägeenga? Schulden wir uns etwas, weil wir uns schon wieder begegnen? 

B 16
bädsn: petzen. verraten.
Braugsd fai ned immä bädsn! Du musst nicht immer verraten!
-
bä|dsoing: bezeugen.
Jawoll, iech kos bädsoing! Ja, ich kann´s bezeugen!
-
bä|dsooln: bezahlen.
Däs wäsd mä nu bädsooln! Das wirst du mir jetzt bezahlen (müssen).
Voän Bädsooln is ä kannä. Bezahlen tut er nicht gern.
Öäschd bädsooln, donn kö mä waidäreedn! Erst bezahlen, dann können wir (darüber) weiterreden.
-
baduu: par tout; unter allen Umständen.
Eä wolld baduu ned mied. Er wollte par tout nicht/auf keinen Fall mit(kommen).

B 15
bädsich, bädsäd: dicklich, mollig
Oiä Klaana is gands schöö bädsich. Eure Kleine ist ganz schön mollig.

-

Badsila: Geld
Dä Obba dud dä a Badsila nai di Schboäkassa. Der Opa tut dir etwas Geld in die Sparkasse.

-

Bädsla: kleiner Batzen
Gib mä nuch a Bädsla Graud! Gib mir noch ein bischen/etwas Kraut!

-

Badsn: Batzen. dicker Mensch.
An Badsn Dreeg kosd hom! Einen Batzen Dreck kannst haben!
Däs kosd an Badsn Gäld. Das kostet einen Batzen/Haufen Geld.
Is däs a Badsn.Ist der dick.

B 14

badschn: patschen. klatschen, schmatzen.
Di hom goä nimmä aufköäd dsä badschn. Die haben gar nicht mehr aufgehört zu klatschen (Beifall).
Iech hob däs scho hunnädmol gsochd, du sollsd ned so badschn! Ich habe es dir schon hundertmal gesagt, du sollst nicht so schmatzen.

-

Badschn: Schimpfwort. Patsche. Niederlage.
Doo hom mä dä a Badschn grichd! Da haben wir eine (herbe) Niederlage hinnehmen müssen.
Woos willn di old Badschn? Was will denn die alte ... 

-

bädschn: Hin- und herrennen.
Höäd ändlich auf dsä bädschn! Hört endlich auf (dauernd) hin- und herzurennen.


B 13
Badschä: Schlag, Rausch, Klaps.
Eds hods an Badschä gädoo. Jetzt hat es einen Schlag gegeben.
Deä hod scho widdä sain Badschä. Der hat schon wieder einen Rausch.
Wänn deä kan Badschä hod, waass i aa ned! Wenn der nicht ganz dicht ist, weiß ich auch nicht.
-
badschädnoss: patschnass.
Badschädnoss säm mä ookumma. Patschnass sind wir angekommen..
-
Badschäla: Patschhand. kleine Hand.
Gib hald än Onggl a Badschäla! Gib dem Onkel dein Händchen.

B 12
Bädsäla: Kosewort. Woos hodn mai Bädsäla? Was hat denn mein ...(Häsle)?
-
Bädsä|moggl: junge Schafe, Tannenzapfen. A weng naus di Bädsämoggl gee. Ein wenig hinausgehen zu den Tannzapfen (in den Wald).
-
Bädsn: Petze. Du olda Bädsn, du olda! Du alter Petzer, du alter!
-
Badsch: Patsch. Klaps. Glai grigsd an Badsch! Gleich bekommst du einen Klaps:

 

B 11

Badsä: Patzer. Fleck, Fehler.
Drai Badsä hob i naikaud bai dä Schrifdlichn. Drei Patzer sind mir bei der Schriftlichen (Prüfung) unterlaufen.

-

badsäd, badsich: patzig. frech, klebrig.
Dai Daich is rächd badsäd. Dein Teig ist recht klebrig.

Wä mä fai ned badsäd! Werd´ mir nicht frech.

Bäds, Bädsn: Schaf(e).
Schdinggn dud deä wi a Bäds. Der stinkt wie ein Schaf.

-

Bädsä: Schnuller.
Da, hosd dain Bädsä, dass a Ruu is! Da hast du deinen Scnuller, damit (jetzt) Ruhe ist.

 

B 10
Badroon: Patron.
Du schainhailichä Badroon! Du scheinheiliger Patron!

-

bädrachdn, Bädrachd: betrachten, Betracht.
Du mussd di amol in Schbiechl bädrachdn. Du musst/solltest dich mal im Spiegel anschauen.
Däs kummd füä miech ned in Bädrachd. Das kommt für mich nicht infrage.
Bädrachdunga: Betrachtungen.
Do kosd daina Bädrachdunga machn. Da kannst du deine Betrachtungen/ ein Bild machen.

-

bädrüüng: betrügen.
Du mi fai blos ned bädrüüng, iech sooch däs fai! Betrüg´mich bloß nicht, ich sag` dir´s.

B 9

Badii: Partie. Teil.
Bisd aa mid vo dä Badii? Bist du auch mit dabei?
A Badii hob i scho wächgschmissn. Einen Teil davon habe ich schon wegeworfen.

-

bädoidn: bedeuten.
Woos solln däs bädoidn? Was soll denn das bedeuten?

-

bädoim: betäuben.
Eds ko i mi blos nu bädoim. Jetzt kann ich mich bloß noch betäuben.

-

Badrona: Patrone. Flasche.
Däs woä di ledsd Badrona. Das war die letzte Patrone/Flasche.

 

B  8
bädd: badet
Wänn deä sich bädd, schwimmds gandsa Bood. Wenn der sich badet, schwimmt das ganze Bad.

-
bäddln: betteln.
Doo nüdsd alläs Biddln un Bäddln näggs. Da nützt alles Bitten und Betteln nichts.

-
Bäddlkunni: Schimpfwort (Bettelkunigunde)
Schlaich di, du olda Bäddlkunni! Schleich dich, du alte ...

-
Bäddl|vochd: Bettelvogt.
Mid dän oldn Bäddlvochd blamiäsd di, wuusd nookummsd. Mit diesem alten Bettel... blamierst du dich, wo du auch hinkommst.

-
Bädailichung: Beteiligung. Anteil.
Loss dä fai dai Bädailichung rausdsooln, sai ned so blööd! Lass dir bloß deine Beteiligung auszahlen, sei nicht so dumm.

-
bädiend: bedient.
Iech bi dä bädiend, däs ko i dä soong. Ich bin bedient ( habe die Nase voll), das sage ich dir .

 

B 7

Bädäla, Bedäla: Petersilie.
Deä is doch aa äs Bädäla auf alla Subbm. Der ist doch die Petersilie auf allen Suppen. - Der ist doch überall dabei.

-
Badai, Badaia: Partei(en).
Bisd aa bai dä Badai? Bist (du) auch bei der Partei.
Mussd immä dswaa Badaia höän, bävoäsd wos sägsd! (Du) Musst immer zwei Parteien hören, bevor (du) was sagst.

-
Badaia|schdraid: Parteienstreit.
Immä deä Badaiaschdraid, des bringd doch niggs! Immer der Parteienstreit, das bringt doch nichts.
badaiisch: parteiisch.

-
Baddl, Bardl: Bartholomäus.
Gäll, edsäd wassd, wu dä Baddl sain Mosd hold! Jetzt weißt du, wo der Bartholomäus seinen Most holt. =: Jetzt weißt du, wie's lang geht.

 

B 6

Bäbbm: Ausschlag am Mund, Mund.
Iech glaab, iech griech scho widdä a Bäbbm. Ich glaub, ich bekomme/kriege schon wieder einen Herpes-Ausschlag.
Du wäsd glai aana auf di Bäbbm grieng. Du wirst gleich eine auf den Mund kriegen.

-
Babiä, Babirä: Papier(e).
Schäff, iech will maina Babirä! Chef, ich will meine Papiere.

-

Badää: Parterre. Erdgeschoss.
Sai froo, dassd in Badää woonsd! Sei froh, dass du Parterre wohnst.

-

bä|däbbäd: bedebbert = geschockt, benommen.
Iech bi nu gands bädäbbäd. Ich bin jetzt ganz benommen.
Rächd bädäbbäd draischaua. Recht bedeppert dreinschauen.

B 5
Babblsubbm: Schimpfwort.
Märgg doch ned auf di old Babblsubbm! Merk doch nicht auf die alte ...

-

Babblwassä: Quasselwasser. anregendes Getränk.
A weng a Babblwassä, donn geed iä Goschn. Ein wenig Quasselwasser, dann geht ihr Mundwerk.

-

Babbm: Mund.
Hald di Babbm! Halt den Mund!

-

babbm: ohrfeigen, kleben.
Iech babb dä glai aana.
O dera wäd ä babbm blaim. An der (z.B. Frau) wird er kleben bleiben.

 

B 4

bäbbän: erregt äußern.
Doo braugsd goä ned bäbbän, so wäds gämachd. Da brauchtst dich gar nicht aufrzuregen, so wirds gemacht.

-

Babbdällä: Pappteller.
Du amol so an Babbdällä heä! Reich ´mal so einen Pappteller her!
-

Babblä, Babblära: Schwätzer(in).

Auf dän oldn Babblä braugsd fai ned höän. Auf diesen alten Schwätzer brauchst du nicht zu hören.

Babbl|oäsch: Schimpfwort.

Bisd du a blöödä Babbloäsch! Bist du ein blöder ...

Babbl|öäschla: Koseform. Kleinkind, das zu sprechen beginnt.

Oiä Klaana is fai scho a rächds Babblöäschla. Euere Kleine ist schon a rechts ...

 

B 3
Babb:
Klebstoff.
Doo braugsd an gschaidn Babb, donn hälds. Da benötigt man einen guten Kleber, dann hält es.
babbäd: pappig. klebrig, ungepflegt.
Di sichd scho so babbäd aus. Die Person sieht schon so ungepflegt aus.

Bagg niggs oo mid daina babbädn Händ! Fass bitte nichts mit deinen klebrigen Händen an!

-

Babbädäggl: Pappdeckel, Pappe. Führerschein.
Hod dä sain Babbädäggl scho widdä? Hat er seinen Führerschein schon wieder?

-

Babbäla: Etikett.
Mach nä liebä a Babbäla drauf, däs ko niggs schoodn! Mach lieber ein Etikett darauf, das kann nicht schaden!

-
bä|armd: Arm in Arm.
Bäarmd sän si nai di Kärng gäloffm. Arm in Arm sind sie in die Kirche gegangen.

 

B 2

baahard: beinhart.
Äs Flaisch woä baahard, däs hosd ned ässn könna. Das Fleisch war beinhart, man konnte es nicht essen.

-
Baala: kleines Bein, kleiner Knochen.
Baala oodsausn. Knöchelchen abzausen.
Hod di dööra Baala! Hat die dürre Beine!

-
Baam, Baamä: Baum, Bäume.
Deä geed immä glai än Baam nauf. Der geht immer gleich auf die Palme. 

-

Bää: Stuhlgang.
Mussd an Bää? = Musst du aufs Klo?

-

Baa, Bannä: Bein(e).

Däs is noos Baa gschmiäd. = Das ist verloren.
Weechä denna du iech mä fai ka Baa rausraissn. = Wegen dieser Leute reiße ich mir kein Bein heraus.
An Baa machn. Einem Beine machen
Auf an Baa schdeed mä ned.= Auf einem Bein steht man nicht.

Baadsi: Schlawiner.
Däs is dä a oldä Baadsi! = Das ist ein alter Schlawiner.

-

baadsn: beizen. gut durchziehen.
Dä aigschniddn Kees muss schöö baadsn. = Der eingeschnittene Käse muss schön durchziehen.

-

awall: einstweilen

Fangd awall oo, iech kumm glai!
Fangt einstweilen an, ich komme gleich!

-

Awäsion: Aversion, Ablehnung
Iech waass, du hosd a Awäsion geechä mä.
Iech weiß, dass du mich nicht magst.

-

äworm: erworben
Hosd däs Grundschdügg äworm?
Hast du das Grundstück erworben?

-

äwüschd: erwischt, ertappt
Dän hon si bain Schdraang äwüschd.
Den hat man beim Stehlen erwischt.

-

Ausgschloofm? - Na, nä blos aufköäd.

Ausgeschlafen? - Nein, nur aufgehört. (Bamberger Redensart)
-
ausschwenggn: ausschwenken, ausspülen
Mai Gloos fai a weng ausschwenggn!
Mein Glas bitte etwas ausspülen!
-
Auswädicha: Auswärtige, Gäste
Reed hald doidsch, däs väschdenn doch di Auswädichn ned!
Rede halt deutsch, sonst verstehen dich die Gäste nicht!
-
auwaia, auweela: au weh
Auwaia, däs kosd a Schmidsn! Au weh, das kostet eine schöne Summe!
Auweela, kumm nä hoid haam!
Au weh, komm nur heute heim, da gibt es was!

--

Si woä dä aussä si, so hob i si noonich däläbd.
aussä si sai: außer sich sein
Sie war außer sich, wie ich sie noch nie erlebt habe.
-
An bis aufn Hemäd aussaung.
aussaung: aussaugen, ausnützen
Einen bis auf das Hemd aussaugen.
-
Eds hob i öäschd mai Klaana dsä dä Kommion ausschdaffiäd, wuu sollsn heäkumma.
ausschdaffiän: ausstaffieren, neu einkleiden 
Jetzt habe ich erst meine Tochter zur Kommunion neu eingekleidet, wo soll denn das Geld herkommen.

-

Di Subbm kosd sälwä auslöffln.

auslöffln: auslöffeln
Diese Suppe kannst du selbst auslöffeln. (Aus der Sache musst du selbst herauskommen.)

-
Deä hod niggs Gschaids in dä Auslooch.
Auslooch
: Auslage, Schaufenster
Dieses Geschäft hat nichts im Schaufenster, was mir gefällt.
-
ausneema
: ausnehmen
Weä dud deäs dänn ausneema?
Wer nimmt dir denn bspw. das Geflügel aus?
-
Dän oldn Fragg däfsd amol ausranschiän.
ausranschiän: 
ausrangieren, ablegen
Dieses alte Sakko darfst du mal ablegen.

-

Auskängd sän si!
auskängd = ausgehängt, aufgeboten
Ihr Aufgebot ist ausgehängt.(Eheschließung)
.
Di Dällä brauch dä fai ned ausläggn.
ausläggn = auslecken
Die Teller müsst ihr nicht auslecken.
.
Dus hald ned auslaiän, däs hob i mä doch öäschd kaffd!
auslaiän = ausleiern
Bitte nicht ausleiern, das ist neu gekauft!

-

Doo wäsd widdä wos ausgfrässn hom.

ausgfrässn = ausgefressen
Da wirst du wieder etwas ausgefressen haben. (= angestellt haben)
.
Wi ausgschdorm sichds bai denna aus.
ausgschdorm = ausgestorben
Wie ausgestorben sieht es bei denen aus.
.
Vo dera neugierichn Kuni däfsd di fai ned ausgwädschn lossn.
ausgwädschn = ausquetschen, ausfragen
Von dieser neugierigen Frau darfst du dich nicht ausfragen lassen.

Iech glaab, mei Klana brüüd wos aus.
ausbrüüdn ( = ausbrüten, krank werden, aushecken, ausdenken)
Ich glaube, meine Kleine wird krank.
-
Dän sei Goschn müssäd scho längsd ausgfransd sei, so vill wi deä red.
ausfransn (= ausfransen)
Sein Mundwerk müsste schon längst ausgefranzt sein, so viel wie der redet.
-
Däs is a Ausgäbichdä, dän haud ned so schnäll awos um.
ausäbichd (=(Holzfässer wurden gepicht, abgedichtet)
Das ist ein harter Typ, den wirft nicht so schnell etwas um.

-

Mid dä Dsaid dud alläs aufwaing, obbä mä muss di oldn Broich ähaldn.
aufwaing = aufweichen
Im Lauf der Zeit verschwinden alte Bräuche, die es zu erhalten gilt.
-
Des wäd scho weng Schdaab aufwärbln.
aufwärbln = aufwirbeln
Das wird schon etwas Staub aufwirbeln.

-
Benno, olda Schloofkabbm, schdee auf, es sin scho Gäst dsän Früüschobbm doo! 
aufschdee  = aufstehen 
Benno, alte Schlafmütze, steh auf, es sind schon Gäste zum Frühschoppen da!

-

 

Sai noia Hoosn schlaafd auf, di is dsä long,doo köäd a weng obgänumma.

aufschlaafm  = aufschleifen
Seine neue Hose schleift auf, die ist zu lang, da gehört ein Stück abgenommen.
-
Di hom dä aufschwadriäd!aufschwadriän  = angeben, auffahren lassen
Die haben vielleicht auffahren lassen!

 

Di dswaa Brüüdä hom dä aufgämöädld!

aufmöädln  = angeben
Die zwei Brüder haben mordsmäßig angegeben.
-
Dai Buudn däfsd aa widdä amoll aufraama.

aufraama  = aufräumen
Dein Zimmer müsstest du auch wieder mal aufräumen.
-
Den sai Olda reechd sich aa bai an jeedn Schiess auf.

aufreeng  = aufregen
Seine Frau regt sich auch bei jeder Kleinigkeit auf.

-

Wenn dä sowos bassiäd, kosd di glai aufhänga.

aufhänga ( = aufhängen)

Wenn dir so etwas widerfährt, kannst du dich gleich aufhängen.

Du lässd dä aa a jeeds Bösdla aufholsn!

aufholsn ( = aufhalsen)

Du lässt dir auch jeden Posten aufhalsen!

-

Deä Säbbä hod sich dä aufgämandld!

aufmandln (= sich aufregen, das Wort führen)

Der Sepp hat sich mächtig aufgeregt.

-

Schau noo, deä hod doch an Aufgäwärmdn!

Aufgäwärmdä = Aufgewärmter = Rausch vom Vortag

Schau hin, der hat doch einen Rausch vom Vortag!

-
Di hom dä aufgägrachd!

aufgrachn = aufkrachen, angeben

Das waren vielleicht Angeber!
-
Des is mä dä aufgschdoossn, woos deä gsochd hod.
aufgschdoossn (= aufgestoßen
Das hat mir widerstrebt, was der gesagt hat.
-
Do sän na donn di Aangg scho aufganga.
aufganga = aufgegangen; aufganga = aufgegangen im Sinne plus/minus
Da sind ihm dann die Augen schon aufgegangen. Äs is aufganga. Es wurde alles aufgegessen.
-
Gäll, hosd di aufgäloffm?
aufgäloffm = aufgelaufen, wund gelaufen
Hast dir wohl eine Blase gelaufen?
-
Schau nä noo, wi di sich widdä aufgädonnäd hod!
aufdonnän = aufdonnern, sehr herausgeputzt
Schau hin, wie die sich wieder aufgedonnert hat!
-
Neema mä di Rolldräbbm oddä dän Aufdsuuch?
Aufdsuuch = Aufzug

Nehmen wir die Rolltreppe oder den Aufzug?
In dänn Aufdsuuch braugsd ned naufm Obäbörchämasda!

In dieser Kleidung brauchst du nicht beim Oberbürgermeister vorstellig werden!
-
Doo hom mä dä wos aufgädsoong!
aufdsieng = aufziehen, erziehen, hänseln
Da haben wir etwas aufgezogen!
Mid diä wä i andära Seidn aufdsieng.

In deiner Erziehung muss sich einiges ändern.
Dän hom si dä wos aufgädsoong.

Den haben sie sehr oft gehänselt.
-
Du Bügsla, braugsd di goä ned so aufdsäböäschdn, diä geem mä scho hälf!
aufböäschdn = aufbürsten, auflehnen, sich lauthals erregen
Du freches Mädchen, brauchst dich gar nicht so aufzulehnen, dir sagen wir schon, was Sache ist!
-
Is ä nuch aufgäbooäd?
aufbooän = aufbahren
Ist er noch aufgebahrt?
-
Di hom dä aufgädöbäd wi di Värrüggdn.
aufdöbän = herumtoben
Die haben sich aufgeführt wie die Verrückten.
-
Däs is a Aschichdichä, däs sigsd scho vo waidn.
Aschichdich(a)ä = Einschichtige(r), Junggesell(e)in
Das ist ein Junggeselle, das sieht man schon weitem.
-
Ässn sis wissn, däs geed innäna goä niggs oo!
Ässn sis wissn = Damit Sie es wissen!
Damit Sie es wissen, das geht Sie gar nichts an!
-
Sooch äras nä!
ära, äras = ihr, ihr es, welche
Sag es ihr ausdrücklich!
Hobd ära?

Habt ihr welche? (z.B. Rettiche)
-
Wänn ä nä a Ärwäd finnäd!
Ärbäd, Ärwäd = Arbeit
Wenn er wenigstens eine Arbeit finden würde.
-
Wosd di nä so äschäffiäsd, di mächd sowieso, wos si mooch!
äschäffiän = echauffieren, sich aufregen
Warum regst du dich so auf, die macht sowieso, was sie mag.
-
Däs ko iech äna ned vädsaia.
äna = wörtl. ihnen
Das kann ich ihnen nicht verzeihen.
-
A anäschmol widdä, deed mi froia.
anäschmol, andäschmol = wörtl. ein anderes Mal
Es würde mich freuen, wenn wir uns ein anderes Mal wiedersehen.
-
Andivi woä dä dsoäd!
Andivi = wörtl. Endivie
Der Endiviensalat war so was von zart.
-
Alläwall rängds nuch.
alläwall, allawall = wörtl. alleweil, immer noch
Es regnet immer noch.

-
Alsglaing iech weä droo schuld.
alsglaing = wörtl. gleichsam, wie, als ob
Gleichsam ich wäre schuld.
-
Amend hob i äs Solds vägässn.
amend = wörtl. am Ende, zu guter Letzt; übertragen: vielleicht
Zu guter Letzt habe ich das Salz vergessen.

-
Alaa mooch i ned noo.

alaa, alaans = wörtl. allein, nur

Allein mag ich nicht hingehen.
Alaa weechän Gäld is ja ned.
Nur wegen dem Geld ist es ja nicht.
-
Braugsd di goä ned dsä aldäriän!
aldäriän = wörtl. alterieren, sich ärgern, aufregen
Brauchst dich gar nicht aufzuregen!
-
Geesd aa mied? - Allämol.
allämoll = wörtl. allemal, auf jeden Fall
Gehst du auch mit? - Auf jeden Fall.
-
Eä dud si hald niggs wi aisoia, bain Ässn.
aisoia = wörtl. beschmutzen
Er bekleckert sich immer wieder beim Essen.
-
Eds hom si den Kunnä aa scho aigsorchd.
aisorng = wörtl. einsargen
Jetzt ist der Konrad auch schon unter der Erde.
-
Dusd Wäsch aiwaang?

aiwaing, aiwaang = wörtl. einweichen

Weichst du Wäsche ein?
Druggns Brood a weng aiwaang.
Trockenes Brot etwas einweichen (meist im Kaffee)
-
Den hob i dä aana aigschänggd, di woä gsässn.
aischänggn = wörtl. einschenken, verabreichen
Dem habe ich eine verabreicht, die hat gesessen.
-
Mä däfäd schiä a weng aischüän.
aischüän = wörtl. einschüren, einheizen
Man dürfte direkt ein bisschen einheizen.
-
Bai den sain Voädrooch wär i bal aigschloofm, wenn mai Fraa mi ned immä widdä nai di Seidn kaud hädd.
aischloofm = wörtl. einschlafen
Bei seinem Vortrag wäre ich bald eingeschlafen, wenn mich meine Frau nicht immer wieder in die Seite gestoßen hätte.
-
Däs kosd dä airooma.
airooma = wörtl. einrahmen; hier: merken
Das kannst du dir merken.
-
Di höd mi dä aigsaafd!
aisaafm = wörtl. einseifen; hier: eingeredet
Die hat auf mich eingeredet.
-
Des Röggla du i a weng aisaama.
aisaama = wörtl. einsäumen
Das Röckchen werde ich ein wenig einsäumen > (taugt noch)
-
Weä isn doo dä Aingdüümä?
Aingdüümä = wörtl Eigentümer
Wer ist denn in dem Fall der Eigentümer?
-
Mussd di hald a weng airaim.
airaim = wörtl einreiben
Du solltest dich damit einreiben.
-
Wenn däs aa ned hilfd, däfsd widdä dsu dä Airänggära.
Airänggära = wörtl Einrenkerin
Wenn auch das nicht hilft, musst du zur Einrenkerin.
-

Eä is ka aimfochä Mänsch.
aimfoch = wörtl. einfach (leicht zu nehmender Mensch)
Er ist kein einfacher Mensch.
-
Braugsd di goä ned aimüschn!
aimüschn = wörtl. einmischen
Du brauchst dich gar nicht einzumischen!
-
Dän sai Kuni is ja so wos vo aing, däs gibds goä ned.
aing = wörtl. eigen (eigenes, besonderes Verhalten)
Seine Kunigunde ist dermaßen eigen, das kannst du dir nicht vorstellen.
-
Äs is ned di Wäld aiganga.
aiganga = wörtl. eingegangen, z.B. bei einer Sammlung
Es ist wenig eingegangen.
-
Hosd wos dsän Aileeng nain Glinglboidl?
aileeng = wörtl. einlegen
Hast du etwas zum Einlegen in den Klingelbeutel?
-
Däs is mai Aimfoäd, doo hod si kannä hiidsäschdälln!
Aimfoäd = wörtl. Einfahrt
Das ist meine Einfahrt, da hat sich keiner hinzustellen!
-
Di hom dä widdä aikaimsd.
aihamsn, aihaimsn = wörtl. einheimsen, ansammeln, ergattern
Die haben wieder viel ergattert.
-
Obbä a weng aikeän dom scho aa!
aikeän = wörtl einkehren
Aber einkehren tun wir schon!
-
Däs mussd aikloong, doo bläbd dä iggs anäsch übrich.

aikloong = wörtl. einklagen
Das musst du einklagen, da bleibt dir nichts anderes übrig.
-
Hosd di a weng aigschdabd?
aigschdabd = wörtl. Eingestaubt
Hast du dich ein bisschen schmutzig gemacht?
-
Di hom si gands schöö bai uns aigwadiäd.
aigwadiän = wörtl. einquartieren
Die haben sich bei uns ganz schön breitgemacht.
-
Dä Schbrooch nooch is ä aa ka Aihaimischä.
Aihaimischä = wörtl. Einheimischer
Der Sprache nach ist er kein Einheimischer.
-
A Risiggo aigee.
aigee = wörtl eingehen, absterben, begreifen
Ein Risiko eingehen.
Di Wäsch is aiganga.
Die Wäsche ist eingegangen.
Doo geesd ja ai voä Hids.
Da geht man ja ein vor Hitze.
Doo bi i dä aiganga.
Da bin ich aber eingegangen.
Des will na ned aigee.
Das will er nicht begreifen.
-
Bai dän sain Voädrooch bi i a wengla aigägnabbd.
aignabbm = wörtl. einnicken
Bei seinem Vortrag bin ich etwas eingenickt.
-
Doo däfsd fai aigraifm.
aigraifm = wörtl. Eingreifen
Da musst du eingreifen.

-

Hoänla nain Kaffee aidunggn.
aidunggn = wörtl. eintunken
Hörnchen in den Kaffee eintunken.
-
Si hod hald äs Aidaaln nii gälännd.
Aidaaln = wörtl. einteilen, hier: Haushaltsgeld
Sie hat halt das Einteilen nie gelernt.
-
Kaum woä i in Deadä köggd, bin i aigäduusld.
aiduusln = wörtl. einduseln = eingeschlafen
Kaum war ich im Theater gesessen, bin ich eingeduselt.
-
Mid wos düngsdn? - No, mid dsäriema Aiäschooln.
Aiäschooln = wörtl. Eierschalen
Womit düngst du denn? - Na, mit zerriebenen Eierschalen.
-
A weng a Aibrännla köäd scho noo.
Aibränn, Aibrännla = wörtl. Einbrenne = Mehlschwitze
Eine kleine Mehlschwitze gehört schon hinein.
-
Doo hosd dä wos aigäbroggd.
aibroggn = wörtl. einbrocken = einhandeln
Da hast du dir etwas eingehandelt.
-
Doo ko i ja glai nai di Abodeech.
Abodeech = wörtl. Apotheke
Da kann ich ja gleich in die Apotheke. Hier: wenn etwas recht teuer erscheint!
-
Donn is ä mä ächäd kumma.
ächäd = krumm, verkehrt
Dann ist er mir krumm gekommen.
-
Schau nä, wi si widdä achln!
achln = hineinhauen, gierig essen
Schau nur, wie sie wieder reinhauen!
-
No, des weä mer fei ned aanälai!
aanälai = wörtl. einerlei
Nein, das wäre mir wirklich nicht einerlei!
-
Unsä Bamberch is scho aandsichoädich!
aandsichoädich = wörtl. einzigartig
Unser Bamberg ist schon einzigartig!

Es is dä vällaichd a Äbbäla!
Äbbäla = wörtl. lächerlicher Typ 
Das ist vielleicht ein lächerlicher Typ!
-
Wi di Aasgaiä hom si si aufn Ässn gschdöädsd.
Aasgaiä = wörtl. Aasgeier = gieriger Mensch
Wie die Aasgeier haben sie sich auf das Essen gestürzt.
-
Aana aufs Aach!
Aach, Aang = wörtl. Auge, Augen
Eine (hier: ein Schlag) aufs Auge!
Gäll, doo dreesd di Aang raus! 
Gell, da drehst du die Augen heraus.

Doo sämmä di Aangdäggl roogfalln.
Aangdäggl = wörtl. Augendeckel, Augenlider 
Da sind mir die Augenlider zugefallen.
-
Ausgschloofm? - Na, aufköäd!
Ausgschloofm = wörtl. ausgeschlafen
Ausgeschlafen? - Nein, aufgehört (zu schlafen).

-

Du na nä rächd deggn, dain Junga, wäsd scho sääng, wosd aufdsiechsd!

aufdsiechsd = wörtl. aufziehen

Tu ihn nur decken/schützen, deinen Jungen, wirst schon sehen, was (du) da aufziehst.

-

Schnidsl hods geem so grooss wi Aboäddeggl!
Aboäddeggl = wörtl. Abortdeckel
Schnitzel hat es gegeben so groß wie ein Abortdeckel.
-
Däs is dä aanä!
aanä = wörtl. einer
Das ist vielleicht einer!
-
Aans hods gsochd, obbä maansd, iech wüssäd nuch weä!
aans = wörtl. Eine Person)
Eine/r hat es gesagt, aber meinst, ich wüsste noch wer!
-
Ieä oldä iss widdä aggdiv said ä sai Rendn hod.
aggdiv = wörtl. aktiv
Ihr Alter ist wieder aktiv, seid er sene Rente bekommt / in Rente ist.
-
Sän Si aa a aigflaischdä Bamberchä?
aigflaischdä = wörtl. eingefleischter, echter
Sind Sie auch ein echter Bamberger?
-
No, däs is a Aismbäraifdä, deä ko Raissneechl frässn aa.
Aismbäraifdä = wörtl. Eisenbereifter = harter Typ
Na, das ist ein harter Typ, der kann auch Reisnägel fressen.
-
Aamä is voll!
Aamä = wörtl. Eimer
Der Eimer ist voll!
-
Iech griech an Amägaanä, doo hom mä ra gänuch!
Amägaanä = wörtl. Amerikaner
Ich bekomme einen Amerikaner, da haben wir genug davon.
-
Deä hod dä drümmä Aangbreema!
Aangbreema = wörtl. Augenbrauen
Der hat aber große Augenbrauen!
-
Däs sigsd doch scho vo waidn, dass däs a Aaschichdichä is, wi ä doheäkummd!
Aaschichdichä = wörtl. Einschichtiger = Single
Das sieht du doch schon von Weitem, dass das ein Single ist, wie der schon daherkommt!
-
Dera Ausdroochära, wännsd däs sechsd, waass morng di gands Schdodd!
Ausdroochära = wörtl. Austragerin = geschwätzige Frau)
Der geschwätzigen Frau wenn du es sagst, weiß es morgen die ganze Stadt.

 
HINWEISE: Das Bamberger Mundart-Alphabet hat aufgrund der besonderen Sprechweise nur 19 Buchstaben:  A B D E F G H I J K L M N O R S U V W – es fehlen C P Q T  X  Y  Z.  Bsp.: Griskindla, Beddäla, Gwaagfrosch, Doldi, X,Y ko' mä sich schenggn, Dsüngla
Die Beispiele sind großen Teils dem von Wolfgang Wußmann verfassten „Bamberger Wörterbuch“ entnommen. Erschienen 1998 im Babenberg Verlag GmbH, Bamberg - ISBN 3-933469-01-5. Die vorliegende Bearbeitung stammt ebenfalls wesentlich von Wolfgang Wußmann. "Übersetzungen" von Dieter Weinsheimer.
Kommentare   
+8 # Herbert K. 2017-12-30 10:07
Interessant zu lesen, obbä sprechn dud heud kannä meä so. Vom Lesen her verstehe ich aber fast noch alles.
Antworten | Dem Administrator melden
0 # gablmann 2021-08-24 12:29
Kleiner Hinweis:

Brood|wöäschd|brodsässion:
kleine Fronleichnamsprozession (Urbaniprozession im Berggebiet der Pfarrei Unsere Liebe Frau - Obere Pfarre)

Die kleine Fronleichnamsprozession ist nicht die Urbaniprozession.
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben