Diesmal mehr Klartext

Unerfreulich. Die Zahl der Ladendiebstähle in Bamberg ist spürbar angestiegen. Daran sind auch Asylsuchende aus dem Aufnahmezentrum Oberfranken (fr. ARE) beteiligt. Die Polizei reagiert.

Handys und technische Geräte werden gezielt gestohlen

Bisher sind nur die Zahlen bis Oktober 2016 ausgewertet. Dennoch zeigt sich: 5 bis 8 Prozent mehr Straftaten im Vergleich zum Vorjahr, vornehmlich bei Eigentumsdelikten. Im Sicherheitsbeirat der Stadt hat die Polizeiinspektion Bamberg eine erste Einschätzung zu aktuellen Sicherheitsfragen gegeben.
In der Gesamtschau sei die Kriminalitätsstatistik gleich geblieben. Und auch bei den Eigentumsdelikten sind es weniger die Wohnungseinbrüche, die der Polizei (und den Betroffenen) Sorgen machen, es sind die Raub- und Ladendelikte und dass »oftmals auch Bewohner der Aufnahmeeinrichtung beteiligt waren“, berichtet Polizeidirektor Thomas Schreiber von der Bamberger Polizeiinspektion.
Bei den Straftaten durch Asylbewerber fällt allerdings auf, dass diese bis Juli dieses Jahres vor allem Gebrauchsgegenstände wie Kleidung, Babynahrung oder Alkohol aus den Läden entwendet haben. Diese Diebstähle hätten sich bis dahin insgesamt noch im Rahmen gehalten. Mittlerweile seien jedoch zusehends Diebstähle in Kneipen und Raubdelikte dazugekommen. Vor allem hochwertige Produkte wie Handys und technische Geräte würden seitdem gezielt gestohlen. Innerhalb der Einrichtung kam es auch zu Körperverletzungen. Es würden »Straftaten quer durch das StGB« gegangen, meinte der Polizeidirektor. Und der Trend halte an.

Polizei setzt auf mehr Präsenz

»Auch wenn es noch nicht beunruhigend ist, wir steuern hart dagegen«, betonte der PD Schreiber. So zeige man zusammen mit der Bereitschaftspolizei und der Sicherheitswacht in der Stadt erkennbare Präsenz. Vom bayerischen Innenministerium habe man die Zusage, dass die Sicherheitswacht in Bamberg um sechs auf 20 Personen aufgestockt wird. Die Ausbildung der neuen Sicherheitswachtler läuft derzeit, so dass nach Weihnachten die neuen Leute in den Dienst gehen können. Die Sicherheitswacht habe allerdings keine Polizeibefugnisse, betont der Polizeidirektor.
Es wurde deutlich, dass Polizei, Verwaltung der AEO und Staatsanwaltschaft eng zusammenarbeiten. Im Rahmen des Sicherheitskonzepts, dass vom städt. Ordnungsamt und der Polizei erstellt wurde, werden zum Zwecke der Prävention auch Schulungen der Mitarbeiter der AEO durchgeführt. Die Polizei beabsichtigt eine Informationsveranstaltung mit Ladenbesitzern zu machen. Für die Asylsuchenden will die AEO-Verwaltung einen Rechts-Werte-Unterricht einführen.
Bei straffällig gewordenen Asylbewerbern wird das Asylverfahren beschleunigt, was aber bei manchen Ländern nur eingeschränkt möglich (z.B. Marokkaner) sei.
Aktuell befänden sich rd. 1100 Personen aus 14 Herkunftsländer in der AEO. Die Kapazitätsgrenze wird gegenwärtig auf 3400 ausgebaut und soll frühestens im Sommer 2017 fertig sein.
Nur ganz am Rande war von den heftigen Klagen der nachbarlichen Anwohner der AEO die Rede. Die Polizei ist sich dessen bewusst und versucht im Rahmen ihrer Kräfte für Abhilfe zu sorgen, ebenso die AEO-Verwaltung und das Ombudsteam der Stadt Bamberg.
20.11.16 Bilder: WeBZet. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“.

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