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Anzahl minderjähriger Flüchtlinge entscheidend

In Bamberg leben viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF). Das hat das pädagogische Konzept "Wolfsschlucht" möglich gemacht. Das ist jetzt aber gefährdet.

Jugendliche Flüchtlinge aus anderen Städten nach Bamberg?

Von den größeren Städten Oberfrankens beherbergt die Stadt Bamberg mit Abstand die meisten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF): zurzeit rd. 105 > Grafik r.  Die jungen Menschen stammen aus insgesamt 15 verschiedenen Nationen, wobei fünf Länder die größten Gruppen stellen: Afghanistan (40); Syrien (24); Eritrea (10); Somalia (4); Irak (4).
Der Stadt Bamberg werden jetzt aber keine weiteren umF mehr zugewiesen – so wie in ganz Bayern. Freiwerdende Plätze bei den Einrichtungen in Bamberg können daher nicht nachbelegt werden. Eine Belegung durch Jugendämter anderer Städte ist möglich und wird bereits praktiziert.
Diese Situation besitzt Bedeutung bei den konzeptionellen Überlegungen für das geplante „erlebnispädagogische Kompetenzzentrum Wolfsschlucht“ (epK). Das gesetzte Ziel, in der sanierten ehem. Jugendherberge einheimische Jugendliche und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gemeinsam zu betreuen, könnte durch den Rückgang der umF-Zahlen gefährdet sein. Was wiederum Auswirkungen auf die Gewährung der exorbitanten hohen Staatsförderung (90% = 3,8 Mio €) hätte.

Muss die Stadt den wirtschaftlichen Betrieb sicherstellen?

Dieses mögliche Problem wurde in der Sitzung des städt. Jugendhilfeausschusses (JHA) am 11.5. thematisiert. Das Stadtjugendamt stellte als Beschluss zur Abstimmung: „Die Stadt Bamberg sichert die ökonomische Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb des epK zu, insbesondere durch die Nutzung aller Möglichkeiten der Belegung.“ Besonders hinterfragt wurde die Möglichkeit, dass bis zur Inbetriebnahme des epK die anvisierte Zahl von umF nicht mehr zur Verfügung steht - weil diese mittlerweile das 18.Lebensjahr überschritten haben – und dann mehr einheimische Jugendliche dort betreut werden. Kernfragen: Müsste man in diesem Fall damit rechnen, dass die Förderung (90%) so nicht mehr gewährt wird? Wie steht das Finanzreferat der Stadt Bamberg dazu, dann die fehlenden Gelder aufbringen zu müssen? Stadträtin Dr. Ursula Redler (BA) bezweifelte, ob ohne eine Klärung dieser Fragen der vom Jugendamt gestellte Beschluss gefasst werden sollte: »Der Antragstext ist viel zu schwammig!«. GAL-Stadtrat Tobias Rausch verlangte, dass bis zur Vollsitzung des Stadtrates (der Beschluss des JHA muss bestätigt werden) in zwei Wochen eine »ausführliche Stellungnahme des Finanzreferats« vorgelegt wird.
Sitzungsleiter Bgm Dr. Christian Lange sicherte zu, dass eine solche Stellungnahme eingeholt wird, bat aber »jetzt um Zustimmung für den Antrag des Jugendamtes«. Gegen die Stimme von Tobias Rausch wurde so beschlossen.
13.5.17 Bilder: WeBZet; Stadt Bbg. Hinweis: Die WeBZet ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden direkt freigeschaltet. Bitte beachten Sie die „Richtlinien für Kommentare“.