Drucken

CORONA

Sollen Geflüchtete bevorzugt geimpft werden?

Bisher wurde in der Anker-Einrichtung nur getestet, nicht aber geimpft. Das soll sich möglichst rasch ändern. Die AEO-Bewohner gehören derzeit schon zur Impf-Priorität zwei.

Einrichtungen mit sehr viel Menschen sind problematisch

Auch vor der Flüchtlingsunterkunft im Bamberger Osten macht das Corona-Virus nicht halt. Es war vor knapp zwei Monaten als nach einer auffälligen Zahl von Corona-Fällen eine Reihentestung ein beunruhigendes Ergebnis zu Tage förderte. Von 924 getesteten Personen waren 55 positiv – der bisher größte Corona-Ausbruch in Bamberg. Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt schnellte in der Folge nach oben.> vgl. webzet-Bericht “Eine Erklärung ist fällig” v.7.2.21 Die Erklärung kam zögerlich und wirkte unglaubwürdig. Das Presseamt schrieb damals: Die deutliche Mehrung der Infektionszahlen sei darauf zurückzuführen gewesen, weil “ die Zuordnung von Straßen zu Stadt oder Landkreis nicht korrekt erfolgt sei”. Deshalb habe “die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Bamberg trotz der positiven Fälle im Ankerzentrum nicht reagiert”.
Solche Begründungen schaffen Vertrauen!!!

Wieder zurück zur Gegenwart. In der Sitzung des städt. Familien- und Migrationsbeirats v. 18.3.21 wurde die Bekämpfung einer möglichen Virus-Ausbreitung in der AEO thematisiert. Jetzt galt der Virus-Ausbruch mit 55 Infizierten in der AEO Ende Januar 2012 als Fakt. Aus den Reihen der Stadtratsmitglieder wurden Fragen gestellt und Feststellungen getroffen. Für Stadträtin Dr. Ursula Redler (CSU-BA) »zeigt die Corona-Pandemie, dass eine Einrichtung mit sehr viel Menschen problematisch sein kann«. Grünen-Stadtrat Michael Schmitt stellte konkrete Fragen, unter anderem, ob die Stadt Bamberg zur Vorsorge für die Bewohner des Ankerzentrums zusätzlichen Impfstoff erhalten kann.

Glüsenkamp setzt sich für bevorzugte Impfung ein

Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp (Grünes Bamberg) berichtete, dass die Stadt die Impfreihenfolge zugunsten der Flüchtlinge in der AEO gern geändert hätte. Man habe bei den zuständigen Stellen im Freistaat beantragt, die an Bamberg verausgabte Menge an Impfdosen zu vergrößern, um die Flüchtlinge in der Aufnahmeeinrichtung zügig impfen zu können. Bisher seien die AEO-Bewohner nicht geimpft worden, weil sie sich nach der Impfverordnung in der Priorität 2 befänden. Glüsenkamp begründete seinen Vorschlag mit dem erhöhten Infektionsrisiko für die Stadt durch möglicherweise infizierte Bewohner des Ankerzentrums. Dieses Risiko könne durch rasche Impfung verringert werden.

Die Regierung v. Ofr. habe mit einem klaren Nein reagiert. Der anwesende Vertreter der Regierung und für das Ankerzentrum zuständig, Stefan Krug, machte deutlich, dass man keinen Grund für eine pauschale Bevorzugung eines einzelnen Faktors zugunsten oder zulasten einzelner Kreise oder Städte sehe. Krug wies darauf hin, dass Bewohner von Gemeinschaftseinrichtungen durch das Infektionsschutzgesetz bereits höhere Priorität genießen würden. Sie befänden sich unter anderen mit 70- bis 80-Jährigen in der Priorität 2. Die Regierung v. Ofr. verteile den Impfstoff gegen das Coronavirus grundsätzlich anhand der Bevölkerungszahl. Zusätzlichen Impfstoff könne es erst geben, wenn Sonderkontingente verfügbar seien. Hier stimmte auch Ursula Redler zu: »Wenn der Impfstoff zusätzlich kommt und nicht woanders fehlt, dann finde ich es richtig.«
Nur am Rande wurde als Problem deutlich, dass in Bamberg noch nicht alle Berechtigten der Priorität 1 geimpft sind.
Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!
21.3.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.