SCHULE - KITAS - PANDEMIE

Damit wieder “richtiger” Unterricht stattfinden kann

Luftfilter in Klassenräumen sind weiter umstritten. Viele Städte scheuen die Kosten und stellen den Sinn der Anlagen in Frage. Aber die Staatsregierung hält dagegen.

CSU/BA-Stadtratsfraktion spricht sich für Luftfilter aus

In knapp zehn Wochen startet das neue Schuljahr in Bayern. Bis dahin sollen nach Willen der Staatsregierung möglichst viele Schulen und Kitas mit mobilen Luftfilteranlagen ausgestattet sein. Der Freistaat will bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten für die Luftfilter übernehmen und stellt den Kommunen dafür rund 190 Mio € zur Verfügung. Rund 60.000 Klassenzimmer und 50.000 Räume in Kindergärten sollen die mobile Filteranlagen erhalten.
“Wir müssen alles tun, dass im Herbst möglichst Präsenzunterricht in den Schulen stattfindet.” Hinter diesen Satz von Ministerpräsident Markus Söder stellt sich auch die CSU/BA-Stadtratsfraktion im Bamberger Stadtrat. Laut einer Pressemitteilung haben namens der Fraktion mehrere Stadträte an Oberbürgermeister Andreas Starke geschrieben und beantragt, dass die Stadtverwaltung in der Juli-Vollsitzung des Bamberger Stadtrats berichtet, in wie vielen Klassenräumen an Schulen jeder Art in Bamberg mittlerweile Luftfilter aufgestellt worden sind. Die CSU/BA-Fraktion bezieht sich dabei auf einen von ihr im Frühjahr 2021 eingebrachten Antrag, in welchem sie sich bereits dafür eingesetzt hat, alles zu tun, damit im neuen Schuljahr wieder Präsenzunterricht möglich ist.

Fenster-Lüftung in der kalten Jahreszeit nicht umsetzbar

Fraktionsvorsitzender Peter Neller beruft sich darauf, dass der Freistaat Bayern für die Installation von Luftfiltern bis zu 190 Mio € Fördermittel zur Verfügung stellt, damit die Städte und Kreise der „dringenden Empfehlung“ folgen können, solche Geräte anzuschaffen. Neller hebt dabei darauf ab, dass schon im vergangenen Jahr in gleich zwei wissenschaftlichen Studien empfohlen wurde, Klassenzimmer im Herbst und Winter mit qualitativ hochwertigen Luftreinigern auszustatten. Die beteiligten Wissenschaftler bezeichneten das von anderer Stelle dargelegte Lüftungskonzept insbesondere in der kalten Jahreszeit für nicht umsetzbar. “Wir erwarten jetzt von der Stadt, dass von uns beantragte Konzept vorzulegen, wann wie welche Luftfilter bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2021/2022 in den Schulen aufgestellt werden”, bekräftigte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Ursula Redler. Sie erinnerte zudem daran, dass in den Anträgen der CSU/BA-Fraktion auch danach gefragt wird, wie mit den Kitas verfahren wird.
Stadtrat Dr. Christian Lange bekräftigte das Verlangen des Fraktionsantrags bereits auch schon im April des Jahres. Man hoffe, dass die Stadtverwaltung zum Thema bereits mit den Geschäftsstellen der Zweckverbände für Gymnasien und Berufsschulen im Gespräch sei, meinte Lange. “Wir wollen wissen, ob und wie das Ziel, bis zum Beginn des neuen Schuljahres wieder Präsenzunterricht zu ermöglichen, angepackt worden ist.”
Ursula Redler unterstützte ihren Fraktionskollegen mit der Feststellung: "Die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen sind wichtig, damit Unterricht auch in der kalten Jahreszeit unbedingt stattfinden kann, da unsere Kinder nicht nur Bildung sondern auch Sozialisation brauchen."
Webzet unter www.freie-webzet.de aufrufen und speichern!     > WEITERE BERICHTE
11.7.21 Bilder: webzet (Titelbild ist Symbolfoto). Hinweis: Die webzet-blog ist unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar. Zu dem Artikel äußern können Sie sich anhand der Kommentarfunktion unten. Die Kommentare werden nach einer Überprüfung gemäß der Richtlinien für Kommentare (s. unten) freigeschaltet.

Kommentare   
+9 # Katharina Doro 2021-07-14 07:47
Sollten die Schüler im Herbst daheim bleiben müssen, wäre das eine Katastrophe. Vielleicht würden sich die Lehrer darüber freuen, die Eltern aber sicher nicht. Jetzt wurde schon so viel Geld ausgegeben. Da müsste die Finanzierung von Luftfiltergeräten auch noch drin sein.
Antworten | Dem Administrator melden
-2 # Bamberger 2021-07-14 11:59
Too little, much too late.
Als ob in Deutschland zehntausende Filteranlagen nur darauf warten würden, dass der Staat endlich zuschlägt.
Als ob tausende Handwerker zur Zeit auf Aufträge vom Staat warten um diese Filteranlagen einzubauen.

Auf diese genialen Ideen hätten man letzten Sommer kommen können, dann wäre eine realistische Chance vorhanden gewesen, dass es zu Schuljahr 2021/22 halbwegs viele Klassenräume mit Filteranlage gibt. So sehe ich leider schwarz. Da kann Frau Dr. Redler viel verlangen. Genauso könnte sie verlangen, dass die Stadt Bamberg den globalen Hunger besiegt bis zum Beginn des neuen Schuljahres.
Antworten | Dem Administrator melden
+2 # Bergradfahrer 2021-07-15 15:21
Mal die Anzahl schwerer oder gar tötlicher Erkrankungsverläufe bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 50 betrachtend, ist so eine teure Maßnahme überhaupt erforderlich?
Und noch einmal weiter gedacht: Was bedeutet die "Keimfreimachung" der Luft mittel- und langfristig für das Immunsystem?
Antworten | Dem Administrator melden
-2 # Bamberger 2021-07-16 08:29
Keine Angst keimfrei sind nur die Schulen.
Spielplätze, Sporthallen, Büchereien und nicht zuletzte Kinos, Freizeitparks und Fussballstadien sorgen für mehr als genug Keimbelastung fürs Immunsystem.
Antworten | Dem Administrator melden
+1 # Bergradfahrer 2021-07-16 08:51
Dann ist das Zeug ja doppelt sinnlos.
Einerseits weil die furchtbaren Coronaviren den Kindern eh nix ausmachen, andererseits weil sie ohnehin andernorts in Kontakt kämen.
Das ist somit ein halber Regenschirm bei Sonnenschein. ;-)
Antworten | Dem Administrator melden
Kommentar schreiben