INFEKTIONSSCHUTZ  IN SCHULEN und KiTAS

Alles tun, um Präsenzunterricht zu ermöglichen

Angepasstes Lüften in Schulen ist neben den AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske) eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherstellung von effizienten Unterricht.

Gründe für kritische Überlegungen

Tendenziell scheint die Verwaltung aber eher gegen die Anschaffung von mobilen Raumluftreinigern für die Schulen zu sein. Die Mitglieder des Finanzsenats des Stadtrats sehen das allerdings anders. So kam es in der Senatssitzung am 27.7.21 zu einem Austausch von Argumenten an dessen Ende ein Kompromiss-Beschuss für das Mieten (“leasen”) von Raumlufträgern stand.
Schulreferent Dr. Matthias Pfeufer legte dar, dass die Stadt Bamberg und der Zweckverband Gymnasien Stadt und Landkreis Bamberg insgesamt 22 Schulen zu unterhalten haben. Bei einer flächendeckenden Ausstattung allein der Klassenzimmer, die nicht über eine raumlufttechnische Anlage verfügen, sei von einem Bedarf für rund 320 Räume auszugehen. Als Gründe für kritische Überlegungen bei der Anschaffung von mobilen Raumluftreinigern nannte Pfeufer unter anderem:
• hohe Kosten bei Anschaffung, Unterhalt, Wartung und Entsorgung
• hohe Anforderungen bzgl. fachgerechter Installation und Wartung in personeller und finanzieller Sicht
• Beeinträchtigung von Lehrqualität sowie Gesundheit durch störende Geräusche.

Aufgrund dieser Erwägungen schlägt die Verwaltung für die Schulen in Sachaufwands-Trägerschaft der Stadt Bamberg folgendes Vorgehen vor:
Insbesondere bei Räumen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit wird in einem ersten Schritt die Fachplanung durch eine einschlägig ausgewiesene Fachfirma vorgenommen. Danach wird in einem zweiten Schritt die vergaberechtlich erforderliche Ausschreibung von mobilen Raumluftreinigern auf den Weg gebracht.

Mit Kita-Trägern über die Einsatzmöglichkeiten von Luftreinigern sprechen

In der Debatte bestand weitgehend Einigkeit unter den Senatsmitgliedern. Insbesondere in der grundsätzlichen Beurteilung, dass alles getan werden müsse, um nach den Sommerferien einen effizienten Präsenzunterricht zu ermöglichen. Sachliche Grundlage für den Tagesordnungspunkt waren Anträge der CSU/BA-Fraktion und der Kooperationsgemeinschaft Grünes Bamberg und SPD. Grünen-Sprecherin Karin Einwag betonte: »Die Pandemie ist aktuell, nicht erst in Zukunft. Die Schüler/innen brauchen jetzt den Gesundheitsschutz.« Man sollte jetzt erstmal Geräte leasen und unter Realbedingungen testen. Einwag beantragte, die im Beschlussvorschlag der Verwaltung vorgesehenen 45.000 € für die Beschaffung von Mietgeräten zu verwenden. CSU/BA-Stadträtin Dr. Ursula Redler stimmte den Argumenten ihrer Vorrednerin zu, pochte aber auf die Vorstellung eines Konzepts der Verwaltung, »wann wie welche Luftfilter bis zum Beginn des neuen Schuljahres 2021/2022 in den Schulen aufgestellt werden«. Zudem wollte sie, dass Kontakt mit den Bamberger Kitas aufgenommen wird. Dr. Pfeufer wies darauf hin, dass die Stadt nicht Träger der verschiedenen Bamberger Einrichtungen sei. Redler meinte dazu, dass ein Austausch und bei Bedarf Absprachen möglich sein müssen, weil es in beiden Fällen um Einrichtungen für Bamberger Kinder gehe. Im Beschluss wurde das Verlangen dann auch berücksichtigt. So wie der Antrag der grünen Fraktion sich zunächst auf Leasing-Geräte zu konzentrieren. Die Mittel in Höhe von 45.000 € werden als coronabedingte Mehraufwendungen zu Lasten einer Rücklagenentnahme bereitgestellt.
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Kommentare   
+22 # Renate 2021-07-31 21:43
Als Lehrerin und Mutter kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln, wenn ich die Argumente des Schulreferenten lese. Man leistet sich in Bamberg fette Dienstautos, will aber kein Geld zum Schutz der Kinder vor Corona ausgeben. Danke an die Damen für ihren Einsatz.
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-6 # Bergradfahrer 2021-08-01 13:12
Es stellt sich mir die Frage, wieso sollten Mittel investiert werden sollen für eine Gruppe, die durch Corona nicht nennenswert bedroht ist? Ein extensiver Schutz von Personen unter 30 wenn nicht gar unter 60 ist nicht notwendig. Ein Blick in die leider immer noch recht primitiven Statistiken reicht, klar die Zielgruppe zu benennen. Luftfilteranlagen wären sinnvoller in Alten- und Pflegeheimen und der Geriatrie zu installieren.
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+10 # Es Reicht 2021-08-01 17:40
Ich bewundere ja immer den Scharfsinn des Bergradfahrers. Und auch seine wissenschaftliche Expertise.

Ich hingegen weiß nicht, dass Kinder und Jugendliche nicht nennenswert bedroht sind durch Erkrankungen oder eventuelle Folgeschäden.

Aber mir ist klar, dass diese Altersgruppe wohl selten ohne Familie mit eventuell vulnerableren Familienmitgliedern anzutreffen ist. Und dass Kinder und Jugendliche noch viel seltener geimpft sind als die genannten Bewohner von Heimen.

Aber vielen Dank für die Erhellung!
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+4 # Bergradfahrer 2021-08-02 07:54
Es ist sehr schade, dass man dem "flatten the curve"- Ansatz verfolgt hat, und alle, also auch die Nicht-Gefährdeten, daham eingesperrt hat. Unter _echtem_ Schutz von Risikogruppen (da hat die Regierung komplett versagt 48% der Coronatoten waren in Bayern in Alten- und Pflegeheimen) und "Freiheit" für alle anderen hätte man recht flott eine Herdenimmunität recht preiswert erreichen können. Jedoch hat man es bis heute versäumt, anständige Analysen zur Risikoberechnung zu erstellen, die individuelle Patientendaten jenseits von Alter und Geschlecht als Vorhersagevariablen mit heran ziehen. Das ist grottenschlecht, das ist mehr als grob fahrlässig. So kommt es nie zu einer soliden Risikoeinschätzung für den einzelnen Patienten und auch zu keiner Therapieleitlinie, also keiner jenseits von Impfung. Honi soit qui mal y pense.
Ja, ich spreche immer von Wahrscheinlichkeiten, so tragisch das Einzelschicksal auch sein mag und ich auch selber niemand wissentlich opfern würde. Auf #leavenoonebehind und dergleichen brauchen und dürfen wir uns aber weder in der Wissenschaft noch bei der Maßnahmensteuerung für das Gemeinwesen einlassen.

Einen kleinen, mathematischen Exkurs zum Thema "Herd-Immunity und Eindämmungsstrategien" bietet Prof Stephan Luckhaus in einer kleinen Online-Vorlesung zum SIR-Modell (Dauer ca. 50 Minuten) .

Und eines noch: Danke, dass Sie höflich bleiben in dieser Diskussion. Inzwischen kann man nur noch mit ganz wenigen Menschen konträre Standpunkte diskutieren, ohne beleidigt oder zu diskreditiert zu werden.
Das ist im Übrigen auch der Tod der Wissenschaft, wie ich sie gelernt habe, weil die nährte sich aus Freiheit und Widerspruch und entwickelte sich daraus weiter. Der derzeit angestrebte Konsens führt zu Stillstand und das ist ihr Ende. Weil dann brauchen wir nur noch ein einziges Mal den jetzigen Stand der "Konsens" zu drucken und dann dürfen alle Forscher zu diesem Thema heim gehen oder bei Norma Regale einräumen.
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0 # lichtfetzen 2021-08-04 18:10
Selten eine qualifiziertere Antwort
gelesen! Hut ab und evtl. kann man
noch ein paar Leute gewinnen, die reflektiert und mit gesundem Verstand diesem Thema gegenüberstehen
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+1 # Es Reicht 2021-08-05 07:28
Jetzt muss ich mich doch noch einmal zu Wort melden:

So qualifiziert die Antwort auch ist - für mich geht sie völlig am Thema vorbei.

Die Entscheidung für den Umgang mit der Pandemie wurde bereits getroffen. Das haben wir alle (auch und vor allem die Kinder seit 18 Monaten spüren dürfen.

Ähnlich wie mit der Anschnallpflicht im Kfz. Diese kann Verletzungen verhindern (muss es aber nicht) und schränkt die Passagiere natürlich auch ein. Und obwohl statistisch gesehen die Rückbank weniger häufig als der Fahrersitz belegt ist und die Verletzungsgefahr für dort mitfahrende Kinder geringer als für vorne sitzende Erwachsene hat man sich in Deutschland dazu durchgerungen, dass die Anschnallpflicht auch dort gilt. Es besteht nämlich doch eine Verletzungsgefahr. Für die hinten sitzenden Kinder selbst, aber auch für die vorne sitzenden und mit Gurt geschützten Erwachsenen.

Ich erwarte also von einem Schulreferat, dass auch die schwächsten Glieder der Gesellschaft nach den gleichen Maßstäben geschützt werden.

Eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit oder die Kosten einer "Anschnallpflicht auf der Rückbank" ist unserer Gesellschaft unwürdig.
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+1 # Bergradfahrer 2021-08-06 09:10
@Redaktion, ich bitte um Entschuldigung für ausnahmsweise dritten Kommentar.

Ihr Argument respektierend kurz zur Gurtpflicht, ich glaube diese ist nicht so ganz vergleichbar. Obschon sie zweifelsfrei auch Nachteile hat, ist der volkswirtschaftliche Schaden und Grundrechtseingriff eher gering. Wann und ob der Gurt je reevaluiert wurde, weiß ich nicht, aber das sollten generell im Grunde alle "Schutzmaßnahmen" und Vorschriften werden. Ist derzeit leider etwas aus der Mode. Alle Daten zeigen, dass ein aufwändiger "Schutz" von unter 30-jährigen vor Corona nicht notwendig ist. Das alltägliche Lebensrisiko übersteigt die Coronagefahr bei weitem. Und nur weil ich "Schutz" vor ein Wort setze, macht es das nicht automatisch gut.

Das führt uns zum Kern:

Auch wenn man vor 18 Monaten einen eklatanten Fehler gemacht hat, muss man den fortführen? Jeder von uns "normalen Menschen" mit gesundem Menschenverstand hört mit unsinnigem Treiben auf, sobald er es bemerkt. Zudem bin ich der Ansicht, dass sich in Ämtern und Ministerien Fachleute finden, die beim Analysieren der Daten sehr wohl zu diesen Ergebnissen kommen. Nur hat das keine Konsequenz.
Ich fürchte ein Kurswechsel findet vor allem deswegen nicht statt, weil einerseits dies ein Fehlereingeständnis wäre, was im Grunde der kompletten Regierung und allen zustimmenden Parteien, wenn schon nicht den Kopf, so doch jegliche Chance auf Wiederwahl kosten würde, schließlich hat man die größte Volkswirtschaft Europas gegen die Wand gefahren.
Andererseits ist inzwischen eine Geisteshaltung entstanden die in der heutigen NZZ gut beschrieben wird:
"Der pandemische Zeitgeist bedeutet die Kontrolle der Gesellschaft im Zeichen eines absolut verstandenen Gesundheitsschutzes. Dieser beruht auf drei Elementen: einer hypergenauen Diagnostik, einer gigantischen Organisation und Eingriffen in die Grundr.echte."
(Eric Gujer, NZZ vom 06.08.2021 in der Kolumne "Der andere Blick": "Der pandemische Zeitgeist: Warum sich die Politik dagegen sträubt, die Corona-Verbote endlich aufzuheben")
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+22 # Es Reicht 2021-08-01 09:41
Mittlerweile ist die dritte Charge von Fördermöglichkeiten durch den Freistaat Bayern aufgelegt worden.

Diese Hinhalte - und Blockadepolitik des Schulreferats ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Es geht um den Schutz der Kinder, aber auch deren Familien.

Auch und gerade in Klassenzimmern die gut belüftbar sind zieht es im Winter. So sinkt die gefühlte Temperatur noch einmal deutlich. Hier 45.000,-€ für ein Gutachten einzuplanen ist ein Hohn für die ungeimpften Kinder, die dem zweiten Winter bei geöffneten Fenstern und Türen im Klassenzimmer entgegen blicken.

Warum klärt die Stadt nicht alle offenen Fragen nicht selbst, im laufenden Betrieb? Für die bereitgestellte Summe können sicher einige Geräte geleast werden. Und da hätten dann auch die Kinder etwas davon.

Ganz abgesehen davon, dass in Bayern bereits tausende solcher Geräte in Klassenzimmern stehen.

Wahrscheinlich kommt das zu überraschend für die Stadt. Wir befinden uns ja auch erst seit 18 Monaten in der Pandemie.

Oder den Schülern soll ihr mittlerweile erworbenes Gewohnheitsrecht auf eisigen Durchzug und Vernachlässigung durch die Verantwortlichen nicht zu plötzlich streitig gemacht werden.

Gott sei Dank gibt's noch Leute, die mitdenken!
Hoffentlich werden diese auch gehört!!
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+15 # Clavius1970 2021-08-01 12:51
Gerade in Krisen werden die Versäumnisse der Vergangenheit deutlich. Die Gebäude- und Bestandswirtschaft öffentlicher Einrichtungen wurde doch in Sachen Nachhaltigkeit, völlig gegen die Wand gefahren.
Jeder verantwortungsbewußte Immobilienbesitzer legt eine Instandhaltungs- bzw Instandsetzungsrücklage an. Bei Eigentümerversammlungen immer ein beliebtes Thema für den Verwalter :-)
Öffentlichen Verwaltungen scheint diese Denkweise völlig fremd. Es wird ohne Plan dahingewurschtelt und bei weit überfälligen Instandsetzungen erst reagiert, wenn Fördertöpfe des Landes oder des Bundes die Finanzierung ermöglichen.
Ansonsten kommt nur Blabla aus den warmen Amtsstübchen.
Zurück zum Thema. Wären die Schulen alle energetisch und elektrisch auf dem Stand der Technik, so wäre es kein Problem raumluftechnische Anlagen zu betreiben, bzw. sie wären schon vorhanden.
Zur Ehrenrettung der heutigen Protagonisten sei noch gesagt dass das Mißmanagment öffentlicher Gebäude, bereits ein jahrzehntealtes Problem darstellt.
Die Finanzierung üppiger Dienstwagen, finanzieller Pfründe und übervoller Parlamente ist halt wichtiger, als das Wohl der Kinder und Jugendlichen.
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+9 # LH 2021-08-01 14:47
Zu Luftfiltern gibt es unterschiedliche Meinungen , aber wenn die CSU der Meinung ist, dass dies eine sinnvoll Maßnahme ist , soll sie bitte beim Innenministerium darauf dringen, das die Beschaffung dringlich ist und die Sachaufwandsträger auf aufwändige und zeitintensive Ausschreibungen verzichten können. So ist das Stückwerk, weil die Filter dann erst pünktlich nach dem kommenden Winter kommen.
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+8 # supi 2021-08-01 18:13
* Alles tun, um Präsenzunterricht zu ermöglichen *
also ich habe da so meine bedenken, ob das der meisten lehrer ihr vorrangig ziel ist, nachdem sie inzwischen doch bestimmt gefallen an homeeducation gefunden haben oder sollte man vlt die luftreiniger zuerst mal in den staatlichen schulämtern zum einsatz bringen ? wenn man hier des schulreferenten seine einlassung liest, kommt man irgendwie zum ergebnis, dass einiges zuerst durchgeblasen werden muss.
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