Interview mit Henry Kissinger

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger hat die uneingeschränkte Unterstützung Israels durch Deutschland gefordert – „im Extremfall auch militärisch“. Das sagte Kissinger in seinem Landhaus im US-Bundesstaat Connecticut in einem exklusiven Interview mit Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner für WELT-TV.

Die Bilder von jubelnden Arabern auf Berliner Straßen nach dem Angriff der Hamas auf Israel nannte Kissinger, der als Jude vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen musste: „schmerzlich“. Die Ursache sieht er auch in der deutschen Asylpolitik: „Es war ein schwerer Fehler, so viele Menschen völlig verschiedener Kulturen, Religionen und Überzeugungen hereinzulassen, weil es Interessengruppen hervorbringt in den Ländern.“

Als US-Außenminister half Henry Kissinger vor 50 Jahren in unermüdlicher Reisediplomatie, den Jom-Kippur-Krieg zu beenden, als Israel schon einmal überraschend von arabischen Nachbarn überfallen worden war. Eine weitere Eskalation des aktuellen Krieges mit der Hamas hält der mittlerweile 100-Jährige nicht für ausgeschlossen, auch nicht einen israelischen Angriff auf den Iran, der die Terrororganisation unterstützt.

Israel habe den Palästinensern mit dem Abzug aus dem Gazastreifen 2005 ihr Land zurückgegeben, dafür aber keinen Frieden bekommen. „Man kann Leuten keine Zugeständnisse mehr machen, die durch ihre Taten gezeigt haben, dass es keinen Frieden geben wird. Es muss eine Strafe geben“, betonte Kissinger.

Auszug aus WELT vom 11.10.23

4 Gedanken zu “Interview mit Henry Kissinger

  1. nun, der Henry darf das sagen, es muss es sicherlich nicht mehr lange aushalten.

    Alles, was jetzt hochkommt wurde von ein oder anderen Kommentatoren schon vor 7, 8 Jahren genau auch hier auf der WebZet zum Besten gegeben und dafür immer in die gleiche Schmuddel-Ecke gestellt. Leider kann man im Archiv die damaligen Einträge und Posts nicht mehr lesen, aber alle Warnungen und Meinungen wurden in den Wind geschlagen mit der N-Keule abgetan. Wenn man sich nicht in Ideologie vergraben hätte, hätten wir vielleicht nicht so einen Auftrieb AfD´esker Parteien in D und EU erlebt. Jetzt will es keiner gewesen sein.

    Ich frage mich, ob der von den Grünlingen installierte Antisemitismusbeauftragte nun auch wirklich in die echten Brennpunkte geht, also alles rund um die nach Bäumen genannten Straßen und Häuser in Bamberg, oder ob er lieber den Sand in den Kopf steckt (genau so).

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  2. “Bilder von jubelnden Arabern auf Berliner Straßen ” zeigen halt keine reflektierten Intellektuellen und hochqualifizierten Leute, die sind nämlich in Syrien usw. verblieben und arbeiten dort in ihrer guten Position weiter. Die Bilder zeigen eher den unreflektieren und ungebildeten Großteil, der sich ins von den dummen kuffār (Ungläubige) bereiteten Nest gesetzt hat.
    Eine militärische Unterstützung jedweder Seite wäre genauso wahnsinnig und sinnlos wie das bereits bestehende Engagement andernorts. Im Grunde gehören die alle entwaffnet und unter UN-Mandat gestellt. Das wissen aber unsere Bündnispartner zu verhindern…

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    1. Sie wissen genauso gut wie ich, wie Sie mich damals anno 2015 mit dem ganzen Hype getadelt haben! Damals wollte niemand etwas von den Bärchenwerfern hören, als ich schon meinte, dass die, die sich hier einnisten, das mitbringen, wovon sie eigentlich die Sachen packen wollten und abgehauen sind, aber trotzdem mitgebracht haben.
      Aber gut, dass Sie geläutert sind.

      1. Ich gestehe und gebe es freiweg und öffentlich zu, ich habe mich gewaltig geirrt! Und latürnich bitte ich im Nachhinein um Entschuldigung! Es war verkehrt! Und das ist mir peinlich, tut mir leid.
        Ich habe eine lange Zeit vollkommen blauäugig an die Geschichte geglaubt, die man uns erzählt hat. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das realisiert habe. Die weltoffenen Akademiker, mit denen ich mich in Syrien in fließendem Französisch unterhalten habe, sind offensichtlich daham geblieben. Das Publikum im Restaurant Naranj in Damaskus diniert immer noch dort.
        Bärchen habe ich nie geworfen, aber bin halt dem radikalen Positivismus Merkels “Wir schaffen das!” gefolgt. Neun Jahre Indoktrination zum bedingungslosen Glauben an die absolute Narrensicherheit des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung sowie an die freie Presse als Kontrollinstanz, das Kaspar-Zeuß-Gymnasium konnte das echt gut. Da vergisst man schnell, den erlernten wissenschaftlichen Skeptizismus anzuwenden. Dazu wird man noch als “Guter” bezeichnet. Immerhin kann ich mir zugute halten, die nächste Verfassungskrise dann etwas schneller erkannt zu haben. 😉
        Wobei ich gestehen muss, ganz am Anfang habe ich auch noch ostdeutsche Freunde als leicht paranoid abgetan, die vor einem Totalitarismus und Grundrechtseinschränkungen gewarnt haben, denen die Sprache bekannt vorkam. Niemals würden Grundrechte bei uns eingeschränkt, niemals ohne gravierende Evidenz. (Die “Sprache von Corona” war wirklich beachtlich, es finden sich Parallelen zu Klemperers LTI. Auch das gehört aufgearbeitet und linguistisch erforscht, falls sich einer traut.)
        Immerhin, ich bin lernfähig und habe bei dem ganzen Wahnsinn in keiner Weise mitgemacht, ganz im Gegenteil.

        Die meisten Politiker, willfährigen Wissenschaftler und Journalisten haben es wahrscheinlich nicht schlecht gemeint, aber das hilft am Ende nichts. (Wobei ich nicht sagen will, dass es keine opportunistischen oder vorsätzlichen Krisengewinnler gab und gibt.) Auch in punkto Israel wird wieder überstürzt gehandelt, mit vermeintlich besten Absichten. Diese besten Absichten gab es 2015, gabe es bei Corona, beim Ukrainekrieg, beim Klimaschwandel und jetzt wieder…
        Dazu ein Zitat des von mir hoch geschätzten Professor Dietrich Dörner:
        “Meines Erachtens ist die Frage offen, ob “gute Absichten + Dummheit” oder “schlechte Absichten + Intelligenz” mehr Unheil in die Welt gebracht haben. Denn Leute mit guten Absichten haben gewöhnlich nur geringe Hemmungen, die Realisierung ihrer Ziele in Angriff zu nehmen. Auf diese Weise wird Unvermögen, welches sonst verborgen bliebe, gefährlich, und am Ende steht dann der erstaunt-verzweifelte Ausruf: “Das haben wir nicht gewollt!” ”

        Wir müssen immer wieder hinterfragen, müssen versuchen außerhalb vorgegebener Rahmen zu denken. Blind der einen oder anderen Seite zu folgen, ist sehr wahrscheinlich falsch, führt zu noch mehr Leid. Und Kissinger steht klar auf der einen Seite.

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