Mammutprozess gegen Geldautomatensprenger neu gestartet

Der Prozess gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomatensprengern wurde gestern in Bamberg wieder aufgenommen. Das Verfahren war durch Anträge von Verteidigern ausgesetzt worden.

Einer der größten Prozesse, die es in Bayern je gab

Die ersten Prozesstage Anfang im April d.J. waren schnell vorbei. Die Verteidiger der Angeklagten reichten zahlreiche Anträge ein, weil ihrer Meinung nach die Prozessunterlagen zu kurzfristig für eine Auswertung vorgelegt worden waren. Der Prozess gegen die mutmaßliche Bande wurde neu angesetzt. Die Angeklagten blieben in U-Haft.

Die John-F. Kennedy-Halle wird für die Durchführung des Mammutprozesses gebraucht.

16 Angeklagte aus verschiedenen Ländern müssen sich vor dem Landgericht Bamberg verantworten: Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sollen sie Automaten gesprengt und große Schäden angerichtet haben. Wegen seines Ausmaßes findet der Prozess in der John-F.-Kennedy-Sporthalle auf dem Gelände der Bundespolizei statt.

Laut Anklageschrift sollen die Angeklagten mehr als drei Mio € erbeutet haben. Der Sachschaden liegt nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei mehr als 5,5 Mio €.

Hinzu kommt in wenigen Fällen auch der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung. Bei dem Vorgehen handle es sich laut der vierstündigen von der Staatsanwaltschaft vorgetragenen Anklageschrift um “mafiöse Strukturen”, jeder Angeklagte steht wegen einer bis 21 Straftaten vor Gericht. Insgesamt geht es um 30 Taten. 

Großer logistischer Aufwand

Die Angeklagten im Geldautomatensprenger-Prozess, die aus Belgien und den Niederlanden stammen, sind derzeit in verschiedenen Haftanstalten in Bayern untergebracht. Das Verfahren ist dadurch mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden. Die Angeklagten werden mit Polizeibegleitung aus ganz Bayern zum Prozess gebracht. Jeder der Angeklagten wird von mindestens zwei Anwälten verteidigt. Zur Fortsetzung des Prozesses gestern, war eine größere Anzahl der ursprünglichen Verteidiger zurückgetreten. 

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat die Anklage für die Automatensprenger-Bande aus sachlichen und vor allem prozessökonomischen Gründen übernommen. In dieser Größenordnung in Bayern wohl das erste Mal, dass so viele mutmaßliche Täter in einem Prozess angeklagt werden und es sei einer der wenigen in Deutschland. Man wolle die Strukturen dieser Banden zerschlagen und arbeite auch bundesweit mit anderen Stellen zusammen. Nur durch die Bearbeitung von ganzen Tatserien könne man gegen dieses Verbrechens-Phänomen vorgehen. 

Der letzte Fortsetzungstermin ist im Januar 2026 anberaumt. Der Prozess könnte damit mehr als zwei Jahre andauern.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 25.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw:

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