B. Felix wehrt sich!

Die drastische Mieterhöhung für das „Kontakt“-Festival empört Bambergs Kulturszene. Es gibt heftige Vorwürfe gegen Finanzreferent Felix. Der weist die Vorwürfe entschieden zurück, nennt sie „verleumderisch“.

Abgeänderten Mietvertrag dem Team des Kontaktfestivals aufgebürdet

Das „Kontakt“-Festival findet schon seit einigen Jahren in Bamberg statt. Heuer Ende Mai vier Tage lang auf dem ehem. Gelände von Metalluk in der Ohmstraße.

In einer Selbstbeschreibung heißt es, dass  die “Kulturprojekte ehrenamtlich geplant, organisiert und durchgeführt werden. Neben dem Festival und den kleineren Veranstaltungen bringen wir uns kulturpolitisch in der Stadtentwicklung Bambergs ein. Unser Team besteht aus Studierenden, Erwerbstätigen, Rentner/innen und Auszubildenden und ist offen für alle, die Lust haben, sich für Kunst und Kultur zu engagieren. Alle Aktionen sind unkommerziell ausgerichtet und dienen der Verwirklichung der Grundideen unserer Arbeit.”

Bisher hatte der Trägerverein Asta Bamberg e. V.  für das Gelände jeweils 500 € Miete an die Stadt gezahlt. Heuer kam der Donnerschlag: eine Rechnung über 14.570 € (netto rd.14.000 € bezahlen). Viel Aufregung gab`s – verständllcher Weise!

Die “ freie Kunst- und Kulturszene” setzte sich zu einem Runden Tisch zusammen und fuhren gr0ßes Geschütz auf:” Mit dem Angriff auf die Bamberger freie Kunst- und Kulturszene sehen wir nun die Zeit gekommen, mit einer gemeinsamen Stimme die Verantwortlichen der Stadt anzusprechen: Man “erkläre sich ausdrücklich solidarisch mit kontakt – das Kulturfestival und dem Trägerverein Asta Bamberg e.V.”… “Die Mieterhöhung wurde ohne jegliche Transparenz beschlossen und der stillschweigend abgeänderte Mietvertrag erst neun Tage vor Festivalbeginn dem ehrenamtlich arbeitenden Team des Kontaktfestivals aufgebürdet.”…

“Vom Oberbürgermeister erwarten wir, der besonders problematischen Ämterhäufung und den damit einhergehenden Anschein des Machtmissbrauchs des Kämmerers Bertram Felix Einhalt zu gebieten, weswegen wir eine Einhegung seines Einflussbereichs fordern.

Vom Bamberger Stadtrat erwarten wir, die Angriffe des Kämmerers auf die Freie Kultur in Bamberg nicht unwidersprochen zu lassen und die Mittel für Kultur spürbar zu erhöhen.”

In einem Forderungskatalog wird eine “Entflechtung der Positionen und somit eine Entmachtung von Bertram Felix” verlangt. “Seine Mehrfachfunktion als Leiter des Immobilienmanagements der Stadt und als Kämmerer und als Stiftungsreferent birgt Interessenskonflikte und lädt zu Machtmissbrauch ein. Anscheinend mit Vorsatz torpediert und attackiert er seit Jahren die freie Kunst und Kultur.”

Anfangs glasklar von einer einmaligen Nutzung die Rede gewesen

Frisch vom Urlaub heimgekommen, nahm der Finanzreferent (auf Anfrage des FT, Bericht v. 4.6.24) zu den Vorhaltungen Stellung. »Es sei hinlänglich bekannt, dass es der Stadt Bamberg an Gewerbeflächen mangele. „Das enorme Defizit im Verwaltungshaushalt mache Gewerbeansiedlungen und damit weitere Gewerbesteuereinnahmen zwingend erforderlich für uns“, sagt er. Aus diesem Grund habe die Stadt im Jahr 2020 „nach langen und schwierigen Verhandlungen“ das Gelände des insolventen Elektrounternehmens Metalluk für eine Gewerbeentwicklung gekauft. „Ein absolutes Filetstück“, sagt Felix. 

In den Jahren 2022 und 2023 nutzte Asta Bamberg die weiter brachliegende Fläche für sein „Kontakt“-Festival. Als Mietpreis wurden 500 € festgesetzt. Allerdings sei anfangs glasklar von einer einmaligen Nutzung des Metalluk-Geländes die Rede gewesen.«

Auf die Frage, was gegen eine Zwischennutzung spreche, wenn das Gelände ohnehin brachliegt? antwortet der Finanzreferent: Das „Kontakt“-Festival hindere das städt. Immobilienmanagement daran, das Metalluk-Gelände wirtschaftlich zu entwickeln. Die temporäre Nutzung des Geländes sei auf den „politischen Willen“ des Stadtrats zurückzuführen. Sollte eine regelmäßige und dauerhafte Veranstaltung auf dem Gelände durchgeführt werden, dann würde das ein Interessenbekundungsverfahren für das Gelände erschweren.  Den Vorwurf der kulturfeindlichen Abzocke weist Felix zurück.

Bei der jetzigen Vergabe des Geländes für gemeinnützige Veranstaltungen habe er veranlasst, einen um 50 % geminderten Preis als Berechnungsgrundlage zu benennen. Dieser Tagessatz wurde laut Felix anschließend erstens mit der vom „Kontakt“-Festival genutzten Quadratmeterzahl und zweitens mit den Tagen multipliziert, an denen sich das „Kontakt“-Team auf dem Gelände befindet. Diese Tage bezifferte das „Kontakt“-Team mit 47. Diese Zahl habe ihn überrascht, sagt Felix. „Ich hatte bei einem viertägigen Festival mit insgesamt vielleicht zehn oder elf Tagen gerechnet“, sagt er.

Geschrieben: FT Bbg-mdw; veröffentlicht: 4.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: WebZ

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10 Gedanken zu “ B. Felix wehrt sich!

  1. Ich störe mich sehr an dem gegenüber dem Finanzreferenten angeschlagenen Ton. Persönliche Angriffe entsprechen aber wohl dem Niveau der Akteure – und nebenbei bemerkt: auch dem Niveau der dargebotenen “Kultur”.

    Dies schließe ich vor allem aus dem Verhalten des Publikums. Dieses konsumiert allerlei Genussmittel (in Getränke und Rauchwarenform), ist also durchaus bereit, zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse in die Tasche zu greifen.
    An der Bereitschaft, für die konsumierte “Kultur” einen finanziellen Obolus zu leisten, scheint es aber dem Vernehmen nach drastisch zu mangeln.

    Freibier trinkt jeder gern, das sagt aber noch nichts über die Qualität des Erzeugnisses aus, ebenso wenig wie lange Schlangen am Freibierstand.

    Die Besucherzahl ist also nur ein schlechter Gradmesser für die Beliebtheit oder gar die Qualität dieser Veranstaltung.

    Jeder Euro, der für Förderung der Kunst zweckgebunden im Haushalt der Stadt vorgesehen ist, kann nur einmal ausgegeben werden. Dies dem Finanzreferenten vorzuwerfen ist gelinde gesagt dämlich. Er erfüllt schlichtweg seine Aufgabe.

    Dass die angespannte Haushaltslage keine Ausnahme bei geldwerten Vorteilen macht, die durch Überlassung von Liegenschaften zu einem symbolischen Mietpreis entstehen, kann man emotional herausfordernd finden. Seinen Ärger an einer Person auszulassen ist absolut deplatziert.

    Und dann noch das eigene Verhalten projizierend Hr. Felix persönliche Angriffe zu unterstellen ist tatsächlich verleumderisch.

    Im Übrigen liegt bei mindestens einem Stadtrat, der sich hier engagiert (und bei dem Verein der Rollbäume, und, und, und) anscheinend auch so etwas wie eine Ämterhäufung vor. Bei der Verteilung der Steuergelder in private Taschen geht es aber bestimmt wieder mit “linken” Dingen zu.

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  2. Der einzig wahre Herrscher von Bamberg – nicht Andy – schon gar nicht der Stadtrat – Felix der Glückliche wurde auch immer wieder gewählt! Basta.

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  3. Bedenklicher als das finde ich ehrlich gesagt die Tatsache, dass die Domauffahrt in der Altstadt, anstatt die bisherige Bepflastetung aufrecht zu erhalten, nunmehr mit schnödem Asphalt verstrichen worden ist. Nach Geiz klingt das schon. Vom welcher Person könnte so eine Prioritätensetzung ausgehen? Die o.g. Diskussion lässt mich irgendwie diese Frage stellen.

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      1. Wenn das ein Provisorium ist, ist das natürlich etwas Anderes. Erstmal hat mich die Resignation übermannt, als ich das gesehen hatte. Überrascht hätte mich das nicht, zumal mich die Beispiele Am Michaelsberg und An der Universität 5 bereits nachhaltig beeindruckt haben.

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  4. Was für eine dünne und schlechte Ausrede. Da kann man nur den Kopf schütteln. Offensichtlich ist der Kämmerer gleicher Ansicht, wie ein Kommentieren der weiter oben und möchte die Szene nach seinen Vorstellungen reglementieren. Vielleicht sollte man versuchen, ein Blasmusik-Festival zu organisieren? Da gibt’s wahrscheinlich noch Fördergelder 😉

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  5. “Sollte eine regelmäßige und dauerhafte Veranstaltung auf dem Gelände durchgeführt werden, dann würde das ein Interessenbekundungsverfahren für das Gelände erschweren.”

    So ein Blödsinn. Gegenbeispiel: Plärrer – Brose

    Und selbst wenn das so wäre, weißt das Hr. Felix sicher nicht 2 Wochen vor Beginn des Festivals und hätte das viel früher kommunizieren müssen. Dass 15.000 EUR für eine Wiese für 11 Tage eine marktübliche Miete (sogar nur 50% einer marktüblichen Miete) sein sollen, ist doch ein schlechter Scherz oder? Vermutlich hat er die Quadratmetermiete für Wohnraum in der Gegend angesetzt.

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  6. Stört mich jetzt weniger, wenn dieser Treff für ungewaschene, linksextreme Studenten, bei dem Hetze gegen die Opposition zum guten Ton gehört, nicht mehr von der Stadt unterstützt wird.

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  7. “Es sei hinlänglich bekannt, dass es der Stadt Bamberg an Gewerbeflächen mangele”
    Jawoll, in dieser Megakonjunktur, in der wir sind, in der es keinerlei Leerstand in Handel und Gewerbe gibt, ist jeder Quadratzentimeter Gewerbefläche mit einem 5m hohen Türmchen aus Krügerrandmünzen zu bezahlen. Genau, Herr F! (Man soll dem Wahne ja nie direkt widersprechen.)

    Ich kenne solche Einlassungen von denen, die keinen Schlüssel für die Stationstür haben, von einem Stadtkämmerer schienen sie mir zuerst bedenklich. Aber dann habe ich mich erinnert, wir sind ja in der neuen Normalität. 😉
    Definiere Kakistokratie.

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