Die Angst der Mittelschicht vor dem Abrutschen

Auszug aus einem Artikel von BR24 v. 27.1.23:

Im Vergleich mit dem europäischen Ausland trägt die Mittelschicht in Deutschland mit die höchste Steuer- und Abgabenlast. Das bedeutet gerade für Menschen mit mittlerem Einkommen eine hohe Belastung. Ist die Mittelschicht am Ende?

Deutschlands derzeitiger Wohlstand und damit die Basis des hiesigen Sozialsystems fußt laut Wirtschaftshistoriker Klemens Skibicki vor allem auf einer erfolgreichen Vergangenheit als Industrienation mit einem breiten Mittelstand. Doch Skibicki kritisiert im Interview mit BR24 für “Possoch klärt” (Video oben, Link unten) deutliche Versäumnisse: “Natürlich hätte man sich fürs digital vernetzte Zeitalter seit sehr, sehr, sehr vielen Jahren schon neu aufstellen müssen. Wir haben eigentlich das Gegenteil gemacht.”

Gerade der baldige Renteneintritt der Babyboomer-Generation wird Deutschland daher vor ein Problem stellen. Denn dann verteilt sich die Steuerlast, die das derzeitige Sozialsystem am Laufen hält, auf deutlich weniger Menschen. “Wir werden in den nächsten Jahren fünf bis sechs Millionen Menschen verlieren, […] die berühmten Boomer, die dann in Rente gehen und die als Rentner versorgt werden müssen und die auf dem Arbeitsmarkt fehlen, die also diese Fachkräftelücke, die jetzt schon erheblich ist, noch einmal erheblich vergrößern werden”, mahnt im BR24-Interview auch Daniel Goffart, Chefreporter der “WirtschaftsWoche”. …

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7 Gedanken zu “Die Angst der Mittelschicht vor dem Abrutschen

  1. Ganz konkret und konstruktiv, das Rentensystem funktioniert nicht mehr, auch weil Roboter und Maschinen keine Sozialabgaben zahlen. Wenn zu viele Arbeitnehmen in Rente gehen, und zunehmend weniger Menschen hoch einzahlen wird die Belastung zu hoch.
    Aber es fehlen auch erfahrene Fachkräfte, die ihren Rentenanspruch wahrnehmen und nicht mehr zur Arbeit kommen. Auch wenn sie noch könnten und wollten, ist es bei den hohen Abgaben in Deutschland kaum noch lohnenswert und unattraktiv. Hier wäre ein Anreiz ein hoher Steuerfreibetrag und/oder Freistellung von Sozialabgaben, weil eine Renten- oder Arbeitslosenversicherung braucht kein Rentner.
    Migration war eben nicht die Lösung, sondern ist inzwischen das Problem. Daher müssen wir auf die vorhandenen Ressourcen zugreifen. Wir müssen zurück zur Industrie, zurück zur Energiesicherheit und zurück zum Besinnen aufs eigene Wohl an allererster Stelle. Allerdings gelingt das mit den derzeitigen Blindgängern am Ruder halt nie.

    @Jagerbarbie: Die Digitalisierung als Allheilmittel ist völliger Unsinn. Ich hab noch keine Software gesehen, die eine Lichtmaschine austauscht oder ein Haus baut. Es wird immer Menschen brauchen, die echte Arbeit leisten, die anfassbare Werte schöpfen. Aber davon ist die grüne Blase Lichtjahre entfernt, denn das kann schmutzig, anstrengend und schwierig sein, das bedarf echter Kenntnisse und Fertigkeiten.
    Und der von Ihnen so enthusiastisch vorgeschlagene geplante Abstieg ins Elendsghetto, nachdem man für dieses Land gearbeitet, dahinvegetieren in Orwellscher Tristesse ist natürlich was uns unter ökosozialistischer Herrschaft bevorsteht. Aber das werden die Wähler zu verhindern wissen.

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    1. Mal wieder stark, dass Sie das u. a. auf die Migration schieben. Ich hoffe für Sie, dass Sie irgendwann von keinem Ausländer im Krankenhaus oder im Pflegeheim gepflegt werden. Das wäre für Sie ja die absolute Katastrophe.

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      1. Ich glaube Sie sehen das alles etwas zu extrem mit den Migranten. Migration ist nicht alleine schuld an der Misere unseres Landes. Es wurden von Kohl, Merkel und letzte Scholz & Co auch andere kapitale Böcke geschossen (Kernenergie-, Corona-, Klimawahn), die uns noch über viele Jahre belasten werden.

        Und bei Migranten man muss da schon differenzieren. Immerhin hat ein Drittel keine negative Bilanz für uns. Die muss man halt nehmen/behalten, den Rest können wir uns schlicht nicht leisten.
        Das ist in keinem entwickelten Land der Welt anders. Zuwanderung ins Sozialsystem ist indiskutabel und umgehend zu beenden.
        Und ich plädiere in keiner Weise für eine Deportation (=Fremdwort für Abschiebung) qua Nachname, wie sie Frau Faeser (SPD) forderte. Das erinnert an finsterste Zeiten.

        Haben Sie denn einen konstruktiven Beitrag zum Thema? Oder werden Sie auch vom Staat alimentiert nach dem Muster Matthäus 6,26 ff.? 😉

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  2. “Natürlich hätte man sich fürs digital vernetzte Zeitalter seit sehr, sehr, sehr vielen Jahren schon neu aufstellen müssen. Wir haben eigentlich das Gegenteil gemacht.”

    Treffend, treffend. Der Michel hat richtig gegen die Digitalisierung opponiert. Das lag nie am Geld oder an verfügbarer Technik. Das lag an seiner Mentalität.

    Den heutigen Personalbedarf für viele Prozesse hätte man bei beherzter Digitalisierung, die vor Jahrzehnten hätte beginnen müssen, senken können, die Boomer-Problematik ein gutes Stück weit abfangen können. Das fällt dem Michel jetzt auf die Füße.

    Bei der Angst vor dem Abrutschen geht es um bezahlbaren Wohnraum. Das ist das Nadelöhr. Das ist ein Problem, das gelöst werden muss. Als Interimslösung notfalls bundesweit mit abertausenden Wohncontainern in Gewerbegebieten, dort auf Supermarktgebäuden und Baumarktparkplätzen.

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    1. Als Christ versuche ich immer verirrte Schafe auf den richtigen Weg zu führen oder zumindest dabei zu helfen:

      Natürlich geht die Digitalisierung zu langsam. Aber wer ist “wir”. Die Bremser sind doch die Datenschutzfetischisten gleich welcher politischen Richtung. Auch unser föderales System ist nicht gerade ein Booster für einheitliche Digitalsysteme. Was unsere “Beschaffungsbürokraten – bzw. lobbyisten” anrichten können, sieht man ja an der Bundeswehr.

      Außer Diskrimierung weiter Bevölkerungsteile Ihrerseits stelle ich nichts Brauchbares fest. Sind Sie AFD- oder FFF-Mitglied?
      Ich kenne genug achtzigjährige die mit den neuen Medien kein Problem haben.

      Die Ursünde aller Digitalisierungkampagnen war lange Jahre die einheitliche digitale Unterschrift. Jeder Digitalisierungsprozess (z. B. Steuererklärung) musste meist noch in Papierform begleitet werden. Mehr Computer erhöhten oft den Papierverbrauch und den Personaleinsatz. Auch heute bekomme ich oft nach digitaler Abwicklung noch Post von meinem Geschäftspartner.
      Welche Boomerproblematik? Werden diese Umweltsünder, BMI-Ignoranten und Homeoffice-Zweifler mit ihren fetten Bäuchen, vielleicht noch gebraucht oder zumindest vermisst?
      Absatz 4:
      Ihr Lösungsansatz ist hoffentlich nicht ernst gemeint. Zu den Kosten von Containerlösungen, befragen Sie mal Landbürgermeister, die sich mit der vorübergehenden Auslagerung von Kindergarten- oder Schulräumen befassen mussten.
      Die Wohnungsproblematik begann in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre. Durch den Zuzug, in erster Linie osteuropäischer Migranten (Kontigentflüchtlinge, Spätaussiedler etc.) wurde der Wohnungsmarkt belastet. Die Mahnungen der Wohnungswirtschaft nach Erneuerung und Belebung des sozialen Wohnungsbaus verhalten damals ungehört. Weitere Einwanderungswellen, auch aus den neuen Bundesländern, taten und tun Ihr Übriges.
      Um dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit gleich vorzubeugen. Ich benannte nur die Ursachen. Die Schuld für die heutigen Zustände liegen bei der Schlafmützigkeit der Politik der letzten Jahrzehnte und nicht bei den, meist gut integrierten, Neubürgern.

      Zum Schluß ein paar versöhnliche Worte:
      Manchmal kommt mir der Gedanke daß CDU/CSU absichtlich Herrn Laschet auf den Schild gehoben haben, um nicht die nächste Bundesregierung führen zu müssen.
      Leider ist Christian Lindner und der FDP das Herz in den Geldbeutel gerutscht und die “Ampel” nahm ihren Lauf. Herr Habeck ist für mich die ärmste S.u.

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      1. “Auch heute bekomme ich oft nach digitaler Abwicklung noch Post von meinem Geschäftspartner.”

        Korrekt. Wenn aus Mentalitätsgründen analoge Parallelstrukturen aufrecht erhalten werden, macht Digitalisierung keinen Sinn. Volldigitalisierung oder gleich ganz sein lassen.

        “Welche Boomerproblematik?”

        Die genannte. Nämlich die, dass sich diese Gruppe sukzessive aus dem Berufsleben verabschiedet und nicht mehr so viele nachkommen.

        “Zu den Kosten von Containerlösungen, befragen Sie mal Landbürgermeister, die sich mit der vorübergehenden Auslagerung von Kindergarten- oder Schulräumen befassen mussten.”

        Containerlösungen sind nur eine grobe, aus der Not geborene Idee, die natürlich geprüft werden müsste und vielleicht schon wurde. Ist das aus technischen, finanziellen oder nicht ausräumbaren rechtlichen Gründen nicht möglich oder macht das keinen Sinn, bedarf es eben eines anderen Ansatzes. Fakt ist doch: Irgendetwas muss passieren, und das nicht erst in zehn bis zwanzig Jahren, wenn sich das Wohnraumkarussell aufgrund der dann einsetzenden Demografie vielleicht wieder zu drehen beginnt.

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        1. Deutschland ist ganz massiv auf dem Weg zum Niedriglohnland – siehe auch die Artikel zum fT.
          Und damit auch mehr und mehr zum Niedrig-Renten-Land…
          Damit wird die Spaltung zwischen Arm und Reich immer größer!
          Es gehen fortlaufend Industriejobs verloren, neu geschaffen werden primär deutlich schlechter bezahlte Dienstleistungsjobs.

          Migration – da sollte erst mal unterschieden werden, zwischen den vor zig Jahren hier angekommenen “Gastarbeitern” und den “Flüchtlingen” der letzten Jahre. Von der zweitgenannten Gruppe wird der Großteil wohl niemals in der Lage bzw. Willens sein, sich selbst zu ernähren, auch aufgrund der Lohnproblematik.

          Wohnungsproblematik – notfalls müssen drastische Massnahmen wie Enteignung von jahrelang leer stehenden Immobilien, Verbot (ausgenommen berufliche oder ähnliche Notwendigkeiten) von Zweitwohnungen und Ferienwohnungen ergriffen werden!
          Aber das wird nicht passieren, denn das Kapital hat die Macht!

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