Bamberg doch nicht so stark gewachsen 

Die Bevölkerungszahlen in Deutschland sind nach der neuen Erhebung zum Stichtag 15. Mai 2022 vielerorts nach unten korrigiert worden. Für Bamberg werden jetzt 72.764 Einwohner/innen angegeben. 

Bamberg weiterhin größte Stadt in Oberfranken

Nun liegen die verbindlichen Zahlen der amtlichen Fortschreibung der Zensus-Zahlen vom 15. Mai 2022 vor.

Schon seit einiger Zeit wird die Zahl der Bamberger und Bambergerinnen amtlicherseits mit 80.580 Menschen angegeben. Zuletzt vor zwei Wochen auf der Facebookseite der Stadt. Ebenso wie der Landkreis Bamberg berief man sich dabei auf Angaben des Bayer. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. > vgl. WebZet-Bericht v. 14.6.24

Das städt. Presseamt teilt in einer Presseinformation mit: Die Ergebnisse des Zensus 2022 werden seit zwei Jahren erwartet, nun liegen sie vor und wirbeln einiges durcheinander. Der Grund: Die Einwohnerzahlen müssen im Großteil von Deutschland nach unten korrigiert werden – auch in Bamberg. War die amtliche Fortschreibung der Zensus-Zahlen von 2011 zuletzt von über 80.000 Einwohnern in der Stadt ausgegangen, hat die neue Erhebung zum Stichtag 15. Mai 2022 nun 72.764 Einwohner ergeben. Im Vergleich zum einst (s.o.) festgestellten Wert vom 30. Juni 2022 sind das 6.270 Personen weniger. 

Dennoch freut sich Oberbürgermeister Andreas Starke über das Ergebnis. Es zeigt die Stadt Bayreuth mit 72.289 Einwohnern im Bezirk weiterhin auf Platz 2 .

Interessante Zahlen zu Wohnraum oder Heizungsarten in Bamberg

Für die gesamte Bundesrepublik Deutschland wurde im Zensus 2022 eine Bevölkerungszahl von 82,7 Mio Menschen ermittelt. Das sind rd. 1,4 Mio Einwohnerinnen und Einwohner weniger als bislang angenommen. Über zwei Drittel der Abweichung ist auf die nicht-deutsche Bevölkerung zurückzuführen. So kommt der Zensus 2022 auf rund 10,9 Mio Ausländerinnen und Ausländer und somit auf nahezu eine Million weniger als bisher amtlich ausgewiesen.  

Der Zensus 2022 liefert auch weitere interessante Zahlen, zB. zum Wohnraum oder zu den Haushalten. Demnach gab es in Bamberg zum Stichtag 15. Mai 2022 genau 13.583 Gebäude mit Wohnraum und 44.491 Wohnungen. Die Leerstandsquote liegt bei 4,7 %. 41.075 Haushalte wurden ermittelt, wobei mehr als die Hälfte (22.483) Singlehaushalte sind. Erstmals abgefragt wurden die Heizungsarten. So werden die Wohngebäude in Bamberg zu 68 % mit Gas und zu 15 % mit Öl geheizt. Fernwärme (8 %), Holz (3 Prozent), Wärmepumpen (3 %) und Strom (3 %) spielen eine untergeordnete Rolle bei der Wärmeversorgung, haben bei Neubauten allerdings deutlich zugenommen.

Geschrieben: PA Stadt Bbg-mdw; veröffentlicht: 26.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto);

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7 Gedanken zu “Bamberg doch nicht so stark gewachsen 

  1. Na und, dann ist Bamberg halt keine 80.000 Einwohner-Stadt. Um auf den Artikel zur Haushaltslage zurückzukommen, es wird dem Kämmerer dämmern, dass Bamberg in einem Dilemma steckt: Weniger Einwohner bringen weniger Einkommenssteuer, dennoch viele Menschen (Studenten und Flüchtlinge), die kulturelle und soziale Leistungen beanspruchen.

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  2. Ich kann mich noch sehr gut ans Jahr 1993 erinnern. Bamberg wird Welterbestadt, mit damals ca. 70.000 Einwohnern. (https://www.visitbamberg.com/geschichte-in-zahlen/)

    Davon werden wohl ca. 7000 amerikanische Soldaten und ihre Familien gewesen sein. (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/us-streitkraefte-als-wirtschaftsfaktor-ami-stay-here-1.1063474)

    Unter der Berücksichtigung der aktuellen Auslastung der ANKER-Einrichtung mit 1507 Personen, Stand 17.06.2024 (https://www.regierung.oberfranken.bayern.de/aufgaben/192162/192168/156313/gebaeude/133234/index.html) lässt sich also folgendes feststellen:

    Die Differenz zwischen der im Dezember 2023 maximal ermittelten Einwohnerzahl (https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online?operation=ergebnistabelleUmfang&levelindex=1&levelid=1719428789741&downloadname=12411-003r#abreadcrumb) und der jetzt ermittelten beträgt 80850 – 72289 = 8561 Einwohner.

    Auf dem ehemaligen Gelände der US-Army wohnen aktuell 7000 – 1507 = 5493 Personen weniger als 1993.

    Folglich haben die Einwohner im Stadtgebiet Bamberg ohne das US-Army/ANKER-Gelände seit 1993 einen Zuwachs von 3068 Personen erlebt.

    Das sind auch für mich tolle Neuigkeiten. Eine jährliche Wachstumsrate von 0,105% der Gesamteinwohnerzahl in den letzten 31 Jahren ist super! Ich hatte nämlich fälschlicherweise den Eindruck, dass Bamberg seit 1993 immens gewachsen sei.

    Wozu stehen denn überall auf den Schulhöfen die Container? Warum wird sozialer Wohnungsbau benötigt, wieso herrscht überhaupt Wohnungsknappheit? Diese jetzt veröffentlichten Zahlen sprechen eine andere Sprache!

    Jetzt kann endlich gespart werden! Wir brauchen im Raum Bamberg überhaupt keine neues Gymnasium!

    Ganz anders wird ein Schuh daraus – was passiert, wenn das ANKER-Zentrum 2025 schließt? Wenn die Wohnungsbauoffensive auf der Lagarde und anderswo nicht so angenommen wird, wie erhofft?

    De facto haben wir wohl weniger Einwohner im Stadtgebiet als 1993, wo sich praktisch keiner der damals noch viel weniger Studenten hier mit Erstwohnsitz angemeldet hat.

    Wir brauchen Pläne in der Schublade für die Renaturierung nicht weiter benötigter Stadtteile und anderer Infrastruktur. Hier könnte man mit ostoberfränkischen Gemeinden wie Selb Kontakt aufnehmen und best practice Beispiele erfragen.

    Und das Beste zum Schluß:

    Wir haben jetzt endlich wieder realistische Chancen auf den ersten Platz!
    Bei der bayernweiten Kriminalitätsstatistik sind wir lt. Hr. Mayer (Polizeichef Bamberg) gerade nicht an der Spitze. Da aber die absolute Anzahl der Straftaten konstant bleibt sieht es ja bei der Hochrechung auf 100.000 Einwohner prozentual für uns jetzt wieder bedeutend besser aus.

    Alles in allem also ausnahmslos gute Nachrichten…oder die Zahlen sind einfach falsch.

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    1. Sie haben recht, man kann hin und her rechnen, ohne dabei auf eine belastbare Aussage zu kommen. Es ist ein Stochern im Nebel, dessen Ergebnisse den alltäglichen, zugegebenermaßen subjektiven Beobachtung in der Realität widersprechen.
      Eine Wurzel des Übels: Diese Genauigkeit vortäuschenden Zahlen sind ja vollkommener Unsinn. Die Messung ist ungenau, die Messmethoden haben sich über die Zeit geändert und die wahren Werte fluktuieren täglich. Im Grunde müsste man zur kommunizierten Zahl ein sog. Vertrauensintervall angeben, in dem sich der wahre Wert zu 90% oder 95% Wahrscheinlichkeit bewegt.
      Eine präzise Zahl wollen wir aber im Grunde gar nicht, weil dies eine Erfassung jedes Individuums zu jeder Zeit bedeuten würde, was wieder die Schutz- und Abwehrrechte deutscher Bürger tangieren würde. Deren Zahl brauchen wir tatsächlich zur Sicherung der Grundversorgung nur statistisch mit einem bestimmten Konfidenzintervall. Die anderen müssen und dürfen wir aus ganz anderen Gründen präzise tracken (WebZ: nachverfolgen).

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