Bamberg nicht mehr “kriminellste Stadt Bayerns”

Polizeichef Florian Mayer stellt dem Sicherheitsbeirat die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2023 vor. Zahl der Delikte im Jahr 2023 um etwa 1.000 auf insgesamt 6.503 Straftaten gesunken.

Nach wie vor relativ hohes Straftatenniveau in Bamberg 

Von einer positiven Entwicklung bei der Sicherheitslage in der Stadt Bamberg berichtete Florian Mayer, der Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, dem Sicherheitsbeirat der Stadt Bamberg. „Besonders erfreulich ist, dass wir einen signifikanten Rückgang bei den Gesamtstraftaten haben. So ist die Zahl der Delikte im Jahr 2023 um etwa 1.000 auf insgesamt 6.503 Straftaten gesunken“, betonte Mayer.  

Aufgrund der deutlich niedrigeren Deliktszahl liegt Bamberg bei der Häufigkeitszahl, welche die Straftaten auf 100.000 Einwohner hochrechnet, um sie mit anderen Städten vergleichen zu können, bayernweit nicht mehr auf Platz 1 – also nicht mehr “kriminellste Stadt Bayerns”. Mayer bremst an dieser Stelle jedoch die Euphorie: „Im Vergleich mit anderen Kommunen in einer ähnlichen Größe bewegt sich Bamberg nach wie vor auf einem relativ hohen Straftatenniveau.“ Jedoch zeige die aktuelle Entwicklung, dass die Bamberger Polizei in enger Kooperation mit ihren städtischen und staatlichen Partnern alle verfügbaren Ressourcen nutze, um Kriminalitätsphänomenen wirksam entgegenzutreten und Gefahren für die Bevölkerung weitestgehend zu vermeiden.

Florian Mayer verwies hier vor allem auf die beschleunigten Verfahren, die zusammen mit der Justiz bei straffälligen Bewohnerinnen und Bewohnern der Anker-Einrichtung Oberfranken (AEO) vollzogen werden, um unmittelbar auf die Tat eine Strafe folgen lassen zu können. Dieses System funktioniere beispiellos gut in Bamberg. So wurden im vergangenen Jahr 250 solche beschleunigten Verfahren umgesetzt. OB Starke berichtete, dass andere Kommunen mit Anker-Einrichtungen neidisch auf Bamberg sähen, wo die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Justiz so gut funktioniere.

Subjektives Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung zu stärken

Nicht ohne Stolz verwies Mayer auf einen erneuten Anstieg der Aufklärungsquote auf nun 72 %. „Bei einer Durchschnittsquote von 65 Prozent in Bayern, ist das schon sehr positiv bei uns“, betonte der Polizeichef. Um die Quote weiter zu verbessern, wird in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Straßenkriminalität gelegt, also alle Delikte im öffentlichen Raum. Zwar habe es hier auch einen deutlichen Rückgang gegeben, aber die Aufklärungsquote liege nach wie vor deutlich unter 72 %.

Ausführlich ging Mayer in seinem Vortrag auf die Kriminalität in und um die AEO ein. „Die Einrichtung müssen wir bis zu zweimal am Tag anfahren wegen Auseinandersetzungen unter den Bewohnern“, erklärte der Polizeichef. Ansonsten fällt auf, dass an 21 % der Straftaten zugewanderte Menschen beteiligt sind. Besonders hoch sei der Wert bei der „niederschwelligen Eigentumskriminalität“, sprich bei Diebstählen. Diese bilden mit ca. 36 % aller Straftaten das mit Abstand größte Deliktsfeld, wobei die Beteiligung von Zuwanderern insbesondere bei Ladendiebstählen mit über 60 % überproportional hoch sei. Die Polizei zeige im Umfeld der AEO eine verstärkte Präsenz, könne hier aber keine signifikante Häufung von Straftaten feststellen. „Oft sind es Vorkommnisse unterhalb des Rahmens einer Straftat, wie zum Beispiel vermüllte Vorgärten, welche die Anwohnerinnen und Anwohner an der AEO ärgern“, berichtet Mayer von seinen Kontakten mit Bürgerinnen und Bürgern. OB Starke lobte die erhöhte Polizei-Präsenz rund um die AEO, denn dies sei „ein wesentlicher Faktor, um das subjektive Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung zu stärken“.

“Kriminalgeografische Hotspots” in der Stadt

Eigens ging der Polizeichef auf die “kriminalgeografischen Hotspots” in der Stadt ein. 

Neben dem bereits genannten Bereich in und außerhalb der AEO seien das die Inselstadt und der Bahnhofsbereich. Und das insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. 

Zwei Schlaglichter brachte Mayer noch zum Abschluss seines Berichts: Erstens verwies er darauf, dass die Zahl von 120 Sexualdelikten in Bamberg vergleichsweise überschaubar sein, „wenngleich jeder Fall einer zu viel“ ist. Dazu stellte er klar: „Zuwanderer sind daran nicht überproportional beteiligt.“ Zweitens berichtete er, dass bei der politisch motivierten Kriminalität – entgegen der Schlagzeilen in den Medien – keine echte Steigerung festzustellen sei. Dafür sei ein eigenes Kommissariat zuständig, das die Zahlen dazu akribisch auswertet.

Das Fazit von Florian Mayer lautet: „Ich denke, wir sind als Polizei an den richtigen Themen in der Stadt Bamberg dran, um die gute Sicherheitslage weiter zu verbessern! Mit Zahlen hinterlegen werden dies dann im Frühjahr 2025 können.“

Oberbürgermeister Andreas Starke wertete das auch als Ergebnis der sehr guten Polizei-Arbeit in Bamberg. „Dafür möchte ich Ihnen und allen Beamtinnen und Beamten ausdrücklich danken“, erklärte Starke.

Geschrieben: PM PA Bbg-mdw; veröffentlicht: 23.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw:

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3 Gedanken zu “Bamberg nicht mehr “kriminellste Stadt Bayerns”

    1. Wird wohl mittlerweile nicht mehr so stimmen. Da in Bamberg ja jetzt, lt. Zensus, ein paar Tausend Menschen weniger leben, dürften sich die Zahlen zur Kriminalitätsstatistik überholt haben!

  1. Bamberg hat also ein immer noch ein hohes Straftatenniveau. Respekt, dass Herr Mayer auch den großen Anteil von “Zuwanderern” anspricht. Mir persönlich ist bekannt, dass insbesondere bei Ladendiebstählen der Anteil außerordentlich hoch ist.

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