Schlachthof wird auf Altlasten untersucht

Das Verfahren zur Nachnutzung des Areals läuft. Der Ältestenrat verschaffte sich einen Überblick vor Ort. Nun gelte es, die Weichen für eine neue Nutzung des ehem. Schlachthofareals zu stellen.

Erste Angebote für eine Altlastenerkundung liegen bereits vor

Bereits wenige Tage nach der letzten Schlachtung hat sich der Ältestenrat des Bamberger Stadtrats im Schlachthof Bamberg über den gegenwärtigen Zustand informiert und in einem Werkstattgespräch das weitere Vorgehen beraten. Der Betrieb wird bis zum 30. Juni 2024 endgültig stillgelegt. „Die Geschäftsführung und das Wirtschaftsreferat haben diesen politischen Auftrag sehr professionell umgesetzt, lobt Oberbürgermeister Andreas Starke die Arbeit von Geschäftsführer Julian Müller und Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller. Nun gelte es, „die Weichen für eine zukunftsfähige Nachnutzung des Areals zu stellen“.

Geschäftsführer Julian Müller führte die Mitglieder des Ältestenrates durch den Schlachthof und erklärte die Benutzung der Räume und Gerätschaften, die seit vergangenen Freitag nicht mehr verwendet werden. BildNw: M. Memmel, PA Stdt Bbg

Achim Welzel, als Leiter einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe eingesetzt, legte in einer Präsentation die politische Vorgabe des Stadtrats dar, wonach zunächst die Gesamtbedarfe der Stadt und ihrer Töchterunternehmen zu klären sind. Parallel dazu wird ein Interessen-Bekundungsverfahren mit entsprechenden Kriterien vorbereitet. An den Fragestellungen wird bereits intensiv gearbeitet, die städtischen Anforderungen sowie potentielle Verlagerungsmöglichkeiten werden gesammelt und aktualisiert. „Außerdem liegen die ersten Angebote für eine Altlastenerkundung auf dem Tisch, erklärte Welzel. Für die Durchführung eines Interessen- Bekundungsverfahrens werden ferner noch eine denkmalfachliche Beurteilung sowie eine Bewertung der technischen Infrastruktur und der Gebäudesubstanz benötigt. 

Stadtrat soll Zeitplan im Juli beschließen

In der Vollsitzung des Bamberger Stadtrats am 24. Juli soll ein umfangreicher Überblick über den Sachstand gegeben werden, um den konkreten Zeitplan zu beschließen lassen. Laut den Worten von OB Andreas Starke soll der Prozess zur Schlachthof-Nachnutzung straff, aber auch mit großer Sorgfalt durchgezogen werden. Zum richtigen Zeitpunkt sei auch vorgesehen, die Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen und deren Ideen aufzunehmen. Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller wies darauf hin, dass die Verwaltung mit den Investoren, die einen Food Campus an diesem Standort entwickeln wollen, regelmäßig im Austausch bleibe. „Wir wollen den Gesprächsfaden hier nicht abreißen lassen“, betonte auch Starke, der aber klarstellte, dass es keine voreilige Festlegung geben dürfe.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 8.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw:

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7 Gedanken zu “Schlachthof wird auf Altlasten untersucht

  1. Sind eigentlich die ersten Investoren schon am Cafe Rondo eingetroffen?
    Derzeit läuft es bei Don Alfonso und Don Gerardo nicht ganz so gut. Da sorgt Don Andrea schon mal für die Zukunft vor.
    Wie schon bei anderen Bauvorhaben werden wieder die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert. Die “Tabakscheune ” lässt grüßen.
    Wann wacht eigentlich die Stadtratsmehrheit auf? Oder stecken die alle unter einer Decke und machen sich mitschuldig?

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    1. “es werden wieder die Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert” – eine interessante These, aber: könnten Sie auch aufzueigen, WOMIT dies jetzt bei der Nachnutzung des Schlachthofareals getan wird oder beabsichtigt ist? WELCHE Gewinne haben da jetzt WELCHE Privaten und WELCHE Verluste erleidet WELCHE Allgemeinheit?
      Oder ist ihre These nur dazu da, den Stadtrat für blöd zu erklären, ihn einer bösen Konspiration zu bezichtigen und ihn dafür anzuschuldigen?

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      1. Sehr geehrter Herr Schwimmbeck, sitze ich im Stadtrat oder Sie? Wenn Sie nicht in der Lage sind, die von Ihnen gestellten Fragen zu beantworten, machen Sie einen schlechten Job. Ich gebe Ihnen mal noch einen Tip in Sachen Tabakscheune. Es hat etwas mit Stiftungen zu tun.
        Im übrigen sehe ich in Ihrem Kommentar den üblichen Beißreflex des Ahnungslosen.

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        1. Für mich ist es offensichtlich, dass mit den bisherigen Entscheidungen (über das weitere Vorgehen in der künftigen Nutzung des Areals) weder Gewinne privatisiert werden noch Verluste sozialisiert werden. Da müßten schon SIE gegenteilige Argumente liefern, wenn Sie solche Behauptungen verbreiten. Aber: Belege und Argumente bringen – das tun Sie nicht und wollen Sie wohl nicht und können Sie wohl nicht. Das bestätigt mich in meiner Vermutung, dass Sie einfach so ins Blaue hinein mal Stadtrats-Bashing betreiben.

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      2. Vielleicht kann ich erläutern, wieso ich Claviusens Ansatz nachvollziehen kann:
        1. Der Schlachthof war bis jetzt defizitär, zumindest laut dem, was man lesen durfte. Die Verluste trug die Stadt, die wie der gesamte Staat kein eigenes Geld hat, sondern das der Steuerzahler nimmt und ausgibt. Diese stellen im ausufernden Sozialsystem zwar nicht mehr die “Allgemeinheit” dar, aber benennen wir diese einmal so. Die Verluste trug also die Allgemeinheit.

        2. Nun hat man den Betrieb eingestellt, die Kosten für Abwicklung in Form von arbeitsrechtlichen Zahlungen, Entsorgung, Rückbau usw. wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder wer tragen? Die Allgemeinheit, wie sie unter 1 definiert ist. Diesen stehen keine Einnahmen entgegen, es sind also Verluste, die sozialisiert werden.

        3. Das Areal muss für eine von Schlachtung abweichende Nutzung “ertüchtigt” werden. Das macht dann entweder ein Käufer, der diese Kosten in seinen Kaufpreis einrechnet oder es trägt sie im Fall der Verpachtung/Vermietung der Eigentümer, also die Stadt, deren Geld kommt von…korrekt: der Allgemeinheit!

        4. Die bisher diskutierten potenziellen Nutzer, also Kunstfleischmacher, haben nicht die Kohle und Bonität dieses Projekt alleine zu stemmen. (Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber das sind doch alles Scheinriesen.)

        5. Ein Investor, der das Areal gentrifiziert und Hütten für gschtopfte Hipsterla und Millenials reinsetzt, tut das in Gewinnerzielungsabsicht, kann bei der aktuellen Wirtschaftslage eine Sanierung und Entsorgung nur dann leisten, wenn er einen entsprechend niedrigen Preis zahlt.

        6. Es bleibt dabei, dass die Stadt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihre vorherigen Verluste nicht durch Verkauf oder Verpachtung wird decken oder übersteigen können. Währenddessen wird kein Privatunternehmen mit Absicht ein Projekt anfangen, das von Anfang an sicher einen negativen Deckungsbeitrag haben wird. Außer man spekuliert mit Immobilien und schreibt Verluste ab, die aber wieder zu Lasten dies Steuerzahlers, also der Allgemeinheit gehen (vgl. Atrium).
        Gewinne oder Verlustabschreibungen sind dann privat.

        Ergo: Verluste sozialisiert, Gewinne privatisiert. Tataaaaaa!
        Ich glaube, dieses Kapitalismus-101 dürfte auch für Linke verständlich sein.

        P.S.
        Man muss sich absolut keine Mühe machen, “den Stadtrat für blöd zu erklären, ihn einer bösen Konspiration zu bezichtigen und ihn dafür anzuschuldigen”. Ist a weng wie bei der Außenministerin… 😉 Es reicht die Fakten aufzuzählen.

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        1. Da sind wir einer Meinung: Der Betrieb des Schlachthofs war zuletzt defizitär, die Kosten wurden sozialisiert (der Stadt aufgeladen), die Gewinne hatten private Betreiber (Fleisch-Großindustrie). Aber: Dagegen haben eher linke Kräfte (Grüne, BaLi, Volt) eine Weile gearbeitet, bis der Betrieb endlich eingestellt und das “Sozialisieren der Verluste” eingestellt wurde. Bis zuletzt gegen die Stimmen von konservativen bzw. reaktionären Kräften (CSU bzw. BBB und AfD). DER Stadtrat hat hier nicht geschlafen, nicht mit irgendwelchen Unternehmern zum Schaden der Stadt konspiriert. Freilich haben die längere Zeit blockierenden Kräfte die Verluste der Stadt unnötig verlängert.
          In dem Artikel ging es aber um die Nachnutzung (nicht die bisherige Nutzung) des Areals, und diesbezüglich entbehrt die Behauptung von Clavius1970, “es werden wieder Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert”, aktuell jeglicher Grundlage. Sie, Bergradfahrer, äußern dazu jetzt Prophezeihungen und Spekulationen, die darauf hinauslaufen. Sie formulieren diese Prophezeihungen fast so, als wäre gar kein anderes Ergebnis denkbar, als dass wieder Verluste sozialisiert werden. Und auf dieser dünnen und fraglichen “Grundlage” beteiligen Sie sich daran, DEN Stadtrat vorsorglich schon mal zu verunglimpfen und zu beschimpfen. Sie betreiben damit keine Kritik auf Fakten-Grundlage, sondern eher auf der “Basis” von Fakes.
          Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte es für legitim und richtig und auch für wichtig, auf die Möglichkeit und die Tendenz hinzuweisen, dass private Unternehmen gern die Allgemeinheit (den Staat oder die Stadt) melken wollen. Ich halte es für hilfreich, wenn auch im stadtgesellschaftlichen Diskurs bei jeder passenden Gelegenheit auf diese Tendenz hingewiesen wird. Aber bitte nicht aus blauem Himmel heraus so tun, als wäre das grad schon wieder passiert.

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        2. @Schwimmbeck
          Na ganz selbstverständlich kann man auf Basis bisheriger Erfahrungen auf zukünftige Ereignisse schließen. Und auch wenn das im Grunde Schlussfolgern unter Unsicherheit ist, so ist das genau die Art uns Weise, wie wir Menschen uns in der Welt zurechtfinden, sie ordnen, strukturieren und handlungsfähig bleiben…das wissen Sie aber auch. Und wir bilden diesen evolutionären Vorteil unseres unscharfen Denkens schon lange auch in Funktionen ab, (Spies, M. (1989): Syllogistic inference under uncertainty—An empirical contribution to uncertainty modelling in knowledge-based systems with fuzzy quantifiers and support logic. München, Psychologie Verlags Union).

          Wir sind keine Richter, brauchen keine stringente Beweisführung, um zu einem Urteil zu gelangen. Und damit fahren wir in unserer Entwicklungsgeschichte ganz gut. Und ja, wir dürfen subjektiv und ungerecht sein! Zudem: Wer sich ins Rampenlicht stellt und die Geschicke lenken will, der muss auch die damit verbundenen Risiken in kauf nehmen, nämlich dass man über ihn schimpft und ihn ggf. verspottet, wenn er Mist baut. Und das auch parteiisch und subjektiv und ungerecht. Auch wenn die ganzen Mimosen das neuerdings als “Hass & Hetze” bezeichnen.

          P.S.
          Danke für Ihre Arbeit und die der Genoss%$Innen, dass wir keinen Schlachthof mehr haben. DANKE!

          P.P.S.
          Dass ich das noch erleben darf, so lange nach dem Tod des Sudel-Edes das Wort “reaktionär” zu lesen. Danke, Genosse! 😉

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