Sollen doch die anderen den Kopf hinhalten

Sollen sich doch die anderen den Kopf zerbrechen und bei Problemen diesen auch hinhalten. Die Grüne Fraktion ersetzt nicht ihre ausgeschiedenen Aufsichtsrätinnen für den städt. Schlachthofs. 

Wenn demokratische Entscheidungen nicht dem eigenen Willen entsprechen

Gewählte Stadtratsmitglieder vertreten die Stadt in Gremien und Ausschüssen, so verlangt es die Gemeindeordnung. 

Die grüne Fraktion im Bamberger Stadtrat bringt für den städt. Schlachthof nur wenig Sympathie auf. Da ist es vielleicht gerade recht, wenn sich dieser Betrieb in einer schwierigen Lage befindet und seine Existenz gefährdet ist. Es ist bekannt, dass die grüne Fraktion ihre eigenen Vorstellungen hat, wie es mit dem Schlachthof und insbesondere seinem Betriebsgelände weitergehen soll. 

Als Begründung für die Niederlegung ihres Mandats hatten die ehem. Aufsichtsrätinnen angegeben, “dass sie sich aufgrund der aktuellen Entwicklung in der Schlachthof GmbH nicht mehr in der Lage sehen, ihre Mandate als Aufsichtsrätinnen verantwortungsvoll auszuüben.” 

Ein eigenwilliges Verständnis von Verantwortung. Die Begründung könnte auch so interpretiert werden, dass man Ämter einfach niederlegt, wenn demokratische Entscheidungen nicht dem eigenen Willen entsprechen. Die grüne Fraktion sieht sich deshalb wohl auch nicht in der Lage, die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder zu ersetzen.

Die grünen Aufsichtsratsmitglieder werden von CSU- und SPD ersetzt

Den üblichen Regeln entsprechend hat die Stadtverwaltung die Stadtratsfraktion Grünes Bamberg aufgefordert, Ersatz für die beiden zurückgetretenen Stadtratsmitglieder zu benennen. Diese teilte daraufhin mit, dass keine Nachbesetzung durch Fraktionsmitglieder der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg erfolgen wird. Kurzfristig sei dann im Ältestenrat des Stadtrats vereinbart worden, dass die beiden Mandate mit je einem Mitglied der CSU- und der SPD-Stadtratsfraktion besetzt werden sollen. Von Seiten der SPD wurde Stadtratsmitglied Kuntke benannt; den weiteren Sitz übernahm CSU-Stadtrat Dr. Heller.

In der Vollsitzung des Stadtrates am 24.1.2024 wurde diese etwas merkwürdig erscheinende Lösung wortlos akzeptiert.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 29.01.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: Stadt Bbg

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9 Gedanken zu “Sollen doch die anderen den Kopf hinhalten

  1. Na hoffentlich sind Heller und Kuntke keine grundsätzlichen Schlachthof-Gegner.
    Jedenfalls ist es in der derzeitigen Situation klar, wie man den Fortbestand des Schlachthofes beeinflussen kann.
    Bleibt der Schlachthof, war die Besetzung gut.
    Wird er geschlossen, war es vielleicht Absicht die beiden zu entsenden.

    WebZ: Beide sind keine Gegner des Schlachthofs, werden ihre Entscheidungen aber an der realen wirtschaftlichen Lage orientieren.

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    1. Zu Kuntke und Heller: Außerdem sind beide Ruheständler, die sich die Zeit für Sitzungen nehmen können. Im Gegensatz zu den grünen Sozial-innen werden sie aber – in diesem Fall – sicher nicht ideologisch bedingt entscheiden.

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  2. Wen hätten die Grünen auch entsenden sollen? In einem Aufsichtsrat eines Wirtschaftsbetriebes muss man auch etwas Ahnung haben von Betriebs- und Personalführung, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität sowie Rechtsproblemen.
    Diese Fähigkeiten sind bei den Grünen nicht so üppig vorhanden.

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    1. Ui! Ganz dünnes Eis! Der Schlachthof hat seit seiner Umwandlung in die GmbH von 2016 bis 2021 ein Defizit von fast 4 Mio erwirtschaftet. 2.5 Mio für Kontenausgleichskredite, 1 Mio Fleischhygienegebühren, 400’000 wegen Zahlungsausfall eines Kunden. Das Geschäftsjahr 2021 wurde mit einem Verlust von 970’000 abgeschlossen. Während überall die Zinsen massiv steigen hat die Stadt den Vorstoss gemacht, die Verzinsung dieser Schulden von 1% auf 0.5 zu senken, damit die Ergebnisse nicht noch trauriger ausfallen als sie eh schon sind. Das beschönigt eine bisschen die Bilanz der GmbH, ist aber nicht anderes als eine Schuldenverschiebung von der GmbH in die Stadtkasse. Und wer sich ein bisschen über die Agrarthemen in Deutschland informiert, wird auch mitbekommen haben, dass Vion in Norddeutschland Schlachthöfe geschlossen hat, weil sie nicht kostendeckend betrieben werden konnten und Fachleute gehen davon aus, dass sich der holländische Grossschlachter komplett vom deutschen Markt zurück ziehen wird. Was bedeutet das dann für den Schlachthof Bamberg ? Jahr für Jahr 1 Million minus? Bei einem investitionszeitraum von 10 Jahren, einer Investitionssumme von 15Mio, Schulden von 4Mio und einem zu erwartenden Defizit von 10 Mio wären wir dann bis 2034 bei 30 Mio Steuergelder, von denen der Bamberger Bürger de facto so gut wie gar nichts hat. Von den Leuten im Aufsichtsrat hat keiner eine Ahnung von Betriebs- und Personalführung, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität sowie Rechtsproblemen. Solange es Sitzungsgelder gibt und die Grünen an allem Schuld sind, werden die den Gaul reiten, obwohl er schon längst tot ist!

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  3. Wenigstens keine Grün-Ideologisierten Veganer!
    Diese haben, alleine durch ihre vernünftige Ernährung wenigstens noch ein Interesse am Erhalt einer regionalen Fleischversorgung.
    Und Nein, lieber Baby Aga, diese achten auch nicht auf ihren BMI!

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    1. Ich darf Sie beruhigen: Fleisch ist zwar nicht in jeder Form optimal (wie z.B. Wurstwaren und fett Ausgebackenes). Aber das eigentliche Problem sind Zucker, Weizen und Alkohol (besonders Bier). Also: Genießen Sie Ihr Schäuferla ohne diese typischen Gaststättenbeilagen, d.h. auch ohne diese gezuckerte Rote Beete, die teilweise ausgereicht wird. Und nehmen Sie Tee als Getränk.

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    2. Der Schlachthof hat leider nichts mit regionalen Fleischversorgung zu tun. Das ist ein reiner Industriebetrieb, bei dem nebenbei ein bisschen was für den einen oder anderen Metzger in der Region abfällt. Gemäss Geschäftsbericht 2022 lag bei Rind der Schlachtanteil von Vion bei 99% und bei Schwein der Anteil von Tönies bei 89%. Die 20 Mio Steuergelder die da versenkt werden, sind eine reine Gewinnoptimierung für die beiden Grosskunden. Würden diese nämlich eigene Schlachthöfe betreiben, müssten Sie für diese Verluste nämlich selber aufkommen. Aber der Bamberger Steuerzahler kommt ja gerne für diese Kosten auf um das Schäuferle zu retten, welches bei den Bambergern Discountern und den meisten Metzgern leider trotzdem nicht mehr aus dem Bamberger Schlachthof kommt. Die ganze Sache ist nur noch mehr zum Heulen, wenn man sieht, was unsere Nachbarn mit einem kleineren Budget für regionale Schlachthöfe auf die Beine stellen!
      https://www.20min.ch/story/baselland-man-soll-zusehen-metzger-bauen-schlachthaus-mit-fenstern-103026340

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