Der verlängerte Arm der Stadtverwaltung auf Streife

Bamberg hat jetzt einen Kommunalen Ordnungsdienst. Der KOD erfüllt keine polizeilichen Aufgaben und ersetzt somit nicht die Polizei. Im Konfliktfall soll er zur Verhaltensänderung anregen.

Bei beharrlichen Verstößen werden aber auch Anzeigen aufgenommen

Das Stadtwappen als Kennzeichen des Kommunalen Ordnungsdienstes.

„Mit dem Kommunalen Ordnungsdienst sorgen wir für mehr Sicherheit, weniger Müll und Lärm und schaffen so ein angenehmeres Miteinander“, betont Oberbürgermeister Andreas Starke. Nach ausführlichen Schulungen treten die sechs Teammitglieder des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) ab März 2024 ihren Dienst an und können ihr Wissen in Deeskalation, Erste-Hilfe und internem Situationstraining anwenden. Der Hauptfokus soll hierbei auf Aufklärung und Vermittlung liegen. Werden Verstöße gegen städt. Satzungen und Verordnungen festgestellt, sollen die Bürger primär darüber informiert und so zu einer Verhaltensänderung angeregt werden. Bei beharrlichen Verstößen werden aber auch Anzeigen aufgenommen.

Mit Vanessa Hücherig als Gruppenleiterin wird der Kommunale Ordnungsdienst ab Anfang März erstmals auf Streife gehen. „Wir wollen an den stark frequentierten Plätzen Präsenz zeigen und als verlängerter Arm der Stadtverwaltung im Außenvollzug agieren. Deshalb sind die fünf Außendienstmitarbeiter in der Regel auch auf der Straße anzutreffen“, erklärt Christian Hinterstein, der Referent für Sicherheit und Ordnung. Der KOD soll für mehr Sicherheit auf den Straßen Bambergs sorgen; er ist aber auch in der Lage, bei Verstößen mündliche Verwarnungen auszusprechen und Anzeigen aufzunehmen, wenn Verstöße nicht abgestellt werden. Klar zu unterscheiden ist zwischen dem KOD und der Polizei: Der KOD erfüllt keine polizeilichen Aufgaben, er ersetzt also vor allem nicht die Polizei und hat auch nicht deren Befugnisse, sondern stellt den verlängerten Arm der Stadt Bamberg als Sicherheitsbehörde im öffentlichen Raum dar. 

Innendienst nimmt Bürgeranliegen entgegen

Um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können, wurden die KOD-Mitarbeiter umfangreich ausgebildet. Die Ausbildung umfasste dabei Einheiten zu Streitschlichtung, Recht, Deeskalations- und Kommunikationsverfahren sowie auch Erste Hilfe und Selbstverteidigung.

Erkennbar sein wird der KOD an seiner mit einem entsprechenden Schriftzug ausgestatteter Arbeitskleidung sowie an seinem gekennzeichneten Dienstfahrzeug. Angesiedelt ist die neue Einheit im Ordnungsamt, dessen Leiter Michael Emmerling eine klare Vorstellung vom KOD hat: „Die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KOD sollen vor allem als das Auge und Ohr der Stadtverwaltung agieren.“ Referent Christian Hinterstein ergänzt: „Der Ordnungsdienst vollzieht die städtischen Satzungen und Verordnungen im öffentlichen Raum, wobei er vor allem präventiv wirken soll.“

Die Gruppenleitung ist zudem Ansprechpartner für Anliegen der Bürger und unter Tel. 0951 87-1318 oder per E-Mail unter kod@stadt.bamberg.de zu erreichen. Unterwegs ist der KOD in Früh- und Spätschichten, um einen größeren Zeitraum abdecken zu können. An Sonn- und Feiertagen soll der KOD nicht eingesetzt werden. Die Arbeitspläne werden jeweils zwischen Sommer und Winter angepasst. 

Die Einführung eines KODs wurde vom Stadtrat bereits im Dezember 2022 beschlossen, um frühzeitig und deeskalierend auf Ordnungswidrigkeiten wie Ruhestörungen oder Müll-Frevel reagieren zu können, so die damalige Begründung. Die Politik antwortete damit unter anderem auf die Konflikte auf der Unteren Brücke während der Corona-Pandemie.

Geschrieben: PM-mdw; veröffentlicht: 8.03.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: Stadt Bbg/Sonja Seufferth

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2 Gedanken zu “Der verlängerte Arm der Stadtverwaltung auf Streife

  1. Das gestickte Abzeichen sieht recht billig gefertigt aus.
    Was ist denn der rote Stofffetzen am Karabinerhaken an der rechten Schulter? Ist das zum Auslösen der Schwimmweste?

    Und das Pfefferspray gleich vorn am Gürtel, da krieg ich fast so viel Respekt wie vor den Bahn Securities.
    Wie sie da über die Brücke marschieren…wie im Western https://www.youtube.com/watch?v=zazN5dlssao

    Auch spannend die zunehmende Uniformierung und ostentative Gewaltbereitschaft im Dienste der Deeskalation. Aber wundert es, Deutschland ist ja auch der Überzeugung, dass Bomben und Panzer Leben retten und es ok ist durch “menschliche Schilde” zu schießen.

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  2. Wahrscheinlich wird der KOD nur in der idyllischen Altstadt unterwegs sein. Die Stadtrand-Tristesse wird vermutlich nicht von der Präsenz dieser neuen Errungenschaft beglückt werden.

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