Zoff bei der Unterstützungsgruppe Feuerwehr

Die Feuerwehr kommt, wenn es brennt, stürmt oder flutet. Bei Großeinsätzen hilft ihr eine ehrenamtlich tätige Unterstützungsgruppe. Von 16 Kräften haben 13 ihren Rücktritt erklärt.

Die „Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung“ (UG-ÖEL) soll verbinden

Die  Feuerwehr ist eine Allzwecktruppe. Sie kommt zum Einsatz bei schweren Bränden, Naturkatastrophen, Chemie-  oder schweren Verkehrsunfällen. Aber besonders im Katastrophenfall, bei großen Unwettern oder Suchaktionen gibt es noch eine „Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung“ (UG-ÖEL). Diese Einheit ist formal dem Katastrophenschutz der Stadt Bamberg zugeordnet und hat ihr Einsatzgebiet im gesamten Stadtgebiet. Ihr primäres Aufgabengebiet ist die Aufrechterhaltung eines einheitlichen Informationsaustausches aller beteiligten Einheiten (Feuerwehr, Katastrophenschutz, Rettungszentrale bzw. Integrierte Leitstelle Bamberg).

Die UG-ÖEL im Einsatz.

In der Stadt Bamberg wird die UG-ÖEL von 16 Frauen und Männern aus den acht FW-Löschgruppen im Stadtgebiet gebildet. Sie alle arbeiten ehrenamtlich für die öffentliche Sicherheit. 

Doch aus (noch) ungeklärten Gründen hat die Motivation der UG-ÖEL-Mitglieder einen schweren Knacks erhalten. Ende Mai traten fast alle Mitglieder der Unterstützungsgruppe zurück. Nur drei Kräfte sollen noch zur Verfügung stehen. 

Warum kam es zu diesen Kollektivrücktritt?

Laut einem Bericht des FT Bamberg (heute, 27.6.24) gibt es für den Großrücktritt  unterschiedliche Darstellungen. Letztlich führt der FT-Redakteur nur die Argumentation des städt. Ordnungsreferenten Christian Hinterstein an, zu dessen Aufgabengebiet der Brand- und Katastrophenschutz gehört. Hinterstein spricht von einer „Verkettung von Ereignissen“ und einer „Kumulation von individuellen Gründen“, die bei den Unterstützungskräften zur Entscheidung geführt hätten, den Dienst zu quittieren. „Es gibt zum Beispiel familiäre Gründe, viele haben mit Motivation und Ausrüstung zu tun.“ Er wolle aber keinen Raum für Spekulationen aufmachen. Wichtig sei, dass zu keiner Zeit die Sicherheit der Bürger selbst bei Großschadensereignissen gefährdet ist. „Wir haben die Strukturen, die unterhalb der Unterstützungsgruppe greifen, bspw. durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz“ (FüGK).

Wie zu hören und zu lesen ist, kann als ein Grund für den Frust der ehrenamtlich tätigen UG-ÖEL-Gruppe angenommen werden, dass die Erneuerung der Ausrüstung schon seit Jahren nicht mehr vorgenommen wurde. Das gilt für digitale Geräte und ihre Software aber auch für den in die Jahre gekommenen Einsatzwagen der Unterstützungsgruppe.

> Ein umfassender Bericht kann in der FT-Printausgabe von heute gelesen werden.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 27.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: FW Bamberg

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3 Gedanken zu “Zoff bei der Unterstützungsgruppe Feuerwehr

  1. Mir sind keine privaten Gründe für den Rücktritt bekannt, sondern eigentlich nur Gründe, die mit der Arbeit in dieser Einheit zu tun haben. Ich habe einen sehr guten Kontakt zu dieser Gruppe und es liegt sehr viel an der Amtsleitung und der mangelnden Wertschätzung für das Ehrenamt!

    Dass man dem Herrn, der aus der Feuerwehr ausgeschlossen wurde, im FT noch eine Plattform bietet und die beiden Themen, die nichts miteinander zu tun haben, vermischt, ist natürlich wieder ein grober handwerklicher Fehler des Reporters.

    Die ehemaligen Mitglieder der UGÖEL sind alle weiterhin in der Feuerwehr Bamberg aktiv und haben nur beim Katastrophenschutz das Handtuch geworfen, da sollte man vielleicht mal die Hintergründe beleuchten.

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  2. Kurz und knapp:
    Karlo hat recht! Hoffentlich kommt er auch von der Front!
    Das Ergebnis:
    Runter gewirtschaftet, kurz gehalten und kaputt gespart!
    Ich erinnere mich daran, wie lange es gedauert hat, bis vor Jahren (!!) die Bamberger UG ein KFZ (Kastenwagen) mit einem FAX-Gerät das mit SIM-Karte gelaufen ist, bekommen hat.

    Am Rand kann mir auch keiner sagen, dass die Zusammenlegung der LG5 und LG6 an Personalmangel gelegen hat.
    Man wollte halt aus 2 freiwilligen Stadtwachen nur noch 1 machen.
    Spart natürlich auch Gebäude(-Neubau), Unterhalt und Beschaffung von Fahrzeugen…

    Da ich selbst die ehemaligen 1. und 2. Leiter der UG-ÖEL BA-Stadt persönlich kenne und da ich selbst auch viele Jahre in einer Landkreis-UG-ÖEL tätig war, ist es mir bekannt.

    Es gibt UG-ÖEL’s in Oberfranken, zu der wir zu Besuch waren, z. B. in Stadt und Lkr. Bayreuth und Amberg (Oberpfalz).
    Da leckt sich der Kater(aber nicht Bamberg Stadt) noch nach dem Fresschen die Pfoten, was die alles haben.

    Aber BA-Stadt ist hier echt im Defizit, auch in weiteren Punkten, v. a., was richtigen Katastrophenschutz angeht.

    BG,
    Landkreisbewohner

    P. S.:
    Wir sind bei bestimmten Ereignissen auch schon mehrmals vom Landkreis in die STADT gefahren, um die Unterstützung zu unterstützen. Hört sich net so gut an …

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  3. Die UG-ÖEL-Leute werden die Nase voll haben, einerseits ehrenamtlich arbeiten, andererseits spart die Stadt bei ihrer Aus-rüstung. Da hält man sich leicht für einen Deppen.

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