“Food Campus” auf dem Schlachthof-Gelände?

Die Vorbereitungen laufen, um eine gute Grundlage für eine Entscheidung über die Zukunft des Schlachthofs zu erhalten. Auch mit neuen Interessenten und über einen Food Campus wird gesprochen.

Verhandlungen mit den Großkunden, dem Landkreis und der Staatsregierung

Welche Zukunft hat der Bamberger Schlachthof? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Geschäftsführung des städtischen Tochterunternehmens und das Wirtschaftsreferat, um dem Stadtrat im Sommer eine umfassende Grundlage für eine Entscheidung liefern zu können. „Wir verfolgen dabei mehrere Varianten“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Starke. „Erstens klären wir, welche Investitionen für eine Fortführung der Einrichtung nötig sind. Zweitens beraten wir eine Machbarkeitsstudie zur alternativen Nutzung des Areals, falls der Betrieb aufgegeben werden muss. Drittens gibt es neuerdings auch sorgfältige Gespräche mit neuen Interessenten für eine mögliche Nachnutzung des Schlachthofgeländes“, so OB Starke. 

„Derzeit stehen wir außerdem in intensiven Verhandlungen mit den beiden Großkunden: Diese müssen einen nachhaltigen und wirtschaftlichen Beitrag leisten“, sagt Wirtschaftsreferent Dr. Goller. Daneben laufen Gespräche mit der Bayerischen Staatsregierung über Fördermittel für die notwendigen Investitionsmaßnahmen. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe zwischen Stadt und Landkreis Bamberg gegründet, um zu klären, ob und in welcher Form sich auch der Landkreis Bamberg künftig am Betrieb des Schlachthofs beteiligen kann.

Laut einer Pressemitteilung des städt. Presseamtes schreiten auch die Überlegungen voran, wie das Gelände und die 14 Einzelbauten bei einer Schließung des Schlachthofs genutzt werden könnten. Es handelt sich dabei meist um denkmalgeschützte Gebäude, die 120 Jahre alt sind und vom damaligen Stadtbaumeister Hans Erlwein errichtet wurden. Eine Machtbarkeitsstudie zeigt auf, welche Entwicklungspotentiale und Rahmenbedingungen für eine alternative Nutzung des Areals bestehen. 

Innovatives Umfeld für die Entwicklung neuer Lebensmittel schaffen

Seit kurzer Zeit gibt es auch einen konkreten Interessenten für eine mögliche Alternativnutzung des Areals. Die Firmen IRODIMA und Denscheilmann + Wellein wollen mit dem Food Campus Bamberg Start-ups und etablierten Unternehmen ein innovatives Umfeld sowie Infrastruktur bieten, neue Lebensmittel zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten.

„Die Transformation des Schlachthofes zu einem Ort, an dem Unternehmen gemeinsam mit regionalen Erzeugern an der Zukunft gesunder Ernährung arbeiten, ist für uns ein zeitgemäßer Beitrag zur Lösung der allgegenwärtigen Problemstellungen bei Landwirtschaft, Gesundheit und Klimaschutz“, erklärt IRODIMA-Geschäftsführer Friedrich Büse, der auch Gründer und Gesellschafter der Firma „endori“ ist, in deren Standort in Stegaurach auch weiter investiert werden soll. „Zudem schafft der Campus neue, attraktive Perspektiven für die regionale Landwirtschaft und die Gärtnerstadt, die ein wesentlicher Teil des Bamberger Welterbes ist“, ergänzt Johannes Weigand, Mitinhaber von Denscheilmann + Wellein (Bamberg).

Zwischen der Stadt und den Firmen haben bereits erste Gespräche stattgefunden. Diese Gespräche sollen ergebnisoffen weitergeführt werden mit dem Ziel, das Konzept eines Food Campus Bamberg weiter zu konkretisieren und dem Stadtrat im Sommer zu präsentieren. Oberbürgermeister Starke ordnet das Angebot realistisch ein: „Wir freuen uns über das Interesse dieser Unternehmensgruppe aus der zukunftsträchtigen Lebensmittelbranche. Diese Möglichkeit ist eine von mehreren Optionen, die von uns sorgfältig aufgeschlossen und gründlich geprüft wird. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden der Aufsichtsrat und der Stadtrat und damit die Öffentlichkeit unverzüglich informiert.“

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 6.02.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: Stadt Bbg, Sonja Seufferth

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9 Gedanken zu ““Food Campus” auf dem Schlachthof-Gelände?

  1. “endori”, die machen so tolle Sachen wie “veganer Thuna” oder “veganes chicken”. Voll lecker, kannst mit gutem Gewissen essen. 😉

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    1. Wenn sich jemand Vegan ernähren will, soll er das auch tun. Aber warum muß er Hähnchen, Schnitzel oder andere hervorragende Fleischprodukte, auch aus dem Bamberger Schlachthof, mit vielen E-Nummern zusammengebastelt essen?
      Frage am Rande, was soll Thuna sein?

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      1. Thuna, der oder die oder dix (mask. u. fem. u. int.)
        Herkunft: Terra, Sol, Milchstraße. Umgangssprachlich für Mitglied einer Klimasekte des beginnenden 21. Jahrhunderts auf Terra. Analog den dortigen Flagellanten des ausgehenden Mittelalters und den Anhängern des Bußpredigers Savonarola im Florenz der Renaissance bildetet sich zu dieser Zeit eine apokalyptische Sekte, die den Lehren der wahrscheinlich fiktiven Kunstfigur Thunberg folgte, denenzufolge das unmittelbare Ende des Planeten in einem Sturm aus Feuer bevorstand. Ursächlich dafür soll laut Erzählung ein marginaler Anstieg des Kohlendioxids (Basisgehalt 0.04%) in der Atmosphäre von Terra gewesen sein, angeblich verursacht durch menschliche Aktivität.
        In den wenigen erhaltenen Quellen wird die Sekte verantwortlich gemacht für eine Kette von Ereignissen, die laut erhaltenen Fragmenten des Versgedichts in daktylischen Hexametern “Triumph der Blödheit” zum Rückfall in vorindustrielle Zustände und der vorausgehenden Auslöschung weiter Teile der Erdbevölkerung durch eine offensichtlich versehentliche Weltkriegserklärung des Bärenbocks (offensichtlich ein außergewöhnlich dummes Fabelwesen).
        (zitiert aus der Encyclopedia Galactica, 116. Ausgabe, Encyclopedia Galactica Publishing Co. mit freundlicehr Genehmigung der Herausgeber)

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  2. Für den Anfang wäre so ein Food Campus doch eine super Ergänzung zum Böhnlein. Und wenn dort hinten dann qualitativ hochwertige Lebensmittel verkauft werden, zieht vielleicht auch ein richtiger Metzger mit ein, der nicht nur Haltungsform 1 und 2 Schnitzel und Glutamatwurst verkauft! Irgendwie ist alles besser als die defizitäre Industriefleischproduktion die dort hinten mit Steuergeldern künstlich am Leben gehalten wird. Selbst wenn das Areal nur als Parkplatz für den Fuhrpark der Stadtwerke genutzt wird, wäre das schlauer, als Vion und Tönnies die Steuergelder mit Schaufel hinten rein zu schieben.

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  3. Wenn die derzeitige Stadtspitze das Wort Denkmalschutz ins (geänd. WebZ)…maul nimmt, sollten alle Alarmglocken klingeln! Man braucht sich nur die Lagardegebäude in der Zollnerstraße anschauen!
    Einsperren und Schlüssel wegwerfen, wäre der einzig richtige Umgang mit diesen „Persönlichkeiten“!

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