Kettenbrücke: Stadtauswärts oder stadteinwärts?

Die Stadt Bamberg teilt mit, dass  die Kettenbrücke bald wieder “stadtauswärts” befahren werden kann. Die Stadtratsfraktion BuB hält diese Lösung für “völlig unsinnig”.

BuB beantragt, die Kettenbrückstraße “stadteinwärts” befahren zu lassen

Baustelle Kettenbrücke

Mit der Überschrift “Befahrung der Kettenbrücke stadtauswärts” teilt das Presseamt der  Stadt Bamberg mit, dass ab Samstag, 13. Juli, die Befahrung der Kettenbrückstraße stadtauswärts in Richtung Obere Königstraße wieder möglich ist. Es wird Platz geschaffen für den Verkehr, indem der Kran für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses abgebaut wird. Die Umleitung in Richtung Hauptwachstraße bleibt über die Obere Königstraße, Luitpoldbrücke und Heinrichsdamm bestehen. Der Fuß- und Radverkehr kann in beide Richtungen passieren. Diese Regelung wird voraussichtlich bis 20. Dezember 2024 Bestand haben. 

Auf diese Pressemitteilung (PM) der Stadt hat die Stadtratsfraktion BuB (Bambergs unabhängige Bürger) unverzüglich reagiert. Daniela Reinfelder kritisiert die Kommunikation und Entscheidung der Stadt: „Wenn die Stadt die Auswahl zwischen der Öffnung der Kettenbrückenstraße stadteinwärts oder stadtauswärts hat, erscheint die von der Stadt festgelegte Lösung stadtauswärts völlig unsinnig. Wir wollen doch, dass die Leute in die Stadt rein kommen und nicht rausfahren“, so Daniela Reinfelder von der BuB. Die Fraktion sei mit der Entscheidung der Stadt nicht einverstanden und hat für die nächste Sitzung des Stadtrates (bzw. für den Mobilitätssenat) einen Antrag gestellt, der die Befahrung der Kettenbrückstraße stadteinwärts bis zur beidseitigen Öffnung fordert.

Ohne vorherige Rücksprache mit Stadtmarketing und Wirtschaftsverbänden

Die Antragsteller Daniela Reinfelder, Karin Einwag und Klaus Stieringer nehmen in einer eigenen Pressemitteilung (PM) Stellung zur Entscheidung der Stadt, die Kettenbrücke stadtauswärts in Richtung Obere Königstraße zu öffnen. Sie heben besonders hervor, dass dies ohne vorherige Rücksprache mit dem Stadtmarketing und den Wirtschaftsverbänden geschehen ist. Diese Entscheidung erfolgte trotz der Kommunikationsfehler im Zusammenhang mit der Schließung der Kettenbrücke für den motorisierten Individualverkehr.

In der PM heißt es weiter: Solange die Kettenbrücke aufgrund der Baustelleneinrichtung nicht vollumfänglich genutzt werden kann, soll der Verkehrsdruck aus der Unteren Königstraße sowie der Luitpoldkreuzung und der Einfahrt zum Heinrichsdamm durch die Öffnung stadteinwärts reduziert werden. Die Antragsteller empfehlen der Verwaltung zudem, die Baustellenkommunikation vor dem Hintergrund der zu erwartenden Bahnbaumaßnahmen deutlich zu verbessern. 

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 10.07.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: WebZ

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10 Gedanken zu “Kettenbrücke: Stadtauswärts oder stadteinwärts?

  1. Sollte es tatsächlich so sein, dass ideologische Gründe vor einer praktischen Lösung stehen, dann wird es Zeit, dass die betreffenden Parteien eine auf den Deckel kriegen.

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  2. Einfach so lassen wie es ist. Die Fußgänger auf der Kettenbrücke wirds freuen, dann kann man sich wenigstens auf die Bänke setzen und das in Ruhe. Und mit der Umleitung klappts doch bisher auch 🙂
    Dem Michel muss der Zugang zur Stadt mit dem Panzer so schwer wie möglich gemacht werden

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    1. Jawoll, weg mit dieser unerträglichen Freiheit! Wie kann es sein, dass sich Leute einfach beliebig Autos kaufen können und sich dann auch noch frei bewegen? Im demokratischsten aller Deutschlands gab es derartige Unsitten nicht. Genau da steuern wir Gottseidank auch wieder hin.
      Ein großer, mächtiger Staatsapparat, der entscheidet, was der Bürger darf und was er bekommt und das in Abhängigkeit von seinem Verhalten.

      Kleiner Hinweis, bestellen Sie sich hier mal eines (https://www.bpb.de/shop/buecher/grundgesetz/34367/grundgesetz-fuer-die-bundesrepublik-deutschland/) und lassen Sie es sich von einer Vertrauensperson bei jedem derartigen Gedanken zweimal um den Kopf schlagen. 😉

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      1. Danke für den Hinweis, werd ich mir direkt bestellen 😉
        Von mir aus kauft ihr euch so viele Panzer bis ihr kein Geld mehr habt; die Konzerne freuen sich drüber. Trägt auch sicherlich zum Erhalt von Bosch und Co bei.
        Wenn man die Situation auf der Kettenbrücke mal beobachtet, ist diese seit der Baustelle bzw. Sperrung viel mehr belebt. Man kann entspannt auf der Straße laufen, kann sich hinsetzen und man hat dort Ruhe. Man muss keine Angst haben, jeden Moment von nem Panzer übern Haufen gefahren zu werden. Und ich wiederhole mich gern, keiner kauft seine Waschmaschine, etc. in der Innenstadt. Das läuft alles nur noch online. In den Geschäften der Innenstadt kaufen überwiegend Touristen ein, die Sie ja nicht gerne in der Stadt sehen 🙂 Autos in und um Fußgängerzonen sind einfach nur nervig und unnötig. Es gibt genug TGs in der näheren Umgebung. Das würde aber dem BMI vom Michel schaden.

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        1. Ganz recht und in der Tat sollte die Innenstadt auch zum wohnen anregen. Was die Kettenbrücke angeht, nun da bin ich ganz bei Ihnen, ich bräuchte sie nicht für den MIV. Die Anwohner kaufen sich sicherlich die Sachen online, aber werden trotzdem ganz analog von HermesHomeDelivery&Co. geliefert. Den Elektro-Bär in der Langen Strasse gibt es schon seit Jahrzehnten nimmer.
          Ich bin zu selten in der Innenstadt, und wenn parkiere ich lieber in der TG am Geyerswörth oder Georgendamm. Das ist schon ok und eigentlich zentral. Die Wege sind in Bamberg ja kurz.
          Sie hätten bloss den letzten Satz weglassen sollen, sonst wäre ich bei Ihnen, und so gelten sie als ideologisch Verblendeter.
          Und Bergradler: ich erinnere an ihre damalige Befürwortung für die „zona traffico limitado“ oder so ähnlich.

          Des einen Freud‘, des andern Leid.

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        2. @red: Sorry für 3. Post.
          @Werner:
          Die zona traffico limitato halte ich nach wie vor für sinnvoll und notwendig. Aber das ist etwas ganz anderes als einen einzelnen Zugang aus ideologischen Gründen willkürlich und ohne Kompensation zu kappen. Das läuft im Grunde auf Einschränkung von Freiheit einerseits und Schädigung der Wirtschaft andererseits raus, hat keine Evidenzbasis und ist totalitär geprägt. Darum auch der Verweis auf das GG.

          Auch wenn man keine aktuell nicht die irritierenderweise sehr häufig genannte Waschmaschine in der Stadt kauft, warum sollte man nicht z.B. durch einen unentgeltlichen Lieferservice (zum P&R oder nach hause für paar Euro mehr) die Möglichkeit dazu schaffen. Latürnich gilt das auch für alle anderen Waren, die einem das Flanieren in der Stadt dann erschweren. Die Logistik bietet dafür wunderbare, smarte (!) 😉 Lösungen.

          Die Zufahrt in die Stadt zu unterbinden ist nur ein Schritt im komplexen Prozess einer für alle Betroffenen positiven zona traffico limitato. Nur die Brücke sperren ist wie Anästhesie einleiten, es Bäuchla aufschneiden und dann ham gehn, weil mir homm eh ka Madderiol und a Bedd hommer a nedd frei…

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  3. Immer wieder wird davon gesprochen, dass der Innenstadthandel nur Überleben kann, wenn Kunden auch mit dem Pkw die Innenstadt erreichen. Jetzt ist es offenbar so, dass die Autos bewusst vom Innenstadtbesuch abgehalten werden.

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  4. Da sind höchstwahrscheinlich wieder unsere Grünlinge daran schuld, die wollen doch, daß die Innenstadt autofrei wird. Siehe auch die Unsinnige Veranstaltungsreihe auf der Promenade, für die wieder, für die Bamberger Geschäftswelt wichtige, Parkplätze aufgelöst wurden.
    Ich hoffe auf baldigste Neuwahlen in Bamberg, daß endlich dieser Spuk (geänd.WebZ) aufhört!

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    1. Warum nicht SMART machen den Verkehr? Nach Art der Stadt Bamberg meldet man seine Fahrt einfach im Portal des Bürgerrathauses an und reserviert sich ein 30-minütiges Durchfahrtfenster an einem Termin in vier bis sechs Wochen. Kein Problem.
      Mensch, werden Sie doch endlich mal digital!

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