Parkplatz-Ärger in der Lagarde-Wohnsiedlung 

Ein modernes Mobilitätskonzept soll dafür sorgen, dass in den Wohnquartieren der Lagarde weniger Autos fahren. Es gibt aber Anwohner und Anwohnerinnen, die auf ihr Auto angewiesen sind.  

Von der Stadt Bamberg als Vorzeige-Stadtteil gepriesen

Mehrparteien-Wohnhäuser in der Lagarde-Siedlung

Es war nicht so, dass bei der Planung des Mobilitätskonzept für die Lagarde-Wohnsiedlung auf die Befahrbarkeit bzw. Parkmöglichkeiten nicht  hingewiesen worden wäre. Aber es sollte ein Mobilitätskonzept auf der Basis von E-Bikes, Leihfahrräder, Carsharing sein. Jetzt sehen Anwohner schwierige Probleme auf sich zukommen. Einige sollen sogar erklären, dass sie nicht in die Siedlung gezogen wären, wenn ihnen die Konsequenzen des “nachhaltigen Mobilitätskonzepts” bewusst gewesen wären. 

Die Lagarde wird von der Stadt Bamberg als Vorzeigestadtteil gepriesen, bei dem allerdings das Parken direkt vor oder nahe der Haustüre in einigen der Straßen nicht möglich ist. Im  Quartier gilt eine „verkehrsrechtliche Anordnung“, die in vielen Straßen nur ein eingeschränktes Halteverbot zulässt, heißt: nur das Be- und Entladen ist dort erlaubt. Anwohner, die auf das Auto angewiesen sind, sehen sich mit realen Problemen konfrontiert. Vor allem für ältere Menschen, Familien mit kleineren Kindern und Berufstätige ist die Situation unerfreulich. Falsch-Parken wird durch die Stadt Bamberg kontrolliert.

Parken im Parkhaus oder Tiefgarage

Auch mit den Alternativangeboten können sich einige Autobesitzer nicht anfreunden. Was vor allem an den Preisen liegt: 120 €  pro Monat zahlt man aktuell für einen Stellplatz in der Tiefgarage, 96,90 € für einen Platz im Parkhaus an der Weißenburgstraße. 

Im Quartier sind wesentlich Eigentums- und Mietwohnungen vorgesehen. Davon müssen entsprechend eines Stadtratsbeschlusses 20 Prozent der Sozialklausel der Stadt Bamberg entsprechen. Dass vornehmlich die Mieter in den sozial gebundenen Wohnungen sich nicht so einfach einen teuren Stellplatz leisten können, ist nachvollziehbar. 

Nun ist es aber so, dass den Mieterinnen und Mietern klar gewesen sein muss, in welche Umgebung sie ziehen und welche “Auflagen” dort bestehen. Vielleicht hat sich manche/r dadurch täuschen lassen, weil während der Bauarbeiten in den letzten drei Jahren das Parken auf den künftig öffentlichen Flächen rund um die Wohngebäude geduldet worden sei.

Schließlich kann man auch annehmen, dass manche Eigentümer und Mieter gerade deshalb in das Lagarde-Quartier gezogen sind, weil es als parkfreies Quartier ausgewiesen worden war. 

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 13.06.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: WebZ

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7 Gedanken zu “Parkplatz-Ärger in der Lagarde-Wohnsiedlung 

  1. das wird zum lagarde-gelände nicht der einzige aha-effekt bleiben. warten wir nur mal die ersten betriebs-/nebenkostenabrechnungen für die objekte ab, da wird erst heulen und zähneklappern ausbrechen.

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    1. Nach dem Bibelvers “Heulen und Zähneknirschen” kommt dann der “Exodus”.
      Die Nebenkosten werden teilweise höher als die Mieten der sozial gebundenen Wohnungen sein und die Einsparungen auf dem Energiesektor sich nicht wie errechnet einstellen. Warum auch? Die ganzen Energieberater und -büro´s müssen für ihren Stuss ja nicht gerade stehen, bzw. haften.
      Würden bei solchen Projekten die technischen Planer konsequent in die Haftung genommen, gäbe es diese meistens nicht mehr.
      Meist stammen die technischen Planungen ja eh von Industrievertretern und die Planer machen nur ihren Stempel drauf.
      Lobbyarbeit muss sich ja auszahlen.
      Willkommen in der Wirklichkeit.

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      1. So viel mir erzählt worden ist, wohnen in den sozial gebundenen Wohnungen nicht wenige Geflüchtete. Diesen kann die Miethöhe egal sein, denn das zahlt sowieso das Sozialamt.
        Viel problematischer ist, dass auch wegen dieses “Ungleichgewichtes” andere Mieter oder Eigentümer von der “Vorzeige”-Siedlung enttäuscht sind und über Wegziehen nachdenken. Also nicht nur wegen der fehlenden Parkmöglichkeiten.

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      2. wenn man´s gut mit den dort eingezogenen armen in die irre geleiteten tröpfen meint, kann man nur den exodus empfehlen,und noch was, ihr zugereisten glaubt den einheimischen, wir kennen uns hier aus.

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  2. In seltenen Fällen ist jemand in städtischer Wohnlage auf die Blechschüssel angewiesen. Hier geht es um Lauffaulheit und Mentalität. Jeder Depp will, dass ihm ein öffentlicher Stellplatz für fast nichts in den Arsch geschoben wird.

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    1. Es ist gerade leider umgekehrt: Selten braucht jemand kein Auto. Zumindest Menschen, die etwas weiter weg arbeiten und eventuell noch zu Zeiten, zu denen Busse und Züge nimmer fahren. Menschen, nicht ganz so beweglich sind. Der ÖPNV ist halt nun mal erbärmlich schlecht und über lange Jahre verkommen. Pünktlichkeit und Geschwindigkeit sind nicht mehr zu erwarten. Zudem finden sich in Bussen und Zügen, zumindest in der 2. Klasse, zunehmend zu viele Mitfahrer, die einer angenehmen und entspannten Reise im Wege stehen.
      Ne, nach all den Jahren ohne, ich schau ja schon selber nach einem vernünftigen, kleinen Auto…mit Verbrennermotor und >180 PS 😉

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  3. Dunnerkeil! Verflixt und zugenäht! Es stellt sich also heraus, dass das Verkehrskonzept vergleichbar einer Hafencity, Vesterbrø oder Oostzanerwerf doch nicht auf das Kaff an der Regnitz adaptierbar ist. Nie wieder würde ich auf die Marketing-Gags des ADFC hereinfallen. Skandal!

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