Solarpark: Die Energiewende fordert ihren Preis

5500 Haushalte wollen die Stadtwerke Bamberg mit Sonnenenergie versorgen. Dafür muss das Pappelwäldchen in der Südflur entlang des Wegs am Kanal einer großen Photovoltaik-Anlage weichen. 

Ein Projekt für Bambergs energetische Zukunft 

Der Weg am Kleingartenverein Sendelbach vorbei führt entlang des Main-Donau-Kanals in Richtung Schleuse Strullendorf. Auf der Strecke kommt der Fußgänger oder Radfahrer an einem Pappelwäldchen vorbei. Auf der bewaldeten Fläche soll jetzt ein Projekt für Bambergs energetischer Zukunft entstehen. 

Das schnell nachwachsende Holz der Pappeln sollte einst der Beheizung des Bambados-Schwimmbades dienen. Die Stadtwerke Bamberg (StWB) als regionaler Energieversorger haben bereits 2011 begonnen, geeignete Flächen in der Region zu finden und vertraglich zu sichern. Im Juni vergangenen Jahres hat der Bausenat dem Vorhaben der StWB relativ einmütig zugestimmt, auf einer 14,2 Hektar großen Fläche in der Bamberger Südflur eine Photovoltaikanlage zu realisieren. Das Gelände wird seit geraumer Zeit als “Kurzumtriebsplantage” bewirtschaftet.

Im Bausenat hatten damals die großen Fraktionen Grünes Bamberg, CSU und SPD für das Projekt gestimmt. Auch der Bund Naturschutz Bamberg befürwortet die Freiflächen-Photovoltaik an diesem Standort. 

Ein klarer Nachteil für die vielen Spaziergänger

Eine Reihe Pappeln in ihrer ganzen Pracht. (Musterbild)

In der Sitzung des Bausenats im Juni 2023 wurde angesichts eines Bekenntnisses zum Sonnenstrom grünes Licht für eine Solaranlage neben dem Schwimmverein Bamberg und Wassersportverein Neptun gegeben sowie für die große PV-Anlage der StWB in der Südflur. Werden die Pläne für den von den StWB geplanten Solarpark umgesetzt, kann hier möglicherweise schon im Herbst 2025 der erste CO2-freie Strom erzeugt werden. 16 Mio Kilowattstunden im Jahr sollen es sein, die dann rein rechnerisch rd. 5500 Haushalte versorgen könnten. 

Die StWB standen bei dem Projekt insofern vor einem Problem, weil das dort angepflanzte Pappelwäldchen ursprünglich der Holzschnitzel-Produktion für die Heizanlage des Bambados dienen sollte. Solarzellen auf dieser großen Fläche würden die Energieproduktion aus dem Pappel-Hack aber um ein Vielfaches übertreffen. Die Hackschnitzel könne man zudem auch aus anderen Quellen (?) beziehen. 

Einen  klaren Nachteil gibt es für die vielen Spaziergänger, die die unbebaute Südflur genießen wollen. Der Blick auf eine riesige Photovoltaikanlage liegt nicht jedem; der Charakter der Südflur als Erholungsgebiet wird wohl verloren gehen. Aber auch hier gibt es bereits den Vorschlag, eine entsprechende Bepflanzung am Wegesrand vor den Solarmodulen vorzunehmen. Diese könnte sowohl Sichtschutz sein, als auch Vögeln und anderen Tieren Lebensraum bieten.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 28.02.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: WebZ

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6 Gedanken zu “Solarpark: Die Energiewende fordert ihren Preis

  1. Sieht genauso unansehnlich aus (geänd. v. WebZ) wie die meisten der Fans dieser unnötigen und selbstzerstörerischen „Energiewende“.
    Das sind keine Umweltschützer, das sind Narren, die alles zerstören im Wahn und in grenzenloser Inkompetenz.

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  2. Es geht – unter dem grünen Deckmäntelchen – wieder mal schlicht und ergreifend um den Profit:
    da Solarzellen auf dieser großen Fläche wohl die Energieproduktion aus dem Pappel-Hack um ein Vielfaches übertreffen und das Geschäft der Stadtwerke nun mal der Verkauf von Energie ist, machen die Stadtwerke das, was jeder Kaufmann auch tun würde!

    Aber wie das halt so ist im Leben, alles hat Vor- als auch Nachteile (fehlende Hackschnitzel und fehlende Möglichkeit zur Energiespeicherung, wie schon von CFRA2 geschrieben)!
    Ob man wertvolle landwirtschaftliche Flächen so nutzen sollte, ist eine andere Frage!

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  3. die *anderen quellen* sollte man vlt mal etwas genauer definieren, darunter kann man alles verstehen, sogar den brasilianischen regenwald

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  4. Ja, ja die Energieversorgung. Erst sollte das neue städtische Schwimmband mit extra angebauten Pappelholz beheizt werden, nun soll das alles weg und Solarstrom geerntet werden! Aber das (Pappel-) Holz für das Schwimmbad soll dann aus anderen Quellen “besorgt” werden. Dies ist dann aber nur mit wesentlich weiteren Transportwegen und Kosten realisierbar. Ebenso gibt es so schnell keine E-LKWs und verursacht einen erhöhtem CO2 Ausstoß!
    Ein Holzfeuer kann ich auch nachts zur Energieerzeugung brennen lassen, aber wie sollen, ohne Zwischenspeicher, die 5500 Haushalte nachts mit Energie versorgt werden?
    Das ist halt wieder so eine ideologische Öko-Idee (geänd. v. WebZ), die nicht durchdacht ist und scheitern wird!

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  5. Die Pappeln dort sind so hübsch. Fast so hübsch wie der Lärmschutzwall an der A73 bei der Lichteneiche. Und erst der Kanal, so wunderbar gerade mit herrlicher Uferbepflanzung in Form von Steinen der Farbe Balsaltgrau. Wunderbar. Man findet im Umkreis von 30km keinen hübscheren Ort zum Spazieren gehen.

    Übrigens hat der Anblick dort kaum etwas mit dem “Musterbild” gemein. Die Realität zeigt der FT ganz gut…
    Aber die Realität passt nicht ganz ins Narrativ des Artikels vermute ich.

    WebZ: Das Musterbild zeigt nur den Pappel-Baum an sich, wenn er seine Blätter trägt. War keine Zeit da raus zu flitzen.

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    1. Das soll jetzt kein argumentativer Marschflugkörper mit didaktischem Gefechtskopf sein, sondern nur eine ernst gemeinte Nachfrage:
      Ich habe die Zahlen auf die Schnelle nicht gefunden, sagen Sie mir doch bitte noch mal schnell, wieviel Wasser so ein Solarpaneel bindet, wieviel Staub und Partikel in der Luft es absorbiert, wieviel Sauerstoff es produziert, Kohlendioxid bindet und auch wie es zur Vermeidung von Erosion beiträgt. Da habe ich jetzt keine aktuellen Daten gefunden. Liegt aber wahrscheinlich an meiner Filterblase an meiner schwurbelig-ultrarechten. Bitte nur einfach mal kurz erleuchten, sollte ja bei der Überzeugung kein Problem sein. Dann haben wir ja alle Sachargumente und damit diese konservative Opposition gegen das Abholzen endgültig aus dem Weg geräumt, und wir müssen uns nicht nur auf das kanonische Recht unserer Klimareligion beschränken.

      Was außerdem noch interessant wäre, wie sieht eigentlich bei dieser neuen PV-Anlage die konkrete Wertschöpfungs- und Ertragkette aus, will sagen wer verdient eigentlich da am meisten Geld? Hat da mal einer drauf geschaut Frage ist doch ganz sicher in so einem tollen und korruptionsfreien System wie unserem, dass man auch diesen Aspekt hinreichend und kritisch beleuchtet hat.

      Achtung Whistleblowing!
      Letztlich wurde mir noch ein Mitschnitt eines Gesprächs zugespielt zwischen arbeitstätigen Rechten über 50, die diskutieren die Möglichkeit eines Hüttendorfs in Pappelwald in der längst aufgegebenen Umweltschutztradition der Grünen. Aber die sagen, dass das aufgrund der eng stehenden Bäume nicht geht. Von daher ist geplant ein Hängemattendorf zu errichten. Die haben aber alle leider furchtbar viel zu tun, müssen offentichtlich arbeiten, um Steuern zu zahlen. Von daher haben die erwogen, die Hängematten zu stellen und für Mindestlohn Menschen aus der sozialen, in die real-existierende Hängematte zu transferieren. Dabei wurde allerdings diskutiert, dass der Mindestlohn im Vergleich zum Bürgergeld unattraktiv ist. Insoweit ist natürlich diese gelegte Diskussion vollkommen unrealistisch. Ich glaube, das Projekt ist nicht in echter Gefahr, dass es durch ein Hängemattendorf behindert wird.

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