Ein Problem, das noch wachsen kann

Per Email erfuhren die Eltern der Grundschule in Wildensorg, dass eine Klasse am Freitag ohne Lehrkraft sein wird. Der Schulleiter fragte nach, ob ein Elternteil die Klasse betreuen könnte. 

Wer will kurzfristig als freiwillige Aushilfslehrkraft einspringen?

Die Grundschule Wildensorg gehört organisatorisch zur Domschule Bbg.

Der Vorgang kann wie folgt rekonstruiert werden.  In der Dependance-Schule Wildensorg – sie gehört zur Domschule Bamberg –  drohte wegen des hohen Krankenstandes im Lehrkörper der Unterricht auszufallen. Der Schulleiter der Domschule wusste sich offenbar nicht mehr anders zu helfen und schickte die bereits genannte Email an die Eltern. 

Er fragte nach, ob ein Elter sich in der Lage sehe, für den einen Tag die lehrerlose Grundschulklasse zu übernehmen. Quasi als freiwillige Aushilfslehrkraft zu dienen.

Im Rathaus man hat rasch reagiert

Üblicherweise erhält eine Schule bei akutem Lehrermangel kurzfristig eine Ersatzlehrkraft aus der sog. Mobilen Reserve, um das Problem zu beheben. Das ist dann nicht mehr möglich, wenn dieses Reservepotential bereits eingesetzt ist. Eine andere Lösung ist, wenn die anderen Lehrkräfte an der Schule unter sich den Einsatzbedarf aufteilen. Das ist aber besonders an einer kleinen Schule schwierig, weil schon bei zwei oder gar drei Ausfällen der Minilehrkörper erschöpft ist. 

Wie man hört oder weiß, sind beide Ersatzvarianten immer schwieriger zu bestellen. Über die Gründe dafür mag spekuliert werden, die Auswirkungen sind jedoch kaum mehr zu übersehen. 

Im vorliegenden Fall hat jedenfalls das Rathaus in Bamberg rasch reagiert. Das kann einerseits anerkannt werden, andererseits ist es leicht verständlich, denn die Stadt fährt zurzeit eine regelrechte Offensive, um das Bamberger Schulwesen gut aussehen zu lassen. Jedenfalls organisierte man dem Vernehmen nach eine pädagogische Freitagsfachkraft für die Wildensorger Kinder. Das ist eigentlich Aufgabe des staatlichen Schulamts, dort mag man aber auch am Ende der Personaldecke gewesen sein.

Das dargelegte Problem ist in vielen Schulhäusern bekannt. Die Situation hat sich trotz jährlich propagierter Maßnahmen bezüglich Personal und Finanzen eher nicht verbessert. Mutmaßungen warum das so ist, mag der/die Leser/in (zunächst) selbst vornehmen. 

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 1.07.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw:

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8 Gedanken zu “Ein Problem, das noch wachsen kann

  1. Die Frage ist wirklich spannend, woran das liegen mag.
    Ist es die Klassengröße? Wenn man zurückdenkt an die großen Grundschulklassen der 70er mit über 40 Schülern. Meine Lehrer _leider_ fielen sehr selten aus. Auch im Gymnasium war Unterrichtsausfall eher die Ausnahme. Teilweise wurden sogar Vertretungsstunden mit Inhalt gefüllt, nicht nur mit Hausaufgabenmachen.

    Bleibt die Geschlechterverteilung. Es ist halt nun einmal ein Fakt, dass nur Frauen Kinder kriegen können. Das hat die Konsequenz, dass die schon mal zumindest einige Wochen um die Geburt herum nicht da sind. Zu meiner Zeit waren Männer und Frauen annähernd gleich vertreten in Schule. Jetzt scheint sich das Verhältnis gewandelt zu haben.

    Zum anderen “ermutigen” wir Beamte zur Fortpflanzung, indem z.B. nach dem dritten Kind deutlich das Kindergeld erhöhen. Mit jedem weiteren Kind steigt die Abwesenheit der Lehrerin, das ist nun mal so. Die wird durch “kindkrank” mit jedem weiteren Kind noch weiter angetrieben. Am Ende fallen die auf Staatskosten ausgebildeten und mit Planstellen versehenen Kräfte sehr oft entweder komplett raus oder kehren nur in Teilzeit zurück.

    Es scheint zumindest von außen betrachtet tatsächlich so, dass die sog. Familienfreundlichkeit und ein Ungleichgewicht in der Geschlechterverteilung hier Treiber sind. Frauen haben ja mehr Krankheitstage als Männer, vor allem im psychischen Bereich, wobei das Lehramt ohnehin psychisch fordernd ist. Prävention und niederschwellige Hilfe ist in diesem Aspekt eh nicht nenneswert.
    Ob es zu dieser Gesamtproblematik mehrfaktorielle Analysen gibt?

    Und latürnich ist das staatliche Planstellensystem auch wenig flexibel. Aber mehr Männer im pädagogischen Bereich wären ohnehin wünschenswert.

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        1. @ Baby Aga!
          Und, was haben sie gegen “stockkonservative” Meinungen?
          Die sind immer noch besser als sinnlose Kommentare, die nur versuchen negative Bewertungen zu erzielen.

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        2. Ne, Baba, das ist nicht “stockkonservativ”, nur Frauen Kinder bekommen, das ist Biologie. 😉

          Wenn Sie auf Kommentare andernorts anspielen, dann muss ich Sie erneut korrigieren, das ist nicht konservativ, das ist rechts! Und das darf ich und dazu stehe ich. Wer immer nur nach links lenkt, fährt im Kreis! 😉 Und darum braucht es jetzt mal den Rechtsruck!

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