Erkennbare Symptome des Niedergangs

Der Bamberger CSU-Chef Gerhard Seitz macht Schlagzeilen. Aber eher negativ als konstruktiv. Im  FT (4.7.24) wurde schon die Frage gestellt: Zerbricht die CSU-Stadtratsfraktion?

Mit einer despektierlichen Äußerung über Italiener in die Nesseln gesetzt

In der CSU-Stadtratsfraktion brodelt es schon seit geraumer Zeit. Die Führungsqualitäten des seit gut einem Jahr als Fraktionsvorsitzender tätigen Gerhard Seitz werden zusehends in Frage gestellt. Dazu kommen aktuell missglückte öffentliche Äußerungen rund um das vom Stadtmarketing veranstaltete „Festa Italica” oder in der Stadtratsdebatte um den neu entstehenden Platz der Menschenrechte im Lagarde-Quartier. Im Fall „Festa Italica” hat er sich mit einer  despektierlich aufzufassenden Äußerungen über Italiener in die Nesseln gesetzt, im Fall Lagarde Quartier legte er sich mit dem Vorsitzenden des Bürgerverein Bamberg-Ost und CSU-Mitglied Jochen Kellner an. > WebZ-Bericht “Platz der Menschenrechte „erhitzt“ im Stadtrat die Gemüter” v. 27.6.2024.

Bei beiden Vorgängen hätte ein Entgegenkommen oder eine Entschuldigung den Sturm abflauen lassen.

Wenig Führungsqualitäten für ein politisches Gremium

„Wenn ein Italiener ein politisches Amt will, opfert er auch seine Mutter. Das hat ein Bamberger Italiener einmal sinngemäß gesagt“, hat der Bamberger CSU-Chef auf Facebook verlautet. Gemeint hat er den Vorsitzenden des Vereins “Mosaico italiano Bamberg”, Marco Depietri. Hintergrund war und ist das von Stadtmarketing-Geschäftsführer Klaus Stieringer mitgestaltete Fest „Festa Italica”. Dazu muss man wissen, dass Depietri SPD-Funktionär ist und auch entsprechend reagiert hat. Die Äußerung von Seitz wurde rasch öffentlich als “rassistisch” bezeichnet. Statt sich zu entschuldigen, hat Seitz noch eines draufgesetzt, indem er einen emeritierten Professor als Wortinterpreten bemüht hat. Depietri wiederum hat festgestellt, dass sich Seitz “in keiner Weise entschuldigt oder mit ihm gesprochen habe”.

Mittlerweile ist der Bamberger CSU-Partei- und Fraktionschef in der eigenen Stadtratsfraktion höchst umstritten. Von einem klaren Kurs und gebündelter Kraft ist nichts zu erkennen. So weit zu hören ist, tut sich die Fraktion immer schwerer, gemeinsame Beschlüsse zu fassen. Der Hauptgrund soll sein, dass der Vorsitzende wenig Führungsqualitäten zeigt. Der 70-jährige verwechsle seine jetzige Tätigkeit in einem politischen Gremium mit seiner früheren Autorität als Chefarzt. 

Für den Beobachter des Stadtrats zeigt die CSU-Fraktion erkennbare Symptome des Niedergangs.

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 9.07.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto);

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3 Gedanken zu “Erkennbare Symptome des Niedergangs

  1. Am treffendsten ist die Feststellung: “Der 70-jährige verwechsle seine jetzige Tätigkeit in einem politischen Gremium mit seiner früheren Autorität als Chefarzt.”

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