ÖPNV-Tandem an die Wand gefahren

Mit  einer ÖPNV-Offensive wollte der Landkreis Bamberg den Busverkehr voranbringen. Doch sie wurde zum Totalausfall mit weitreichenden Folgen – auch für den ÖPNV in der Stadt Bamberg.

ÖPNV für den ländlichen Raum von großer Bedeutung

Die Busflotte  im Landkreis sollte deutlich vergrößert werden, um die Erschließungskilometer zu verdoppeln. Jetzt werden es wohl weniger gefahrene Kilometer sein als vor dem großen Knall. Die Busunternehmen, die für das neue Konzept gewonnen werden sollten, hatten immer wieder gewarnt, dass die Vorstellungen zu ambitioniert seien und die Anforderungen zu hoch. Der Bamberger Kreistag hob schließlich die wiederholt verlängerte und ergebnislose Ausschreibung für die geplanten Busverkehre im Landkreis auf. Ziel war es, ab August 2024 für die Bevölkerung einen deutlich verbesserten ÖPNV zu schaffen, der insbesondere für den ländlichen Raum von großer Bedeutung ist. Mit der nahezu auf vier Mio verdoppelten Zahl der Linienbuskilometer sollte eine wesentlich bessere Taktung erreicht werden. Die Verkehrsverbindungen sollten optimiert und die Stadt-Umland-Verkehre aufeinander abgestimmt werden.

Wie sehr ist der Busverkehr in Bamberg betroffen?

Drei Wochen nach dem Scheitern der ambitionierten ÖPNV-Pläne sucht jetzt im Landratsamt eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe nach Lösungen, um im Rahmen einer Notvergabe zumindest das bisherige Busangebot zu sichern. An den Gesprächen nehmen auch wieder Busunternehmer und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) teil. Nicht dabei sind explizit Vertreter der Stadt Bamberg, obwohl auch die betroffen ist. Wichtige Fragen drängen sich auf: Sind auch jene ÖPNV-Verbindungen betroffen, die ab dem 1. August 2024 einen Teil der aktuellen Verkehre der Stadtwerke Bamberg im Stadtgebiet ersetzen sollen? Wird es zwangsläufig auch Ausfälle bei Stadtbuslinien geben und  würden gewohnte Taktungen wegfallen? Können die Verkehrsverträge auf der bisher geltenden finanziellen Grundlage fortgeführt werden?

Eine Frage kann schon jetzt beantwortet werden: Höhere Buspreise für Passagiere wird es zumindest vorläufig nicht geben, denn die regelt der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). 

Formal betrachtet muss nach dem Crash jetzt erst eine Ausschreibung für den geltenden Busbetrieb im Landkreis vorgenommen werden. Im Landratsamt rechnet man damit, dass die Vergabe für den neuen Busverkehr dann Anfang April in den Kreistags-Gremien behandelt werden kann. Die soll zunächst für zwei Jahre gelten. Bis 2028 soll dann ein neues ÖPNV-Konzept stehen, für das auch die Themen Antriebstechnologie und Personal neu bewertet werden. > s. vorhergehende Berichte unter Kategorie Bus- & Bahn(ausbau)

Geschrieben: PM-mdw; veröffentlicht: 21.02.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw: WebZ

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3 Gedanken zu “ÖPNV-Tandem an die Wand gefahren

  1. und was ist nun das ergebnis ? hochtrabende, nicht zu realisiernde elektro- und wasserstoffphantasien zerplatzen wie seifenblasen und statt mit diesel betriebenen bussen muss nun die grosse menge der bürger wieder mit ihrem pkw fahren, willkommen in der realität.

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  2. Es ist zwar löblich, die Busanbindung im Umland in der gescheiterten Ausschreibung zu verbessern, aber gleichzeitig nur CO2 freie Busse (Strom oder H2) zuzulassen war der Hauptfehler. Wie soll, neben der Neuanschaffung dieser Busse, die Tank bzw. Ladeinfrastruktur finanziert bzw. in der Kürze errichtet werden? Dies ist selbstverständlich jedem, außer unseren Grünlingen und Teilen der SPD, klar, daß dies nicht in der geforderten Zeit (bzw. nie) realisiert werden kann. Ebenso fehlen Fahrer, um die die zusätzlichen Linien bzw. höheren Taktungen bedienen zu können.
    Deshalb hat sich auch kein Busunternehmer darauf beworben.

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