“Peinlich und unseriös”

Oberbürgermeister Andreas Starke wird bei der nächsten OB-Wahl 2026 nicht mehr antreten. In einem exklusiven Interview mit dem FT (Ausgabe 6.7.24) äußert er sich auch zur Zukunft des Ankerzentrums. 

„Das Ankerzentrum hat uns ausgebremst“

In seiner Amtszeit hat Starke positive und negative Projekte angestoßen oder durchgesetzt. Unter seinen größeren Fehlern rangiert das Ankerzentrum an erster Stelle. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass diese Einrichtung nach Bamberg kam – weil er es so wollte. Wer sich an die Schlüsseldiskussion im Feriensenat 2016 erinnern kann, weiß, dass er auch über mögliche Alternativen nicht mit sich reden ließ. Schon gleich nach dem Bekanntwerden dieser Idee hatten sich einige Bürger und Bürgerinnen aus der Nachbarschaft an ein Stadtratsmitglied ihres Vertrauens gewandt und sich gegen diese Art Einrichtung ausgesprochen. Die Menschen haben sehr rasch erkannt, was es bedeutet, wenn bis zu 3.000 (damals) Geflüchtete für bis zu drei Monate sich in der ARE (damals Ankunfts- und Rückführungseinrichtung Obfr.) aufhalten und auf ihre mögliche Rückführung warten. Die damalige Willkommenskultur ließ aber kritische Anmerkungen praktisch nicht aufkommen.

Der Zaun kommt weg!

In der Sitzung des Feriensenats wagte dennoch das oben erwähnte Stadtratsmitglied auf die befürchtete Problematik eines “Durchlauferhitzers ARE” hinzuweisen. Gleichzeitig nannte er als mögliche Alternative, die Stadt Bamberg soll sich bereit erklären, ein oder zwei Wohnblöcke der ehem. US-Wohnsiedlung als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete anzubieten. Gemeinschaftsunterkünfte unterscheiden sich von Ankerzentren in ihrer Zielgruppe, der Größe, der Aufenthaltsdauer, den Leistungen und dem Sicherheitskonzept. OB Andreas Starke schmetterte den Vorschlag ab und bezeichnete den Redebeitrag als “unseriös und peinlich. 

Er wollte die ARE, die Gründe hierfür sind Interessierten gut bekannt. 

In dem FT-Interview sagt er: “Das Ankerzentrum hat uns ausgebremst. Damit muss Schluss sein.” Starke erinnert daran, dass die bayerische Staatsregierung damals zugesichert hat, dass das Bamberger Ankerzentrum spätestens zum 31. 12. 2025 geschlossen wird. Er erwarte, dass die Staatsregierung ihr Wort hält.

Mittlerweile gibt es aber bereits Gerüchte die besagen, dass das Ankerzentrum formal geschlossen werden könnte: der Zaun kommt weg und es wird auch einheimischen Familien ermöglicht, dort – in der sehr großen Anlage – Wohnungen zu beziehen. > WebZ-Artikel “Gemeinsame Wohnsiedlung für Geflüchtete und Einheimische” v. 22.4.24.

Wer möchte schon an Starkes Stelle sein, wenn es tatsächlich so kommen sollte?

Geschrieben: -mdw; veröffentlicht: 08.07.24; Bilder v. webzet (Titelbild ist i.d.R. Symbolfoto); BildNw:

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5 Gedanken zu ““Peinlich und unseriös”

  1. schliessung und zentrum weg ist ja toll, aber dann wird die stadt dem verteilungsschlüssel gemäss ca 1100 sog flüchtlinge aufnehmen, sprich in der stadt unterbringen müssen. ja und wo bitte soll das erfolgen, schon jetzt nicht mal genug wohnraum, aber ohne nachzudenken grosse sprüche klopfen.

    1. Wohnraum verloren. Ich habe mir 2014 die freigewordenen Wohnungen angesehen. Man konnte sehen, dass die US-Armee die Wohnungen ihrer Soldaten und deren Familien immer bestens gepflegt hat. Eine Superwohnanlage, besonders für Familien mit Kindern.

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  2. Ich kann mich noch gut an damals erinnern. (… geänd. WebZ). Es war tatsächlich so, dass man im Stadtrat regelrecht gejubelt hat, die ARE mit 3000 oder gar 3500 vornehmlich Balkanflüchtlingen (“Balkanlager”) zu besetzen. Gut, man hat das gewollt, aber andere Meinungen oder Vorschläge auszugrenzen, dass war und ist bis heute ein Fehler. Hoffen wir, dass jetzt Ende 2025 diese Einrichtung verschwindet.

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  3. Die gute Nachricht weiterhin: dass der endlich aufhört und hoffentlich für immer von der Bildfläche verschwindet! Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der die ganze Malaise mitverschuldet hat und Bamberg unangefochten an die Spitze der Kriminalitätsstatistik geführt hat, mit eigenem Handeln vorne dran! Das ganze pseudo-altruistische Gehabe ist mittlerweile kein Garant, Wahlen und Sympathien zu gewinnen.
    Konversion verkackt, Migration verkackt, Wirtschaft verkackt, Haushalt verkackt. Ein Denkmal wird dem in Bamberg sicherlich nicht gebaut.

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